Frauenfußball internationalEine Woche zu Gast in JordanienDer FC Bayern München auf einer beeindruckenden Reise ins Morgenland - dokumentiert von der FIFA Beraterin Monika Staab | ||
| 22.April.2011 - Text und Bilder von Monika Staab Prinz Ali, Bruder des Jordanischen Königs und Förderer des Frauenfußballs, hieß die deutschen Kickerinnen herzlich Willkommen und freute sich sichtlich über deren Besuch in seiner Heimat. Im November 2010 führte Monika Staab, FIFA Beraterin für den Frauenfußball in den Entwicklungsländern, eine Mission in Jordanien durch. Sie unterbreitete den Vorschlag, eine deutsche Bundesliga Mannschaft für eine Promotionstour vor der Frauenfußball WM 2011 nach Jordanien zu bringen und stieß mit diesem Vorschlag bei Friedericke Hellner, ständiger Vertreterin der Deutschen Botschaft, auf positive Resonanz. Als noch der Name Bayern München fiel, war man hellauf begeistert. Karin Danner (Teamkoordinatorin des FC Bayern München) konnte von dieser Idee sehr schnell überzeugt werden. Monika Staab begleitete die Reise des FC Bayern München und hat uns ein kleines Tagebuch zusammen gestellt. Am nächsten Tag stand erst mal eine Trainingseinheit im Petra Stadium auf dem Programm. Sehr zur Überraschung aller, war es doch recht frisch und ein kalter Wind pfiff den Spielerinnen um die Nase. Jede Spielerinnen hatte überwiegend nur Sommerkleidung im Gepäck. Schnell ging es nach dem Training zurück zum Duschen ins Hotel, um der Einladung des Deutschen Botschafters, Dr. Joachim Heidorn, Folge zu leisten. Im tollen Ambiente der Deutschen Botschaft wurde eine Pressekonferenz bezüglich der zwei anstehenden Länderspiele gegen die Jordanische Frauen-Nationalmannschaft abgehalten. Der große Medienrummel beeindruckte Trainer wie Mannschaft gleichermaßen; denn damit hatte nun wirklich keiner gerechnet. Konzentriert lauschten zahlreiche Pressevertreter den Worten der beiden Mannschaftstrainer. Wörle stellte gleich zu Beginn klar, dass er die Reise mit seinem Team nicht angetreten sei, um zu verlieren. Die jordanische Trainerin Hesterine Reus, ehemalige U-19 Nationaltrainerin aus den Niederlanden, bedankte sich bei allen Beteiligten für das Zustandekommen der Begegnung. (Bild links: Julia Simic wird vom deutschen Botschafter in Jordanien Herrn Dr. Joachim Heidorn begrüßt.) Am Mittwoch stand die nächste Touristenattraktion der Stadt Amman bevor. Wir besuchten die Citadelle Amman’s. Es war erstaunlich wie die jungen Frauen der Geschichte Ammans und Jordaniens interessiert zuhörten. Nachdem der Bus die Bayern nach oben brachte, wurde jetzt der Fußweg nach unten in die Altstadt angetreten. Einige hatten doch etwas zittrige Knie als sie unten ankamen. Danach bevorzugten ein paar einen Bummel in die Altstadt und die anderen konnten den Treppen des römischen Amphitheaters mit 6000 Plätzen nicht widerstehen. (Bild rechts: Auch das Einlaufmädchen mit den viel zu großen Hosen konnte Katrin Längert anfangs nicht zum Lachen bringen. Die Keeperin hatte sich kurz zuvor den Finger verstaucht.) Das Ergebnis bestätigte diese These. Vor mehr als 1000 Zuschauern siegten die Münchnerinnen mit 8:1 (3x Simic, 3x Baunach, 1x Mirlach und 1x Wenniger) und hatten damit die klare Marschrichtung des Trainers, gepaart mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Konzentration, 1:1 umgesetzt. Die große deutsche Fangemeinde war sehr von der Spielfreude der Bayern beeindruckt und war stolz ein Autogrammbild von den Spielerinnen nach dem Spiel zu ergattern. Kathrin Längert, die Torfrau der Bayern, konnte auch wieder lachen, hatte sie sich doch kurz vor dem Spiel beim Aufwärmen den rechten Mittelfinger verstaucht. Da half auch nicht das kleine Einlaufmädchen an ihrer Hand, welches ein viel zu großes Trikot trug. Das stramme Sightseeing Programm der Münchnerinnen wurde am Donnerstag um ein weiteres Highlight reicher, als sie die Stadt Petra, eines der sieben Neuen Weltwunder, besuchten. Die ebenfalls von der Deutschen Botschaft organisierte Reise begeisterte die Mannschaft vollends. Über Stock und Stein rauf in die Berge, wurden an diesem Tage knapp 12 km bewältigt und ein ganz harter Kern schaffte es sogar auf die Monastery zum Gipfel hinauf. Jeder genoss den tollen Ausblick auf das Jordan Valley und die Stille der Natur. Petra war für viele die beeindruckenste Sehenswürdigkeit, die sie auf ihrer Jordanienreise erleben durften. Mit ganz einfachen Mitteln hatten die damaligen Leute 1500 v. CH. diese Stadt erbaut und ein einmaliges Kulturdenkmal errichtet.. Nach diesem anstrengenden Tag erlebten die Meisten die 3,5 stündige Rückreise nach Amman schlafend. Fr (Der Mädchenfußballtag wurde mit viel Freude vollbracht.) Am Sonntag wurden zunächst noch eine Einkäufe getätigt, bevor es abends wieder zurück in die Heimat gehen sollte. Aber davor wurde in Erbit noch das zweite geplante Freundschaftsspiel gegen die Jordanische Nationalmannschaft ausgetragen. Das Spiel wurde live im jordanischen Fernsehen übertragen und erfuhr wieder eine hohe Aufmerksamkeit durch die Fans. Die anstrengende Woche hinterließ auch bei den Münchnerinnen erste Spuren und man war nicht mehr so frisch wie noch Anfang der Woche. Das Spiel endet dieses Mal 4:0 (2x Buerki, 2x Kirchberger), wobei man aber auch zugestehen muss, dass die Jordanierinnen wesentlich bissiger in den Zweikämpfen waren als in der ersten Begegnung. (Bild rechts: Ein Mannschaftsfoto einmal anders!) Auch Trainer Wörle zog ein positives Resümee aus den beiden Spielen:“ Die Ergebnisse gehen in Ordnung. Im ersten Spiel haben wir den Ball laufen lassen und im zweiten Spiel merkte man die fehlende geistige Frische.“ Doch aufgrund der zusammen gewürfelten Mannschaft zeigte sich der Coach am Ende sehr zufrieden. Kathrin Längert, Spielführerin des FC Bayern, konnte in ihrem Interview nach dem Spiel ihre Begeisterung der Reise kund tun:“ Die Erwartungen dieser Reise wurden voll übertroffen. Wir sind alle völlig überwältigt von der der Offenheit und Freundlichkeit der Menschen. Es war für alle die erste Erfahrung in einer anderen Kultur.“ Der Zweck der Reise wurde voll erfüllt. Es war eine tolle Werbung für den Jordanischen Frauenfußball und die Münchnerinnen konnten mit ihrer tollen fußballerischen Leistungen Impulse setzen. Die Reise war für alle Beteiligte lohnenswert und die Spielerinnen werden viel über ihre vielen Eindrücke in einem muslimischen Land Positives berichten können.
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