Frauenfußball InternationalJapan dominiert Frankreich klarFrankreich - Japan 0:4 (0:2) | ||
Text und Bilder von Michael Geist 06.08.2009 Nicht nur Deutschland hat sich Japan als Testspielgegner für die Europameisterschaft ausgesucht, auch in Frankreich waren die Japanerinnen zu Gast. Nur drei Tage, nachdem sie dem deutschen Team ein 0:0 abgetrotzt hatten, bestätigten die Gäste aus dem fernen Osten ihre starke Form und gewannen in Montargis souverän gegen die bei der EM in der „deutschen” Gruppe B antretenden Französinnen. Die Französinnen mussten allerdings auf etliche Leistungsträgerinnen verzichten. Darunter die Spielerinnen von Montpellier Hérault SC, die mit ihrem Klub zur gleichen Zeit in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Women-Cups Champions League spielten und auch die zwei WPS-Starspielerinnen Sonia Bompastor und Camille Abily, die in den USA geblieben waren. Die starke Innenverteidigerin Sandrine Dusang, die sich im vergangenen Winter einen Riss des Kreuzbandes im rechten Knie zuzog, saß auf der Bank, spielte aber nicht mit. Trainer Bruno Bini baute weiter auf eine Mannschaft mit jungen, talentierten Spielerinnen wie Coralie Ducher, Elodie Thomis, Sandrine Bretigny (alle drei Olympique Lyonnais) und Eugénie Le Sommer. ![]() Montargis liegt mit ungefähr 16.000 Einwohnern 125 km südlich von Paris und besitzt eine wunderschöne Altstadt, die zum Bummeln und zum Besuch der Restaurants einlädt. Das kleine Stadion Maurice Béraud wurde vor über 100 Jahren gebaut und ist ein echtes Schmuckstück Aber auch die Mannschaft der Japanerinnen war jung aufgestellt. Der neue Trainer Satoru Mochizuki hat viele junge Spielerinnen, die sich bei der U20 WM in Chile hervorragend präsentiert hatten, in die A-Nationalmannschaft eingebaut. Der Olympiavierte Japan steht in der Weltrangliste der FIFA derzeit auf Platz 7, eine Position vor Frankreich, so sah es also eigentlich nach einem ausgeglichenen Spiel aus. ![]() Japans Trainer Satoru Mochizuki setzt auf junge Talente in seinem Team, die sich schon bei der U20 WM in Chile stark präsentiert haben
Bei schlechtem Wetter und einer kleinen Zuschauerkulisse begannen die Japanerinnen stark und überzeugten spielerisch. Die Gäste mit Yuki Nagasato, Ayako Kitamoto und Kapitänin Shinobu Ohno waren schnell und offensiv. Sie drängten die Französinnen mit einer schönen Spieltaktik immer wieder zurück in ihre eigene Hälfte. Gegen diese Stärke konnte Frankreich nichts entgegensetzen. ![]() Die Japanerinnen waren von der französischen Abwehr oft nicht zu halten. Hier kommt Stürmerin Kozue Ando (li.) gegen Nona Debonne zur Flanke
Nun wachten die müde wirkenden Französinnen etwas auf und quälten sich mühsam nach vorne – besonders mit zwei Lyonerinnen, der laufstarken Elodie Thomis und der am Ball sehr geschicktern Louisa Necib, die die Angriffsspielerinnen unterstützten, aber die japanische Abwehr stand stabil. |
Die japanische Mittelfeldspielerin Yuki Nagasato lässt hier Sandrine Soubeyrand (li.) und Gaëtane Thiney (mi.) stehen | |
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Auf der anderen Seite verdiente sich Sarah Bouhaddi ein großes Lob, auf die Angreiferin Ohno alleine zulaufen konnte. Doch Bouhaddi zeigte sich souverän und wehrte den Schuss per Fuß zur linken Ecke ab. Die Japanerinnen blieben überlegen und kamen zu einem sehenswerten zweiten Tor in der 38.Minute: Kozue Ando nahm eine Linksflanke von Nahomi Kawasumi auf und verwandelte volley – die französische Keeperin dachte, der Ball rolle am Pfosten vorbei ins Aus, doch der Ball war drin. ![]() Viele Angriffe Frankreichs liefen über die schnelle Elodie Thomis (re.) die hier an Aya Sameshima vorbei zieht
Frankreich kam vor der Pause nur noch zu einer Torchance, ein Kopfball von Kapitänin Sandrine Soubeyrand strich am Tor vorbei. So ging es mit einem 2:0 in die Pause.
![]() Frankreichs Mittelfeldstar Louisa Necib präsentierte sich wieder einmal sehr ballsicher und zählte zu den Besten ihres Teams, doch auch sie konnte dem Spiel ihrer Mannschaft nicht die entscheidenden Impulse verleihen Gegen Ende des Spiels wurde auf beiden Seiten fleißig gewechselt. Nun spielten die Französinnen mit sehr jungen Spielerinnen, die sich auch einige Torchancen erspielten, aber die waren leider nicht zwingend genug. In der 73. Minute hätte Japan die Führung sogar noch weiter in die Höhe schrauben können: die eingewechselte Angriffsspielerin Mami Yamaguchi, die vor eineinhalb Jahre nach Umeå IK wechselte und den schwedischen Meistertitel gewann, spielte im Strafraum einen Doppelpass mit Ando und kam zum Schuss. Doch die Torhüterin bekam noch die Hände an den Ball und eine französische Abwehrspielerin schlug das Leder weg. ![]() Megumi Kamionobe (li.), Mami Yamaguchi (re.). Die bei Umeå IK in Schweden spielende Yamaguchi krönte ihre gute Leistung mit dem Tor zum 0:4 |
In den letzten 15 Minuten gingen beide Mannschaften das Spiel sehr offensiv an, doch erst in der Nachspielzeit fiel der letzte Treffer des Tages. Karina Maruyama stürmte schnell über die rechte Seite in den Strafraum, zog an Coralie Ducher aus Lyon vorbei und flankte flach in die Mitte, die 21-jährige stark spielende Mami Yamaguchi schoss volley ungehindert zum Tor ein. Nach dem Schlusspfiff versuchte Frankreichs Coach Bruno Bini seine enttäuschten Spielerinnen im Gespräch wieder aufzubauen. Die Mannschaft habe zur Vorbereitung auf die EM sehr hart trainiert, während Japan ohne Druck frei habe aufspielen können. Das große Ziel sei, punktgenau zur EM fit zu sein, niemand müsse sich wegen des Ergebnisses dieses Testspiels Sorgen machen. Das französische Team spielt sein letztes Testspiel am 12. August gegen Schottland. ![]() Sandrine Dusang, die nach ihrem auskurierten Kreuzbandriss noch nicht eingesetzt wurde, und ihr Team war enttäuscht vom 0:4 im eigenen Land, doch ihr Trainer sah es gelassener Die Japanerinnen, die sich über ihren Erfolg sehr freuten, haben sich in Europa gegen zwei Mannschaften gut präsentiert und bereiten sich nächstes Frühjahr auf die Asienmeisterschaft in China vor.
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