Toppserien, 19. Spieltag am 3.10.2009Røa siegt im Oslo-Derby bei KolbotnKolbotn IL – Røa IL Oslo 1-2 (1-1) | ||
Text und Bilder von Michael Geist 21.10.2009 Sowohl Kolbotn IL als auch Røa IL Oslo liefen vor dem Aufeinandertreffen im Sofiemyr in Süd-Oslo ihren eigenen Ansprüchen hinterher. Die Dynamitegirls aus West-Oslo mit zwei neuen Spielerinnen, Stine Andreassen von Arna-Bjørnar-Fotball aus Bergen und Becky Sauerbrunn von Washington Freedom aus den USA, haben binnen 8 Tage drei Spiele gespielt und gewonnen (im Pokal-Halbfinale bei Klepp IL 1-0, bei der Toppserien gegen Kattem IL 6-0 und in der zweiten Runde des Champions-League gegen den englischen Vizemeister Everton LFC 3-0) und standen auf der Sonne der Toppserien-Tabellen. Die junge Mannschaft mit Neuzugang Lisa Marie Woods aus Kolbotn gab sich kämpferisch, als sie vor einer Woche beim heimstarken Fløya/Tromsø mit 2-1 trotz schlechtem Wetter gewann und den dritten Platz zwei Punkte hinter dem Tabellenführer festigte. Bei starkem Regen und fünf Grad bestimmten die Kolbotnerinnen von Beginn an das Spielgeschehen und spielten couragiert nach vorne. Die Abwehr der Dynamitegirls zeigte sich ein bisschen wackelig, doch die Keeperin, Caroline Knutsen, verhinderte das frühe Tor. Bereits in der 15. Minute hätte das Team aus Süd-Oslo in Führung gehen können: Ingvild Isaksen Landvik setzte sich auf der linken Seite durch, zog in den Strafraum an die Rechtverteidigerin Hedda Strand Gardsjord vorbei – Keeperin Knutsen lief zu ihr – und passte auf Kapitänin Kristine Lindblom, dessen Schuss aus acht Metern knapp übers Tor strich. Den West-Osloerinnen fiel ein Stein vom Herzen. ![]() Hedda Strand Gardsjord (li.) gegen Rebecca Angus, die die Führung für Kolbotn erzielte Fünf Minuten später fingen die Kontrahentinnen nun an offensiver zu agieren, liefen jedoch immer wieder in gefährliche Konter der Gastgeber. Kolbotns Mittelfeldspielerin Ingrid Schjelderup flankte aus der Mittellinie auf Isabell Herlovsen, die kraftvoll mit ihrem Dribbling zwei Gegenspielerinnen auf sich zog und schön auf die rechte englische Stürmerin Rebecca Angus flankte, die für Kolbotn zum 1-0 in der 27. Minute einköpfte. Nach dem Treffer erwachten die Dynamitegirls und agierten wieder druckvoller im Spiel nach vorne. Sie waren mit Kontern immer wieder gefährlich – besonders von Marie Knutsen, Guro Knutsen Mienna und Kristine Edner Wæhler, jedoch hatten die Kolbotnerinnen die Situation stets unter Kontrolle. Zehn Minuten später hätte der Gastgeber sogar noch auf 2-0 erhöhen können: Ingrid Schjelderup flankte von rechts auf eine Stürmerin, doch Keeperin Caroline Knutsen nahm die rechten Faust hoch und schlug den Ball nach vorne weg. Die 17-jährige Rechtverteidigerin Anja Sønstevold eroberte ihn und legte auf Kristine Lindblom ab. Die scheiterte jedoch mit ihrem Linksschuss aus 27 Metern am Lattenkreuz. ![]() Marit Fiane Christensen (li.) im Zweikampf mit Isabell Herlovsen Noch fünf Minuten bis zur Pause – die West-Osloerinnen spielten noch mal nach vorne. Als die Innenverteidigerin Siri Nordby von der Mittellinie in den Strafraum zu flanken versuchte, wollte Abwehrspielerin Nora Holstad Berge im Strafraum den Ball erobern. Plötzlich rutschte sie auf dem nassen Rassen aus und köpfte den Ball hilflos weg. Die mitgelaufene Marie Knutsen nahm ihn und passte gleich nach links zu Elise Thorsnes, die auf Kristine Edner Wæhler ablegte. Sie reagierte am schnellsten und schoss das Leder ins Tor zum verdienten 1-1 Halbzeit-Ausgleich. Die isländische Keeperin Thora Helgadottir hatte keine Chance. |
Elise Thorsnes (links) erzielte in der 86. Minute mit einem Flachschuss ins linke untere Eck den Siegtreffer für Røa. Runa Vikestad konnte dem Ball nur noch hinterhersehen | |
Nach dem Seitenwechsel stürmte das Team von Trainer Dan Eggen weiter und setzte den amtierenden Meister weiter unter Druck. Die Mittelfeldspielerinnen – Lisa Marie Woods, Kristine Lindblom und Ingrid Schjelderup unterstützten meistens die beiden Stürmerinnen, aber die Dynamitegirls standen in der Abwehr viel besser als in der ersten Halbzeit. Besonders verhinderten die amerikanische Nationalspielerin Becky Sauerbrunn und Siri Nordby gegen Rebecca Angus, die einige gute Tormöglichkeiten hatte, ein weiteres Tor von Kolbotn. ![]() Im roten Trikot von Røa verteidigt hier Becky Sauerbrunn, U19-Nationalspielerin der USA, die im Sommer bei Washington Freedom gemeinsam mit Alex Krieger vom 1. FFC Frankfurt in der US-Liga gespielt hat, gegen Ingrid Schjeldrup Dann noch eine schlechte Nachricht für den Erfolgsklub Kolbotn IL, weil Isabell Herlovsen wieder Verletzungsprobleme hatte und vom Platz musste. Für sie kam die 17-jährige Rechtmittelfeldspielerin Camilla Christensen, die sich immer wieder neu motiviert und sich gut entwickelt hat. Nach einigen Minuten spielten die beiden Mannschaften ausgeglichen. Sie schenkten sich nichts und erarbeiten sich etlichen Chancen – sofort ein typisch Oslo-Derby-Fight. Während die Heimmannschaft offensiv spielte, schöpfte die Frauenmannschaft von Røa-Trainer Geir Nordby mit der Einwechselerin, Ex-Kolbotnerin Camilla Huse, wieder Mut und führte immer wieder gefährliche Konter. Die 17-jährige vielsprechende Angriffsspielerin Emilie Bosshard Haavi, die die verletzte Nationalspielerin Lene Mykjåland ersetzte, mit Elise Thorsnes und Guro Knutsen Mienna erarbeiteten sich einige Tormöglichkeiten, doch Torhüterin Helgadottir konnte die Schüsse parieren. In 83. Minute hätte die Ersatzspielerin Miriam Mumtaz das 2-1 für die Kolbotnerinnen erzielen können: als Kristine Lindblom zu Lisa Marie Woods passte, die zwei Abwehrspielerinnen im Strafraum düpierte und zu Mumtaz passte. Die knallte diesen Ball jedoch knapp neben das linke Tor. ![]() Lisa Marie Woods hatte vor einem Jahr beim 1. FFC Turbine Potsdam einen Vertrag unterschrieben. Nach einigen Wochen wurde ihr Vertrag aufgelöst, im Frühjahr wechselte sie zum FC Indiana/USA. Seit September spielt sie jetzt für Kolbotn IL mit Vertrag bis zum Dezember 2009. Sie ist eine sehr erfahrene Spielerin, die sehr dribbelstark und torgefährlich ist. Die neue Nationaltrainerin Eli Landsem nominiert sie für die WM-Qualifikationsrunde gegen die Niederlande und Slowakei. Vier Minuten später versuchten es die Süd-Osloerinnen fortan mit der Brechstange, doch eroberte die geschickte Mittelfeldspielerin Maria Knutsen, die an diesem Tag beste Spielerin war, den Ball und passte eilig zu der Angriff-Nationalspielerin Elise Thornes, die einen Alleingang mit einem Flachschuss ins linke untere Eck |
abschloss – Runa Vikestad kam zu spät. Es war unklar, ob Thorsnes im Abseits gewesen war, der Treffer zählte jedenfalls, und Røa führte mit 1-2. ![]() Die 17-jährige Emilie Bosshard Haavi ist eine junge, kreative Stürmerin von Røa, die in diesem Jahr bei den Pokalspielen viele Tore gemacht hat. Vor kurzem traf sie bei der zweiten Runde des Champions League gegen den englischen Vizemeister Everton LFC zum 3-0 Endstand. Eine gute Nachricht für die neue Nationaltrainerin Eli Landsem ist übrigens, dass die fünf Røa-Spielerinnen (Marit Fiane Christensen, Siri Nordby, Marie Knutsen, Guro Knutsen Mienna und Lene Mykjåland), die vor einem Jahr aus der norwegischen Nationalmannschaft wegen den damaligen Trainern Bjarne Berntsen und Pål Arne Johansen ihren Rücktritt erklärt hatten, bereit sind, wieder für Norwegen zu spielen.
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