WM-QualifikationTraum zum Greifen nahSchweiz - Kasachstan 8:0 (5:0) | ||
Text von Selin Yavuz 24.08.2010 An einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, ist für jede Sportlerin ein grosses Ziel; Die schweizer Fussballerinnen hatten am vergangenen Samstag die Möglichkeit, einen grossen Schritt Richtung WM 2011 in Deutschland zu machen. Die Situation in Gruppe 6 der Qualifikation sah vor dem Spiel die Eidgenossinnen auf Platz 1 mit 3 Punkten Vorsprung und einem Spiel mehr auf Verfolger Russland. Die Kasachinnen lagen abgeschlagen und bisher sieglos auf dem 5. und damit letztem Platz der Gruppe. Es sah also alles nach eine klaren Sache für die Schweizer Nationalmannschaft und einem Fernduell mit den Russinnen aus, die am gleichen Tag in Irland anzutreten hatten. Die Schweiz musste auf US-Legionärin Ramona Bachmann verzichten, die aufgrund einer Gelb-Sperre nicht in die Heimat gereist war. ![]() Zum ersten Mal in der Geschichte des schweizer Frauenfussballs möchte man in eine WM-Endrunde einziehen. Das Spiel fand im Stade Universitaire St.Léonard zu Fribourg, vor 1.100 Zuschauern und bei sommerlichen Temperaturen statt. In der Startaufstellung der Schweizer gab es keine grossen Überraschungen; aufgrund der fehlenden Ramona Bachmann spielte man im Sturm mit Ana Maria Crnogorcevic als Mittelstürmerin und Lara Dickenmann als hängender Spitze. Das Spiel begann fulminant: Martina Moser vom VfL Wolfsburg sorgte schon in der Anfangsphase für viel Wirbel auf dem rechten Flügel. Es dauerte knapp vier Minuten, als die kasachische Torhüterin Irina Saratovtseva das erste Mal hinter sich greifen musste. Nach einer Ecke von BSC Young Boys Spielerin Sandy Maendly konnten die Kasachinnen den Ball nicht weit genug vom eigenen Strafraum klären, sodass Ana Maria Crnogorcevic, Stürmerin des Hamburger SV, einen langen Ball geschickt aus leicht abseitsverdächtiger Position zur 1:0 Führung einnetzen konnte. ![]() Achtmal in 90 Minuten durften die Eidgenossinnen jubeln Knapp drei Minuten später zirkelte Martina Moser erneut einen Eckball, diesmal von der anderen Seite, genau auf die von der kasachischen Abwehr völlig alleingelassene Selina Zumbühl vom FC Zürich; 2:0 für die Schweiz. Nach diesem Doppelschlag schon nach sieben Spielminuten war der Respekt der Kasachinnen noch größer und diese Unsicherheit nutze Martina Moser nach weiteren vier Minuten aus und verwandelte selber zur 3:0 Führung. Nach nur elf Minuten war das Spiel entschieden. |
Am Ende zeigte die Anzeigetafel in Fribourg das klare Ergebniss, welches vor dem Spiel erwartet wurde. | |
|
Die Nationalelf Kasachstans schaffte es nicht, durch das dicht gestaffelte schweizer Mittelfeld zu gelangen. Das 4-4-1-1 Spielsystem der Schweiz machte das Vordringen der Kasachinnen bis zum gegnerischen Strafraum so gut wie unmöglich. Durch die schnellen Flügelläufe von Zumbühl und Moser wurden die Kasachinnen immer wieder tief in die eigene Hälfte gedrängt. Und der Torhunger der Eidgenossinnen war noch lange nicht gestillt. Crnogorcevic sicherte mit zwei weiteren Toren in der 27. Und 44 Minute einen beruhigenden 5:0 Pausenstand. Bemerkenswert die Stärke der Schweizerinnen bei Standards, 3 der 5 Tore in dieser Halbzeit entstanden aus Eckbällen. ![]() Die Standartexpertinnen Martina Moser (links) und Sandy Maendly vor der Ausführung eines Freistosses.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde Danique Stein von SC 07 Bad Neuenahr eingewechselt. Somit standen gleich fünf Spielerinnen der 1. Bundesliga Deutschlands auf dem Feld. Die Schweizerinnen schalteten aufgrund des komfortablen Halbzeitergebnisses den ein oder anderen Gang herunter und trotzdem konnten die torhungrigen Moser und Crnogorcevic mit je einem Tor in der 56. Und 57 Minute auf 7:0 erhöhen. In der 77. Spielminute schoss die Wahlhamburgerin Ana-Maria Crnogorcevic ihr fünftes und letztes Tor an diesem Nachmittag. Die Schweiz gewann hochverdient mit 8:0 gegen eine überforderte kasachische Mannschaft, wobei der Sieg aufgrund der Vielzahl der hochkarätigen und leichtfertig vergebenen Chancen hätte noch deutlicher ausfallen können / müssen. |
![]() Ein seltenes Bild; die kasachische Nationalelf bei der Ausführung eines Freistosses vor dem schweizer Tor Mit Standing Ovations bedankte sich das Publikum in Fribourg für die torreiche und gute Partie ihrer Nationalelf. Die Mannschaft von Trainerin Béatrice von Siebenthal präsentierte sich auch ohne Starspielerin Ramona Bachmann von ihrer besten Seite und erhöhte die Hoffnungen auf die erste WM-Teilnahme der Frauenfussballgeschichte. Dieser ungefährdete und souveräne Sieg zum Ende in der Gruppenphase in der WM-Qualifikation bringt Selbstvertrauen und den nötigen Schwung für die schwere Playoff-Phase. Es sei noch erwähnt, dass die Russinnen in Irland nicht über ein 1:1 hinauskamen. Im September beginnen die Playoffs; das FanSoccer-Team bleibt dran.
Schweiz:
| |