Text und Bilder von Michael Geist
>> Interview in English
26.01.2008
Zunächst erst mal herzlichen Dank für Eure Bereitschaft zu diesem Interview und herzlichen Glückwunsch zur norwegischen Meisterschaft.
Bitte erzählt uns ein bisschen über Euch. Wann habt Ihr mit dem Fußballspielen begonnen?
Guro: Ich habe mit 6 Jahren begonnen, für Kattem zu spielen. Ich habe schon immer gerne mit meinen Freunden in meiner Freizeit Fußball gespielt. Jetzt studiere ich Medizin und spiele außerdem noch Fußball. Die wenige Freizeit, die ich habe, verbringe ich mit meinem Freund und meinen Freunden.
Marie: Ich bin 25 Jahre alt und habe bereits als kleines Mädchen angefangen Fußball zu spielen. Damals habe ich alle möglichen Sportarten gemacht, aber als die Entscheidung auf eine Sportart anstand, habe ich mich selbstverständlich für Fußball entschieden. Neben dem Fußball studiere ich Psychologie und auch für mich ist es wichtig, mich mit Freunden zu treffen und Zeit mit meiner Familie zu verbringen.
Wie bekommt Ihr Beruf/Studium und Fußballspielen unter einen Hut?
Marie und Guro: Aufgrund des Fußballs mussten wir eine Klasse wiederholen. Durch die verlängerte Schulzeit hatten wie genug Zeit für beides – Fußball und Schule. Außerdem versuchen wir unseren Tag gut zu strukturieren und die Zeit effektiv zu nutzen.
Was war das schönste Erlebnis in eurer bisherigen Fußballkarriere?
Guro: Das war, als wir im Finale für Røa 2006 gewannen. Das war absolut toll!
Marie: Auch für mich war dies ein besonderer Augenblick, aber auch Silber bei der EM für Norwegen zu gewinnen, war etwas besonders für mich. Meine erste Europameisterschaft mit der Nationalmannschaft war eine großartige Erfahrung.
 Guro Knutsen mit ihrer Meisterschaftsmedaille am 3.11.2007
Könnt Ihr uns etwas über Euren Verein Røa IL erzählen?
Marie und Guro: Røa ist ein toller Verein, mit jeder Menge netten und lustigen Mädels und einem großartigen Coach, der uns dazu bringt, guten Fußball zu spielen und dabei viel Spaß zu haben. Røa bedeutet für uns jede Menge Spaß und eine tolle Zeit.
Vor der Weltmeisterschaft 2007 hielt das Kopf-an-Kopf-Rennen in der Meisterschaft zwischen Kolbotn und Røa an und danach verlor Kolbotn zweimal, bei Klepp und in Trondheim, und damit war Røa norwegischer Meister. War es für etliche Leute überraschend?
Marie und Guro: Kolbotn war zwar der Favorit, aber wer uns über die Saison verfolgt hat, wusste, dass unsere Leistung stabil ist und dass wir es schaffen können.
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Marie Knutsen am 24.6.2007 im Spiel ihres Røa IL gegen den großen Rivalen Kolbotn IL am Ball verfolgt von Isabell Herlovsen
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Einen Spieltag vor Saisonende konnte sich Røa IL also bereits zum zweiten Mal als norwegischer Meister feiern lassen. Doch eine Woche später verlor der frisch gebackene Meister das letzte Saisonspiel bei Kolbotn IL mit 1:5. War es eine bittere Niederlage?
Marie und Guro: Es ist immer schwer zu verlieren, aber da wir bereits Norwegischer Meister waren, haben wir dies schnell vergessen und einfach die gute Saison gefeiert. (Beide lachen)
 Auch Marie Knutsen konnte sich über den Gewinn der norwegischen Meisterschaft freuen
Ihr habt mit dem norwegischen Nationalteam in China den vierten WM-Platz erreicht. Überwiegt heute, drei Monate später, die Enttäuschung, so nahe am Titel gewesen zu sein oder doch die Freude darüber, damit die Qualifikation für Olympia dieses Jahr in China errungen zu haben?
Guro: Beides!
Guro, Du warst im Aufgebot für die WM 2007 in China, aber Du hast nicht oft gespielt, obwohl es für dich sehr gut in der Toppserien gelaufen war…
Ehrlich gesagt, war ich ziemlich überrascht, dass ich bei der WM in China für Norwegen nominert wurde und hatte daher anfangs keine großen Erwartungen zu spielen. Aber als die Spiele schließlich begannen, wollte ich auch aufs Spielfeld und mitspielen. Es macht einfach keinen Spaß, das Spiel vom Spielfeldrand anzuschauen.
Marie, hast Du dich gefreut, als deine Schwester beim Spiel gegen Australien eingewechselt wurde?
Es war großartig. Ich habe mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass Guro als Einwechselspielerin dabei ist. Ich weiß, wie gerne sie Fußball spielt und habe mich so für sie gefreut. Es ist etwas ganz besonderes, in einem Weltmeisterschaftsspiel mit der eigenen Schwester zu spielen, so dass es ein besonderer Moment
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für uns beide war. Ich war sehr stolz auf sie und denke, dass sie wirklich gut war.
Nun zu einem anderem Thema, die erste Norwegerin, Leni Larsen Kaurin, wechselt von Asker FK zum 1. FFC Turbine Potsdam nach Deutschland. Wie würdet Ihr reagieren, wenn ein deutscher Verein anfragt, ob Ihr in der Bundesliga spielen wollt?
Marie und Guro: Über solch ein Angebot würden wir sicher nachdenken, doch im Moment haben wir noch unser Studium und unsere Familien in Norwegen. Außerdem gibt es derzeit auch noch genug Herausforderungen hier zu bewältigen.
Wer ist Euer Favorit für den nächsten Meistertitel?
Guro: Røa!!! (lacht)...., aber ich denke, es wird ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Asker und Kolbotn.
Marie: Ich hoffe natürlich, dass Røa Meister wird, aber Asker und Kolbotn sind beides wirklich gute Teams, so dass es sehr spannend werden wird.
Was sind Eure kommenden Saisonziele?
Guro: Ich möchte mich weiterentwickeln und eine wichtige Spielerin für Røa sein. Außerdem möchte ich bei den Olympischen Spielen für Norwegen spielen und dazu beitragen, dass Norwegen eine Medaille gewinnt.
Marie: Ich hoffe, dass ich für Røa als auch für Norwegen gut spiele und zu Siegen beitragen werde, so dass beide Teams ein paar Medaillen gewinnen.
 Guro Knutsen freut sich schon auf spannende Zweikämpfe im Kampf um die norwegische Meisterschaft, so wie hier am 24.6.2007 gegen Camilla Huse im Spiel gegen Kolbotn
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