Text von Marion Kehren
Bilder von Katrin Müller
03.08.2009
Fußball ist in den arabischen Ländern recht populär, wenn es sich dabei um Männerfußball handelt. Aber wenn es sich um Frauenfußball dreht, ist es oftmals schwer, die richtige Akzeptanz zu erreichen. Selbst für die ägyptische Fußballnationalmannschaft der Frauen, die dem ägyptischen Fußballverband - Egyptian Football Association - untersteht, scheint es ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Als man aber im Jahre 1998 erstmals an der Afrikameisterschaft teilnahm setzte man sich große Ziele.
Doch spätestens mit der Nichtqualifikation für die Afrikameisterschaft 2006 und die Weltmeisterschaft 2007 ist wohl den Funktionären jegliche Lust am Frauenfußball vergangen und die Vorreiterin des ägyptischen Frauenfußballes Dr. Sahar El Hawary stand auf verlorenem Posten. Jedenfalls wurde in den letzten 18 Monaten kein Länderspiel mehr ausgetragen und deshalb wird Ägypten in der aktuellen Weltrangliste auch nicht mehr geführt. Trotzdem ist und bleibt es eine Ehre für jede Spielerin, ein Teil der Nationalmannschaft zu sein.
 Die ägyptische Nationalspielerin Sara Hassanin vor ihrem Interview für FanSoccer
Während des Trainingslagers des ADHFC – Abu Dhabi Health and Fitness Club hatte ich die Gelegenheit, mit der ägyptischen Nationalspielerin Sara Hassanin (26 Jahre) ein kurzes Interview zu führen:
Sara, danke dass du dir ein paar Minuten für uns Zeit nimmst. Wie geht es dir und seit wann spielst du in Abu Dhabi?
Hallo Marion, gern geschehen! Danke, mir geht es sehr gut. Die Schule und mein Studium habe ich beendet und spiele jetzt bereits seit 4 Jahren in Abu Dhabi. Hier habe ich alles was ich brauche und fühle mich sehr wohl hier.
Wo lebt deine Familie? Lebt sie mit dir in Abu Dhabi oder in Ägypten? Siehst du sie oft?
Nein, meine Familie lebt nach wie vor in Kairo und ich wohne alleine in Abu Dhabi. Manchmal ist es schon ein bisschen schwer. Weißt du manchmal braucht man seine Familie einfach wenn es einem schlecht geht. Wenn es mir möglich ist besuche ich sie 1-2 Mal im Jahr; denn sie haben nicht die finanziellen Mittel um mich zu besuchen.
 Auch die ägyptische Nationalspielerin hört, genau wie Kollegin Danya Wakfi, auf das Komando von Ex-Nationaltrainerin Tina Theune und geniesst dies Trainingseinheit
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Sara Hassanin beim Trainingsspiel, mit sichtlich viel Spaß, zwischen ihren Teamkolleginnen beim ADHFC Nachida Al Eifa und Hamda Al Falasi
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Wie kam es dazu, dass du zum Abu Dhabi Health and Fitness Club gewechselt bist?
Man hatte mir damals angeboten als Profi in der Damenmannschaft zu spielen und ich nahm das Angebot dankend an. Es gibt zwar in Ägypten eine gute Liga, aber der Reiz in die Emirate zu wechseln war größer. Hier habe ich eine Wohnung und kann mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren. In Ägypten gibt es zwar jetzt einige Vereine die professioneller arbeiten und auch dafür Sorge tragen, dass die Spielerinnen mit Trainingsbekleidung und Trikots ausgestattet werden, aber die Liga ist noch nicht ausgeglichen genug.
Was sagst du zur aktuellen Situation der Nationalmannschaft? Was erhoffst du dir für die Zukunft?
Es stimmt mich schon ein wenig traurig, dass wir zurzeit keine Länderspiele bestreiten, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Wer weiß, vielleicht schafft es Dr. Sahar El Hawary, das umzusetzen was sie schon in der nationalen Liga geschafft hat. Es wäre schön, wenn wir erfolgreich spielen würden, denn gute Spielerinnen haben wir in Ägypten. Natürlich werden wir niemals das Ansehen der Männernationalmannschaft erreichen, aber so wie es jetzt ist, ist es sehr schade.
 So wie hier während eines Regengusses beim Training in Deutschland Sara Hassanin, steht die ganze ägyptische Nationalmannschaft der Frauen derzeit im Regen. Hassanin hofft, dass es bald wieder anders wird und das Team wieder spielen kann!
Gibt es einen Grund für den Rückzug?
Dazu möchte ich nichts sagen.
In der Nationalmannschaft spielst du links im vorderen Mittelfeld. Spielst du dieselbe Position auch beim ADHFC?
In der Regel spiele ich diese Position, aber wir trainieren auch andere Positionen. Die Trainerin möchte, dass wir möglichst flexibel sind. Das macht richtig viel Spaß, zumal wir dann auch in der Lage sind unser Spiel zu variieren.
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Möchtest du nochmals nach Ägypten oder in ein anderes Land, vielleicht sogar in die deutsche Liga, wechseln?
Hm, in Schweden ist es kalt, oder? *lacht* Nein, ich habe in Abu Dhabi alles, was ich brauche, und jetzt wo es wirklich so aussieht, als würde bald eine nationale Liga gegründet werden, möchte ich natürlich erst Recht hier bleiben. Natürlich hat man auch Träume und das ist auch gut so. Ich möchte so lange wie möglich Fußball spielen. Was ich danach mache weiß ich nicht, darüber mache ich mir noch keine Gedanken.
 Am Ende des letzten Freundschaftsspieles sind alle müde aber glücklich. Von links: Nachida Al Eifa, Hakima Bouchetta und Sara Hassanin
Und was hältst du von euerem Trainingslager in Deutschland?
Es ist klasse hier und es macht richtig Spaß über einen längeren Zeitraum so ausgiebig zu trainieren und Erfahrungen zu sammeln. Noch mehr freue ich mich aber über die vielen Freundschaftsspiele, dass gefällt mir richtig gut. Ich habe hier viele nette Leute kennen gelernt und hoffe, dass wir wiederkommen werden.
Sara, du musst aufs Spielfeld! Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute und ich drücke dir die Daumen, dass deine Wünsche in Erfüllung gehen!
Vielen Dank, bis zum nächsten Mal!!
FanSoccer-Bericht von 2007: Ägyptische Nationalmannschaft zu Gast
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