Text + Fotos: Volker Lieberum
22.12.2005
Eine Episode meines schwedischen Kurztrips Anfang Oktober fehlte bisher noch.
Nachdem ich am Sonntag beim Halbfinalspiel QBIK - Djurgården/ Älvsjö war und anschließend Jennifer Meier interviewt hatte, gönnte ich mir am Montag einen fußballfreien Tag.
Schweden besitzt ja nicht nur tolle Frauenfußballteams und wunderbare Menschen, sondern auch unheimlich schöne Landschaften. So machte ich mich nach dem Frühstück erst einmal auf und fuhr zu Schwedens größtem See, dem Väner. Hier hielt ich meine Hände in das Wasser und spielte mit den Wellen.

Am Ufer des Väner bei Säffle
Danach machte ich mich nach Norden auf um in das Naturreservat "Glaskogen" zu fahren um hier eine kleine Wanderung zu unternehmen und die Landschaft zu genießen (ein Tipp für jeden Naturliebhaber).
Am Folgetag verließ ich Säffle um in Göteborg einen Zwischenstopp vor dem zweiten Halbfinale Malmö - Umeå am Mittwoch ein zu legen. Auf der Fahrt legte ich auch oft eine Pause ein, um die Gegend zu bewundern, so z.B. den Dalsland - Kanal.

Am Dalslandkanal
Nachdem ich mein Gepäck im Hotel in Göteborg untergebracht hatte, machte ich mich auf den Weg zu Jessica Julin, die mich mit zum Training ihrer Mannschaft
Kopparbergs/ Göteborg nehmen wollte.
Nach einer wilden Fahrt (eine Entschuldigung an den schwedischen Fahrer, den ich einfach geschnitten hatte) durch Göteborg, immer hinter dem Mini von Lisa Ek her, trafen wir pünktlich um 17:00 mit den anderen zum Training zusammen.

Torhüterinnen Training Maria Edman und Bodil Sjans
Die Mannschaft lief sich warm,

Maria Karlsson und Frida Thydén beim Warmlaufen
während Martin Pringle, der Trainer, mit der Co-Trainerin Camilla Browaldh, die Trainingseinheiten absprach. Hütchen-Laufen, Ball-Abspielen, Angriff-Abwehr-Sequenzen-Übung etc. standen heute auf dem Plan. Den Abschluss bildete eine kleine Spieleinheit gegeneinander.
Die Rückfahrt, diesmal folgte ich dem silbernen Peugot von Lotta Schelin, verlief dann nicht mehr so hektisch. Nachdem die Mannschaft sich geduscht und umgezogen hatte, luden sie mich zum Essen ein. Jessica bestellte für mich den besten Lachs, den ich in meinem Leben gegessen hatte.
Anfang Dezember unterhielt ich mich noch einmal mit Martin Pringle, dem Trainer von Kopparbergs/ Göteborg, der früher selbst Profifußballer war.
FanSoccer: Hej Martin, wie bist du als Fußballprofi Trainer einer Frauenmannschaft geworden?
Martin Pringle: Ich wurde der Trainer des Frauenteams, weil sie mich gefragt haben. Das hört sich vielleicht ganz einfach an, aber lach nicht, das war wirklich so. Außerdem hatte ich zu der Zeit nicht viele andere Angebote und es war damals das Beste.
Würdest du dich bitte unseren deutschen Lesen vorstellen.
Mein Name ist Martin Pringle, ich bin am 18.11.1970 geboren und bin der Trainer von Kopparbergs/ Göteborg.

Martin Pringle stimmt sich mit seiner Co-Trainerin Camilla Browaldh ab
Ich habe ziemlich spät mit der Karriere als Fußballspieler begonnen. Mit 20 verließ ich meinen Verein, der in der 5. Division spielte und schloss mich einem Club in der 3. Division an. Es war ein ziemlich gutes Team, doch spielten sie nie höher als in der 3. Division.
In meinem ersten Jahr saß ich die meiste Zeit auf der Bank und lernte von dort die Spielweise in der höheren Liga.