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Zurück in Vimmerby

Traumfußball zum Rückrundenstart

Vimmerby IF - Mariebo IK 6:0 (2:0)

Text und Fotos: Volker Lieberum
15.08.2007   

Hier war ich also nach drei Jahren, zurück in Vimmerby. Einiges hat sich verändert, das neue Industriegebiet im Süden, neue Geschäfte und auch einige neue Verkehrskreisel, trotzdem hatte man das Gefühl, eigentlich nie weg gewesen zu sein.
So ginge es mir auch als ich die lokale Damenmannschaft, wie ich zu Anja Mittag einmal sagte, meine Lieblingsmannschaft, besuchte. Viele neue Gesichter befinden sich im Team, doch viele vertraute sind auch dabei.

 Lina Simonsson

"Meine Pippi" von 2004 ist noch dabei, Lina Simonsson

Nun stand ich wieder auf dem Rasen des Vimmervallen und sollte VIFs erstes Spiel in der Rückrunde, nach langer Sommerpause (11.06. - 05.08.07), und gleich gegen einen starken Gegner, Mariebo ist Mitkonkurrent um den ersten Tabellenplatz (1. Husqvarna, 2. Vimmerby, 3. Mariebo, …), das Hinspiel wurde 0:1 verloren, erleben. Per Sigvardsson, mit dem ich über Internet Kontakt habe, meinte, mit mir würde das schon gut gehen.

Etwas skeptisch war ich schon als ich zum Sportplatz fuhr, denn Vimmerby hatte die Premiere, mit einem Trainingsspiel ein paar Tage zuvor, gründlich in den Sand gesetzt. Gegen Rödsle BK, einem Verein aus der Nachbarliga der 2. Division, verlor man 0:3 und ich dachte, die Mannschaft nicht wieder zu erkennen. Zwar lief das Spiel im Sturm ganz gut, Sara Stridh hatte einmal Pech, dass sie nur den Pfosten traf; doch ansonsten lief nicht viel zusammen. Es fehlte am internen Zusammenspiel und die Hintermannschaft war auch ziemlich wacklig. Man versuchte unruhig den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen, so dass er nicht den Mitspieler sicher fand, sondern wie eine Flipperkugel unkontrolliert von Freund und Gegner abprallte und so zwei Chancen für die Gäste ermöglichte. Diese nutzten die Unruhe in der Defensive gnadenlos und so war die Heimmannschaft nach gerade 12 Minuten 0:2 im Rückstand.
Vom Mittelfeld gingen zudem keine großen Ideen aus, teilweise schlug man den Ball sofort nach vorne.

 Anna_Rundgren

Neben Cornelia Lindgren und Sara Stridh überzeugte auf ungewohnten Sturmposten Anna Rundgren

Einigermaßen zufrieden konnte man nur mit den Offensivkräften sein, auch wenn ihnen kein Treffer gelang.

So stand ich also nun etwas verunsichert am Sonntag auf dem Rasen, als Richard Idemark die Partie bei herrlichem, sonnigem Wetter vor 116 Zuschauern anpfiff. Mariebo hatte Anstoß, doch sofort wurden sie von der Heimmannschaft attackiert, die dieses Mal konzentrierter in die Partie ging. Von Anfang an wollte man dem Gegner klar machen, wer heute das Sagen haben würde. Schon in der 3. min. schickte Mannschaftsführerin Cornelia Lindgren ihre Sturmpartnerin Sara Stridh mit einem glänzenden Pass vom Mittelfeld aus nach vorne. Sara, die hier ihre Laufschnelligkeit einsetzte, enteilte zwei Gegenspielerinnen und rannte alleine mit dem Ball auf das Gehäuse von Hanna Bergström zu. Im Strafraum zog sie dann ab und verwandelte eiskalt zum 1:0.

 Sara Stridh, Hanna Bergström

Schon sehr früh überwand Sara Stridh Hanna Bergström und schießt das 1:0

Während Vimmerby jubelte, waren die Gäste durch den frühen Treffer geschockt.

 Emma Olofsson

Ein vertrautes Gesicht, Emma Olofsson, als offensive, rechte Mittelfeldspielerin

Auch in der Folgezeit hatte das Heimteam mehr vom Spiel und setzte immer wieder gefährliche Aktionen über die Außen Emma Olofsson (rechts) oder Lovisa Ingström (links)

 Lovisa Ingström, Julia Lindster

Gute Akzente setzte die linke Mittelfeldspielerin Lovisa Ingström, hier gegen Julia Lindster
Vimmerby IF

Vimmerby IF 2007:
oben (l-r): Per Sigvardsson, Micael Lindgren, Matilda Sundberg, Sara Green, Felicia Lindgren, Sara Stridh, Terese Torenfält, Hanna Ericsson, Emelie Nilsson, Cornelia Lindgren, Lina Simonsson
unten (l-r): Jörgen Karlsson, Johanna Lundberg, Emma Pettersson, Caroline Phalén, Linn Carlsson, Anna Rundgren, Lovisa Ingström, Emma Olofsson

sowie Cornelia Lindgren, die ihrerseits Sara Stridh in der Spitze schickten. Doch zunächst blieb es beim Ein-Tore-Vorsprung.

 Cornelia Lindgren, Helena Nilsson

Cornelia Lindgren war, wie hier mit Helena Nilsson, so gut wie gar nicht zu halten.

Nach etwa einer halben Stunde schaltete Vimmerby einen Gang zurück und damit gelang es auch den Gästen einmal einige Spielzüge nach vorne zu organisieren. Dabei konnten sie aber die Heimmannschaft nicht überlisten, die heute eindeutig besser als im Testspiel organisiert war. Entweder hatte man dort geblufft oder aber Jörgen Karlsson, Vimmerbys Trainer, hatte in der Zwischenzeit noch gute Arbeit geleistet. Zudem spielte man besser auf die eigenen Mitspielerinnen ab oder schickte das Leder auch ruhig einmal ins Aus, um die Hektik aus dem Spiel zu nehmen.

Die größte Chance bot sich Mariebo etwa in der 35. min. als über einen Freistoß von Anna Hassel über die rechte Seite der Ball gefährlich in den Strafraum kam. Dort trudelte er vor dem Tor herum und Sandra Claesson hätte das Leder nur noch an der schon am Boden liegenden VIF Torhüterin Terese Torenfält vorbei ins leere Tor einschieben müssen. Doch im Nachfassen machte Terese diese Gelegenheit unschädlich.

 Johanna Lundberg, Sandra Claesson,Terese Torenfält, Sara Green

Sandra Claesson hätte hier den Ausgleich erzielen können, doch Terese Torenfält rettete im Nachfassen. Johanna Lundberg und Sara Green brauchten nicht mehr ein zu greifen.

Jetzt legte Vimmerby wieder eine Schippe zu, denn man wollte den Vorsprung sichern. Es war wieder die Spielführerin, die das nächste Tor einleitete. Cornelia Lindgren eroberte sich im Mittelfeld den Ball von Elin Arnklint und stürmte mit ihm, ohne das die sie verfolgende Arnklint ihr richtig gefährlich werden konnte, über rechts nach vorne, bis in den Strafraum hinein. Auf der Höhe des Elfmeterpunktes sieht sie die von links kommende Sara Stridh und passt ihr die Kugel vor der sie angreifenden Marie Berggren zu. Da sich auch die Torhüterin auf die anstürmende Lindgren konzentriert hatte, hätte Sara das Leder todsicher einschieben brauchen. Irgendwie schaffte es ihre Verfolgerin Julia Lindster noch sich in den Schuss zu werfen und ihn abzublocken. Doch Stridh hatte einmal Blut geleckt und wollte diesen Ball im Netz versenken, deshalb eroberte sie sich ihn zurück und jagte ihn unhaltbar für Hanna Bergström ins linke untere Eck. 2:0 führte Vimmerby in der 38. min.

 Julia Lindster, Sara Stridh, Marie Berggren, Hanna Bergström

Sara Stridh setzt sich durch und macht das 2:0 für Vimmerby. Julia Lindster, Marie Berggren und Hanna Bergström sind chancenlos.

Kurz vor der Pause jagte Sara Stridh noch einmal völlig alleine auf das Gästetor an, doch diesmal ging ihr Schuss, an der schon überwunden Gästetorhüterin, nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Beruhigt ging man mit dem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine.

War es in der ersten Hälfte Cornelia, die Sara zum Tore schießen schickte, so tauschten die beiden Stürmerinnen nach der Pause die Rollen. Nun sollte es die Torschützin der ersten Hälfte sein, die über die Außen ihre Mannschaftsführerin in Szene setze.

Doch zunächst fasste sich Mittelfeldspielerin Matilda Sundberg nach fünf Minuten ein Herz und überwand überraschend mit einem satten Distanzschuss Mariebos Keeperin Bergström zum 3:0 für Vimmerby.

 Mathilda Sundberg, Sara Stridh

Sara Stridh beobachtet, wie Mathilda Sundberg zum 3:0 Treffer ansetzt.

Kaum hatten die Gäste durchgeatmet und den Anstoß ausgeführt, wurde es für sie schon wieder brenzlig. Links wurde Sara Stridh geschickt und wie Cornelia beim zweiten Tor, stürmte sie nach vorne und zog die Abwehrspielerin Elin Arnklint mit nach außen. Obwohl Marie Berggren den Raum für ein direktes Abspiel auf Lindgren abdeckte, wisch diese etwas nach rechts aus, da hier keine Gästedefensive sicherte und erhielt damit genügend freien Raum. Sara stoppte ebenfalls im Strafraum, auf Elferhöhe und schob der freien


Mitspielerin den Ball zu.

  Elin Arnklint, Cornelia Lindgren, Marie Berggren, Sara Stridh

Zwischen Elin Arnklint und Marie Berggren hindurch gibt Sara Stridh die Vorlage für Cornelia Lindgren, der das 4:0 gelingt.

In Ruhe nahm Cornelia Lindgren das Leder auf und beförderte es gekonnt zum 4:0 ins Netz.

Mariebo hatte bei diesem Spielstand nicht mehr viel dagegen zu setzen und die 2 - 3 Schüsse über das Heimteam Tor sorgten für kein großes Herzflattern unter den Vimmerbyer Anhängern. Dafür setzten sie Stridh und Lindgren weiterhin in Entzücken. Cornelia zirkelte nicht nur dreimal den Ball an den Pfosten, sondern machte noch zwei weitere Treffer und erzielte damit an diesem Mittag einen lupenreinen Hattrick.
In der 78. min. gab ihr, die mittlerweile eingewechselte, Caroline Phalén dazu die Vorlage, während es wenige Sekunden später, beim 6:0, abermals Sara Stridh war, die ihr das Leder dazu auflegte. Cornelia spielte etwa an der Strafraumgrenze etwas mit dem Ball und schlenzte ihn dann ganz locker über die Torhüterin Bergström hinweg in den Kasten.

  Cornelia Lindgren

Kurz spielte Cornelia Lindgren mit dem Ball, dann zirkelte sie ihn zum 6:0 ins Netz.

Bei diesem halben Dutzend blieb es dann bis Ende des Spieles. Vimmerby zeigte an diesem schönen Sommertag Supertore, wie aus dem Lehrbuch, bot Traumfußball vom aller Feinsten und deklassierte damit einen Mitkonkurrenten um den Titel nach Strich und Faden. Ich denke in dieser Form hätte auch der ein oder andere aus der Damallsvenskan an diesem Tag alt gegen die Vimmerbyer Damen ausgesehen.
Ohne die Leistung der Mannschaft zu schmälern, möchte ich doch Cornelia Lindgren, die auch zur Spielerin des Tages gewählt wurde, sowie Sara Stridh hervorheben, die alleine fünf der sechs Treffer erzielten und zugleich hauptsächlich an der Vorbereitung beteiligt waren. Mit diesen beiden besitzt Vimmerby ein Traum-Sturm-Duo, das in dieser Saison zusammen schon 21 von 32 Toren erzielte und um das sie so Mannschaft beneiden wird.

  Vimmerby IF, Mariebo IK

Gratulation an die Gewinner

Der Gästetrainer Thomas Oskarsson sagte nach dem Match, dass seine Mannschaft zu keinem Zeitpunkt der Partie zum Spiel fand, da Vimmerby heute eine Klasse besser gewesen sei. Alle seine Spielerinnen könnten mehr als sie heute gezeigt hätten.

Jörgen Karlsson, Vimmerbys Coach, zeigte sich sehr mit der Leistung seines Teams zufrieden. "Wenn wir mit dieser Einstellung auf den Platz gehen und so unseren Job tun, können wir auch gegen andere stärkere Mannschaften gewinnen, meinte er. Mit etwas Glück hätte wir auch zweistellig vom Feld gehen können."

Interessant dürfte sein, ob Vimmerby auch den Tabellenplatz Ersten, Husqvarna FF, zu Hause, am 01.09.07, schlagen kann, um den Stein für die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die 1. Division zu schaffen.

Vimmerby If:
Torenfält - Rundgren, Green, Lundberg, Carlsson (Simonsson, 64.') - Olofsson, Petterson, Sundberg (Ericsson, 57.'), Ingström (Phalén, 64.') - Stridh (Nilsson, 83.'), Lindgren

Mariebo IK:
Bergström - Olsson, Nilsson, Berggren, Hassel, Petersson, Håkonsson, Johansson, Magnusson, Lindster, Arnklint, Claesson, Alfheim, Nordström

Schiedsrichter: Richard Idemark

Tore:
1:0 Stridh
2:0 Stridh
3:0 Sundberg
4:0 Lindgren
5:0 Lindgren
6:0 Lindgren

Zuschauer: 116


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