Frauenfußball InternationalVerdienter Sieg für Banyana BanyanaSchweiz - Südafrika 2:3 (0:2) | ||
Text und Bilder von Michael Geist 29.07.2009 Am letzten Spieltag des Viernationen-Turniers in Amsterdam trafen am 15. Juli 2009 die Schweiz und Südafrika aufeinander. Es war für die Schweiz das erste Länderspiel überhaupt gegen eine Auswahl aus dem afrikanischen Kontinent. Beide Teams hatten ihre ersten beiden Spiele bei diesem Turnier gegen China und die Niederlande verloren, so dass es nun darum ging, wer die rote Laterne des Tabellenletzten noch an die jeweils andere Mannschaft würde abgeben können. Vor allem aber ging es natürlich für beide Teams darum, internationale Erfahrung zu sammeln gegen einen Gegner, der vom jeweiligen Standpunkt aus gesehen exotischer kaum sein konnte. Auf der Website des Schweizer Verbandes wird als erstes Länderspiel der Schweiz im Frauenfußball ein 2:2 gegen Frankreich am 7.5.1972 angegeben. Seitdem brachte es die Schweiz auf 190 Ländespiele, 46 Siegen stehen 112 Niederlagen gegenüber (32 Unentschieden), das Torverhältnis beträgt 201 : 413. In der Weltrangliste der FIFA rangieren die Schweizer Frauen auf Platz 26. Südafrika belegt Rang 55. Frauenfußball wird in Südafrika erst seit gut 20 Jahren gespielt. Südafrikanische Teams standen schon mehrfach kurz vor der Qualifikation für die Frauen-Weltmeisterschaft oder die Jugend-Weltmeisterschaft, doch trotz der Teilnahme an den vergangenen fünf Afrika-Frauenmeisterschaften ist es ihnen bis heute nicht gelungen, diese Ziele zu erreichen. ![]() Die „Banyana Banyana”, die Nationalmannschaft Südafrikas, vor dem Spiel gegen die Schweiz Dabei hat Südafrika schon einige ganz große Spielerinnen hervorgebracht: Zuletzt kam Portia Modise bei der Wahl zu Afrikas Fußballerin des Jahres 2006 unter die besten Drei. Sie ist die bislang letzte in einer Reihe populärer südafrikanischer Fußballerinnen, sie folgt damit der ehemaligen Kapitänin Desiree Ellis, die inzwischen als Fernsehexpertin Erfolge feiert, und Gloria Hlalele, die zunächst Berühmtheit erlangte, weil sie in einer Männermannschaft mitspielte, und die später eine eigene Mannschaft besaß und trainierte, die bis in die höchste Amateurliga vordrang. Eine besondere Note brachte die Person des südafrikanischen Trainers in die Begegnung Schweiz - Südafrika: Seit 2006 ist August Makalakalane Nationaltrainer der „Banyana Banyana”. Makalakalane ging im Jahr 1989 in die Schweiz, wo er für die Topvereine FC Baden und FC Zürich spielte. Erst 1996 kehrte der vielfache südafrikanische Nationalspieler (Afrikameister) in seine Heimat zurück - und wurde später Trainer eben jener Frauennationalmannschaft, mit der er nun in Amsterdam gegen die Schweiz antreten sollte. August Makalakalane steht für eine neue Generation von Trainern in Afrika, die aus dem eigenen Land kommen, aber Auslandserfahrung mitbringen. Die Südafrikanerinnen haben sich unter seiner Regie gut entwickelt und schoben sich in den letzten beiden Jahren in der Weltrangliste um fast zwanzig Plätze nach vorne, vor kurzem machte das Team beim Turnier in Zypern durch einen 2:0-Sieg gegen Schottland auf sich aufmerksam. ![]() Rang 26 in der FIFA-Weltrangliste: Das Nationalteam der Schweiz vor seinem ersten Spiel gegen eine Mannschaft vom afrikanischen Kontinent Die Schweiz werden seit 2004 von Béatrice von Siebenthal trainiert. Bisher konnte sich die Schweiz noch für keine Welt- oder Europameisterschaft qualifizieren, man strebt jedoch an, demnächst zu den zehn besten europäischen Mannschaften zu gehören. Im Kader der Schweiz finden sich etliche Spielerinnen mit Auslandserfahrung, darunter einige, die von deutschen Erstligisten her bekannt sind: Torhüterin Marisa Brunner (SC Freiburg), die an diesem Tag aber durch die gerade von Turbine Potsdam zum Hamburger SV gewechselte Keeperin Gaëlle Thalmann vertreten wurde, Rahel Graf, die ebenfalls in Freiburg spielte, sowie die dort immer noch aktive Martina Moser. Vanessa Bürki spielt beim FC Bayern München, Lara Dickenmann bei Olympique Lyonnais in Frankreich, Ramona Bachmann bei Umeå IK in Schweden. Auf die Topstürmerin Bachmann musste die Schweiz allerdings gegen Südafrika |
In dieser Szene der 32. Minute hätte leicht die Schweiz in Führung gehen können. Caroline Abbé (ganz rechts) köpfte über Südafrikas Keeperin Mukondeleli Mulaudzi Richtung Tor, doch Simphiwe Dludlu erwischte den Ball noch auf der Linie. Statt der Schweiz schoss dann neun Minuten später Südafrika die Führung, und das Spiel nahm die entscheidende Wendung. | |
verzichten, denn diese ist noch für die U19 spielberechtigt und nahm zeitgleich an der EM-Endrunde in Weißrussland teil - sehr zum Leidwesen der deutschen U19, die durch eine 0:3 Niederlage gegen die Schweiz in der Gruppenphase ausschied - ein Tor steuerte Ramona Bachmann dazu bei.
![]() Isabelle Meyer (li.) im Zweikampf mit Mamphashe Popela, der später der Führungstreffer für Südafrika gelang Zwischen der 35. und 39. Minute war der Ball dann zweimal hinter der Linie des südafrikanischen Tores, doch der niederländische Schiedsrichter gab beide Tore nicht: nach toller Vorarbeit von Sandy Mändly bekam die starke Stürmerin Abbé den Ball und schoss das erste Tor, nur leider wurde es wegen klarer Abseitspostion nicht gegeben. Nur wenig später wurde ein Kopfballtor der torhungrigen Abbé nach Flanke von Lara Dickenmann ebenfalls wegen Abseits nicht anerkannt. Da fiel Trainer Makalakalane ein Stein vom Herzen. Die afrikanische Equipe blieb jedoch immer wieder bei Kontern gefährlich und spielte selbst mutig nach vorne. In der 41. Minute wurde dies auch belohnt: Nach einem schönen langen Pass von Mittelfeldspielerin Mary Ntsweng auf die robuste Angriffsspielerin Noko Matlou zog diese an Abwehrspielerin Rahel Graf vorbei, ging bis in den Strafraum und passte Mamphashe Popela flach zu - Torhüterin Gaelle Thalmann konnte die Kugel nicht fangen - und Popela hämmerte das Leder in die Maschen. Noch kurz vor der Halbzeitpause konnte die Frauenmannschaft von Trainer Makalakalane auf 2:0 erhöhen: Dludlu eroberte den Ball rechts in der Abwehr und passte perfekt auf die vorgelaufene Stürmerin Noko Matlou, die wieder an Innenverteidigerin Graf vorbei zog und verwandelte. ![]() Rahel Graf (rechts), die Schweizer Innenverteidigerin, hatte ihre liebe Mühe mit der durchsetzungsstarken Noko Matlou (mi.). Links die südafrikanische Kapitänin Kylie-Ann Louw. Nach dem Seitenwechsel spielten wieder beide Mannschaften offensiv auf. Zehn Minuten später wurde eine Schweizerin im Strafraum gefoult. Der Schiedsrichter entschied richtigerweise auf Elfmeter und Lara Dickenmann verwandelte sicher. Nun stand das Spiel auf des Messer Schneide. Alle Frauen rannten und kämpften, gaben keinen Ball verloren. In 78. Minute dann aber der Schock für die Schweizer Frauen. Nach einem Eckball faustete Keeperin Thalmann |
den Ball zu kurz und in die Mitte weg, so dass die vorgelaufene Abwehrspielerin Janine van Wyk zum Schuss kam und aus 18 Metern an die Innenlatte schoss, von wo der Ball zum 3:1 ins Tor sprang. Das war ein Traumtor! ![]() Hlengiwe Nqwane (li.), Simphiwe Dludlu (mi.), Lara Dickenmann (re.). Von Lara Dickenmann gingen viele vielversprechende Angriffe der Schweizerinnen aus, und der Frau von Olympique Lyonnaise gelang auch das 1:2, doch letztlich musste sie sich heute geschlagen geben Nach dem Abpfiff jubelten Banyana Banyana mit großer Freude, weil sie den dritten Platz des Turniers geschafft und in diesem Jahr nun schon zweimal gegen eine europäische Nationalmannschaft gewonnen haben. Das Team von Béatrice von Siebenthal hatte damit im Vierländerturnier auch ihr drittes Spiel verloren und schloss den Testevent mit einem Torverhältnis von 2:10 ab. ![]() Am Ende hatten sie es geschafft: die Spielerinnen aus Südafrika konnten den zweiten Sieg gegen ein europäisches Team in diesem Jahr feiern
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