2. Bundesliga Nord 12. Spieltag

Dem Ziel ein großes Stück näher

FFC Brauweiler Pulheim - TeBe Berlin 2:1 (2:1)

Von Uwe Carlitscheck (Text und Fotos)

28.03.2005

Als um 12.45 Uhr die gut leitende Schiedsrichterin Elena Uhl das Spiel beendete, rissen elf überglückliche Brauweiler Spielerinnen die Arme hoch, beglückwünschten einander und sanken dann erschöpft auf den Rasen des Abteisportparks. Sie hatten das vielleicht entscheidende Spiel dieser Saison gewonnen und sind damit dem erklärten Saisonziel, dem Wiederaufstieg in die Erste Liga, sehr nahe gekommen. Wenn jetzt nicht leichtfertig Punkte verschenkt werden, können die Anhänger der Grün-Weißen sich bald wieder auf Spiele gegen die Top-Mannschaften freuen.

Heute gab es schon einen Vorgeschmack, denn es war das erwartet große Spiel mit spannenden Situationen, harten Zweikämpfen, vielen gelungenen Kombinationen auf beiden Seiten, mit Torschüssen, mit viel Einsatz,... Von Beginn an war klar, dass beide Mannschaften wussten, was auf dem Spiel stand, und dass beide Teams gewinnen wollten. Es entwickelte sich vom Anpfiff an ein schnelles, gutes Spiel.

Mariana Ciorba machte heute ihr zweites Spiel nach der langen Sperre und gleich eines ihrer wichtigsten Tore.

Den ersten Höhepunkt erlebten die gut 150 Zuschauer bereits in der 6. Minute, als bei einem eigentlich harmlos aussehenden Angriff die Berlinerin Kerstin Straka im Nachsetzen mit einem Pressschlag ihre Mannschaft etwas überraschend in Führung brachte.
Doch sie hatte damit die Gastgeberinnen erst richtig „wach geschossen“, denn nun begann deren stärkste Zeit. Angefeuert von den Zuschauern, eine starke Abwehr mit Andrea Klein und Tünde Nagy im Rücken, stürmten sie unermüdlich.


90 Minuten lang war Gefahr vor beiden Toren.

Viele Angriffe liefen über die starke linke Seite, wo die robuste Susanne Kasperczyk viele Bälle erkämpfte.

So brauchte der Brauweiler Anhang nicht lange zu warten. Schon in der 19. Minute war es einmal mehr Anja Koser, die mit einem Kunstschuss aus mehr als 20 Metern hoch ins linke Tordreieck traf. Der Ball war für die sonst sichere Berliner Torfrau Kerstin Prusas nicht zu halten. Und nur drei Minuten später setzten die immer stärker aufspielenden Brauweilerinnen noch einen drauf: Niemand anders als Mariana Ciorba war es, die sich auf halblinker Position durchsetzte, die Torhüterin leer laufen ließ und den Ball überlegt in die rechte Ecke schlenzte. Ihr erstes Tor nach langer Abstinenz, und gleich ein ganz wichtiges! Es konnte ja niemand ahnen, dass dies schon der Endstand sein sollte. Chancen gab es auf beiden Seiten bis zum Schluss noch genug zum Ausgleich oder zur höheren Führung, doch es blieb beim 2:1.

Beide Trainer versuchten, durch Auswechslungen ihren Teams zu noch mehr Effektivität zu verhelfen, wobei die Berliner das Pech hatten, die in der Halbzeitpause eingewechselte Michaela Schulz bereits in der 60. Minute durch eine Rote Karte zu verlieren: Beleidigung des Schiedsrichter-Assistenten wegen einer Einwurfentscheidung; eigentlich ein dummes, die eigene Mannschaft schädigendes Verhalten!

Diese zahlenmäßige Reduzierung wurde von den Gastgeberinnen zu größerem Druck genutzt, doch hielten die Gäste bis zum Schluss tapfer dagegen und blieben stets gefährlich. Besonders die Spielführerin der „Veilchen“, Jessica Brückner, glänzte mit Flankenläufen und viel Übersicht bei weiten Bällen, und auch Nicole Banecki erwies sich als immer gefährliche Stürmerin.


Mit viel Kampfgeist und etwas Glück überstanden die Brauweilerinnen diese Konter und blieben ihrerseits ebenfalls stets torgefährlich. Es fiel kein Treffer mehr, obwohl die Berlinerinnen in den letzten zehn Minuten noch einmal alles auf eine Karte setzten. Die Abwehr der Gastgeber hielt stand und brachte den knappen, letztlich aber verdienten Vorsprung geschickt über die Zeit.

Als der erlösende letzte Pfiff ertönte, hatten wir ein wirklich gutes Spiel gesehen. Beide Teams hatten gezeigt, dass sie völlig zu Recht ganz oben in der Tabelle stehen, und es ist schade, dass nur der Erste aufsteigen darf!

Aufstellungen:

FFC Brauweiler Pulheim

Trescher, Gorges, Klein, Nagy, Kasperczyk (89. Bleibler), Lenz, Schmidt (72. Augustin), Bisby, Seuren (46. Renner) Ciorba, Koser

TeBe Berlin

Prusas, Brückner, Holzhaus, Engel, Krengel (61. S. Banecki) Reichow, N. Banecki, Stern (32. Heike), Schoknecht, Sommer (46. Schulz), Straka

Schiedsrichterin: Elena Uhl (Maxdorf)

Zuschauer: 150

Tore:
0:1 Straka (6.)
1:1 Koser (19.)
2:1 Ciorba (22.)

gelbe Karte: -

rote Karte: Schulz (Unsportlichkeit)

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