Text von Heinz Günter Sporkel Bilder von Hauke Hansen 14.5.2007
Eine Stadt, besser ein Stadtteil, im Ausnahme- zustand. Drei Punkte noch für den Bundesligaaufstieg. Zwei Heimspiele in Folge. Heute gegen Holstein Kiel, nächsten Sonntag (20. Mai Anstoß 14 Uhr) gegen Jahn Calden. Doch die 09-Ladies wollten schnellstmöglich den Aufstieg perfekt machen. Der Gegner: egal, der Erfolg sollte die Krönung der laufenden Saison sein - der Bundesligaaufstieg.
Um es kurz zu machen, um 12.44 Uhr war es soweit. Schiedsrichterin Christina Jaworeck pfiff das Spiel ab. Doch schon vorher begann die Party im Lohrheidestadion. Wattenscheid stand Kopf und bejubelte den Aufstieg. Die Fans erst mit den Kehlen, die Spielerinnen hinterher mit Champus und Bier.
 Vor dem Feiern kam die Arbeit: Hier die beiden Kapitäninnen im Zweikampf, links Jana Walter aus Wattenscheid, rechts Nina Jokuschies
Beim Anpfiff wurden die Weichen schon gestellt. Die 09erinnen machten sofort Druck. Man zeigte sofort absoluten Siegeswillen.
Riesenglück bereits nach zwei Spielminuten für Kiel. Eine Unsicherheit von Torhüterin Fredericke Borreck wurde auf der Linie noch gerettet. Vier Minuten später hatte Danny Löwenberg nach einem schönen Zuspiel von Jana Walter Pech an den Füßen.
Doch in der achten Spielminute überlief Mira Möller die komplette linke Seite und brachte den Ball auf Jennifer Nienaus. Ein schnelles Zuspiel auf Jeanette Götte und ein kurzer Schuss ins linke Eck zur 09-Führung.
 Daniela Löwenberg, hier verfolgt von Martina Pulkis, glänzte auf dem rechten Flügel
Wattenscheid 09 ließ den Ball laufen. Bei Holstein Kiel dagegen lief in dieser Phase kaum etwas rund.
Jennifer Ninaus nutzte dann auch eine Kieler Unsicherheit aus und erhöhte in der 18. Spielminute auf 2:0.
Mit diesem Tor waren die Weichen gestellt. Egal, was Gütersloh nun spielte, es würde nicht mehr reichen.
Mira Möller und Jennifer Manzer überzeugten gerade auf ihrer linken Spielseite. Jeanette Götte zog das Spiel in der Mitte auf sich und versuchte, die Bälle klug zu verteilen.
Auf der rechten Seite hatte man mit Daniela Löwenberg ein weiteres As im Ärmel.
Jana Walter und Silke van den Bergh ließen die Gäste nicht zur Entfaltung kommen.
 Nicht mehr zu stoppen: Jennifer Ninaus (11) auf dem Weg zum 2:0
Doch gegen Ende der ersten Halbzeit zeigte auch der Gast aus den Norden, dass man nicht gewillt, war die Punkte so liegen zu lassen.
In der 35. Spielminute hatte Nicole Preiß die Riesenmöglichkeit zum Anschluss-
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Sektdusche für Wattenscheids Trainerin Tanja Schulte (rechts im Vordergrund). Niemand auf Wattenscheider Seite blieb nach dem Spiel trocken!
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treffer. Sie überlief Deniz Özer, scheiterte aber an Keeperin Nadine Richter. Der erste echte Ballkontakt für die 09 Torfrau. Nicole Preiß hatte dann in der 39. Spielminute noch einmal eine Torchance. Doch diesmal konnte die 09-Deckung zur Ecke klären.
In der 42. Spielminute landete eine Ecke von Jennifer Manzer auf den Füßen von Daniela Löwenberg. Ein satter Schuss aus siebzehn Meter und der Ball knallte zur verdienten 3:0 Führung in den Kasten von Kiel.
In der zweiten Halbzeit wollte Kiel Druck machen und kam auch ganz ordentlich ins Spiel. Doch es war sofort zu erkennen, gegen Wattenscheid 09 konnte man heute nichts ausrichten.
So konnte Torhüterin Borreck noch einen Schuß an die Latte lenken, doch Jennifer Ninaus war sofort zur Stelle - 4:0.
In der 67. Spielminute war der Drops damit endgültig gelutscht. Das Spiel war ordentlich anzusehen. Doch man begann auf die Uhr zu schauen. Man wollte feiern in Wattenscheid.
Es wurde merklich unruhig im Rund. Die Fans begannen schon ihre Aufstiegslieder zu singen. Das Spiel wurde nur noch zur Nebensache.
 Jennifer Ninaus (11), nicht wie beim DFB falsch gemeldet, Caro Hamann, erzielte mit dem Kopf das 4:0, wie dieses Bild beweist
Es wurde schon nach Bayern München gerufen (Bayern, wir kommen). Ein kleiner, aber mittlerweile lieber Gruß Richtung Uli Hoeneß. Dann auch Aufruhr auf der Ersatzbank, dort brachte man sich ca. zehn Minuten vor Spielende in Feierstellung.
Überall nur zufriedene Gesichter auf den Platz und außerhalb. Der Druck der Saison war gewichen. Es wurde nun jedem bewusst - diesmal klappt es. Wir steigen auf!
 Die Kielerin Rachel Pashley (links) und Jeanette Götte im Zweikampf
Um 12.44 Uhr war es dann soweit. Danach nahm die Aufstiegsparty im Lohrheidestadion ihren Lauf. Die Spielerinnen tanzten vor Freude ausgelassen auf dem Platz. Es wurde gekegelt, eine auf die Knie Polonaise wurde vorgeführt. Das 09-Ladies-Lied wurde gesungen. Keine Spielerin blieb irgendwie trocken. Sektduschen ohne Ende.
Im ganzen Trubel das Trainergespann. Co-Trainer Roger Dorny und Tanja Schulte. Beide haben diesem Team ihren Schliff gegeben. Man hat in guten und auch in schlechten Zeiten zusammengestanden. Jetzt am 13. Mai 2007 um 12.44 Uhr wurde der Lohn für die harte Arbeit eingefahren.
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Tanja Schulte hat es geschafft. Am 11. Januar 2005 übernahm die damalige Spielerin den Trainerposten in der Lohrheide. Zweimal belegte man Platz vier am Saisonende. In dieser Spielzeit ging man als Topfavorit an dem Start. Seit dem zehnten Spieltag steht 09 an der Tabellenspitze. Man hat dem Druck standgehalten. Drei Spieltage vor Schluss hat man die Meisterschaft für sich entschieden.
Tanja Schulte übernahm damals die „Untrainierbaren” und bekommt an diesem Tag die ganze Freude des Trainerinnendasein zu spüren.
Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die erste Frauen Bundesliga - den Spielerinnen, Vereinsverantwortlichen - den vielen Fans - dem Trainergespann. „IHR” habt es verdient und genießt den Erfolg in vollen Zügen.
Ich wünsche Euch viel Glück in der Eliteliga - SG Wattenscheid 09.
 Ein Jahr nach Abstieg und Untergang des FSV Frankfurt zurück in der ersten Liga: Deniz Özer (hinten) die hier gegen Kati Krohn verteidigt
SG Wattenscheid 09
Richter - Löwenberg, Walter, Israel, D. Özer (37. Dörpinghaus), Möller, Manzer (67. Reginald), Götte, S. van den Berg, Hamann, Ninaus (71. Kleifges)
KSV Holstein Kiel
Borreck - Scheffke, Wölki, Perez - Traulsen, Pashley, Staade (46. Stelck), Jokuschies, Krohn (75. Ehrhardt), Mohr (65. Schildt), Pulkis, Preiß
Tore:
1:0 Götte (7.) 2:0 Ninaus (20.) 3:0 Löwenberg (42.) 4:0 Ninaus (69.)
Gelbe Karten: Keine
Schiedsrichterin: Christina Jaworek (Rötsweiler)
Zuschauer: 500
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