2. Bundesliga Nord 19. Spieltag

Mattheus-Party beim Revierderby

SG Wattenscheid 09 : SG Lütgendortmund 3:1 (1:0)

von Heinz Günter Sporkel (Text)
und Andreas Krahforst (Fotos)

Ein besonderer Tag im Lohrheidestadion: Das Team von Tanja Schulte erwartete den Nachbarn aus Lütgendortmund zum Kohlenpott-Duell. Hier sollte sich entscheiden, wer die Nummer 3 bzw. 4 im Revier ist. Das Hinspiel hatte die SGW09 schon mit 8:0 in Lütgendortmund für sich entscheiden können. Damals erwischte der Nachbar einen rabenschwarzen Tag. Doch den Gastgebern war klar, dass das heutige Spiel nicht diese Richtung nehmen würde, hatten die Blau-Gelben doch in den letzten Wochen einige respektable Ergebnisse herausgespielt, wie am letzten Wochenende das 2:2 gegen Turbine Potsdams Zweitvertretung. Da zeigte die Mannschaft von Marco Geers die Moral, um einen 0:2-Rückstand noch aufzuholen.

Für die beiden Mattheus Zwillinge Laura (SGW09) und Linda (SGL) war es schon im Vorfeld ein besonderer Tag. Beide feierten ihren 18.Geburtstag, das auch noch beim Derby. Da galt es, der Schwester den Geburtstag - rein „sportlich“ gesehen - den Tag zu vermiesen.
Während Laura Mattheus sich in ihrem Team einen Stammplatz erkämpft hat, verließ Linda die SGW09 in der Winterpause zum Nachbarn.
Die beiden Geburtstagskinder bekamen von den 09ladieskrachern jeder einen Kuchen mit nach Hause. Auch von mir an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!!!

Hier stehen die Mattheus-Zwillinge einträchtig beieinander.

Das Spiel begann anders, als alle erwartet hatten. Sie SGL hätte schon in der ersten Spielminute in Führung gehen können. Doch hatte Meike Dworak den Ball knapp am Tor vorbeigeschossen.

Danach gähnende Langeweile. Beide Mannschaften zeigten nur Mittelfeldgeplänkel. Keine Torchanchen, unnötige Ballverluste, individuelle Fehler auf beiden Seiten. Nach einem Foul an Düner hatte Jeanette Götte eine Möglichkeit mit einem Freistoß, doch der Ball flog aus 18 m weit über das Tor.

Die Schiedsrichterin leitete dann indirekt das 1:0 für die Heimmannschaft ein: Indirekter Freistoss aus vier Metern wegen eines „angeblichen“ Rückpasses.

Marija Kurtes war sich ihres Pfiffes sicher, die SGL Anhänger allerdings nicht. Düner war es egal. Sie knallte den Ball aufs Tor, der dann irgendwie hinter die Linie rollte. Nach einer halben Stunde führte der Gastgeber.

In der 37. Spielminute musste dann Jessica Fiedler für die verletzte Heike Korpp ins Tor. Korpp zog sich wahrscheinlich eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung zu.

Doch das Tor konnte dem Spiel keine Richtung geben. Beide Mannschaften spielten im selben Trott weiter. Die SGW09 war zwar bemüht, das Spiel zu machen, doch die spielerischen Ideen fehlten. Lütgendortmund kam kurz vor der Pause noch zu einer Torgelegenheit: Mira Möller profitierte von einer missglückten Abseitsfalle, doch ihr Schuss landete neben dem Tor.

So ging die SG Wattenscheid 09 mit einer sehr schmeichelhaften Führung in die Pause.

Torfrauen-Wechsel schon nach 37 Minuten: Jessica Fiedler (l.) kommt für Heike Korpp.

In der zweiten Halbzeit versuchte das Team um Düner & Co dann spielerisch bessere Impulse zu setzen. Eine Dörpinghaus-Flanke verpasste Düner nur knapp.
Vor Sabrina Dörpinghaus muss man eh den Hut ziehen. Was dieses Mädel in den letzten Tagen für ein Mammutprogramm hatte, da würden die männlichen Kicker das große Weinen bekommen. Zusätzlich zeigte die Westfalenauswahlspielerin bis zu ihrer Auswechslung eine tolle Partie. Sie ließ auf ihrer Abwehrseite aber auch gar nichts anbrennen.

Eine schöne Kombination brachte Verena Marzinkowski vor Jessica Fiedler, doch die Ersatztorhüterin war schneller am Ball und konnte das Schlimmste verhindern. Die SG Lütgendortmund war bemüht den Ausgleich zu erzielen, doch kamen die Spielerinnen immer einen Schritt zu spät - oder es fehlte einfach das Glück. Eine Manzer-Ecke hätte Kirstin Geesmann beinahe ins eigene Tor gelegt.

In der 61. Spielminute hätte Linda Mattheus ihrer Schwester fast gezeigt, wie man ein Tor erzielt. Doch überlegte sie zu lange und die Situation verpuffte. Im Gegenzug erhielt die SGW09 einen Freistoß. Ein scharf geschossener Ball vor Duschinskis Tor brachte dann das 2:0 durch Caro Hamann. Die Torhüterin konnte dreimal retten eher der Ball ins Tor flog.


Laura Mattheus (links) im Zweikampf mit Kirsten Geesmann

In der 76. Spielminute dann die endgültige Entscheidung. Larrisa Kock sah die freistehende Nathalie Bock. Bock ließ sich nicht lange bitten und hämmerte den Ball ins Tor. Vor dem Abpfiff erzielte dann noch die eingewechselte Ryem Rafail den 3:1 Endstand. Der Abpfiff von Marija Kurtes war dann doch für die 120 Zuschauer im Stadion eine Erlösung. Wie erwartet blieben die drei Punkte in Wattenscheid, doch ein schönes Spiel hatte man nicht gesehen. Dafür herrschten wenigstens herrlicher Sonnenschein und schöne Frühlingstemperaturen.

In der Pressekonferenz zeigte sich Gäste-Teamchef Marco Geers zufrieden. Gerade in der ersten Halbzeit habe sein Team die besseren Torgelegenheiten zu verzeichnen gehabt.
Trainerin Schulte hatte 90 Minuten nur Gewürge gesehen. Doch lieber ein schlechter 3:1-Sieg als eine gute 0:1 Niederlage, so ihre Devise. Ihre Mannschaft hat sich das Gegentor am Ende redlich verdient.

Nächste Woche erwartet die SGW09 den SuS Timmel um 14 Uhr. Allerdings findet dieses Spiel dann auf den Nebenplatz der Lohrheide (Am Espenloh) statt.

Aufstellungen:

SG Wattenscheid 09

Korpp (37. Fiedler), Dörpinghaus (64. Mahler),Walter, Manzer, Inan, Götte, Düner, Bock, Hamann (64. Kock), Ninaus, L. Mattheus

SG Lütgendortmund

Duschinski, Hauenschild, Marzinkowski, Israel, Ertürk (39. Rentmeister), Dworak, Möller (53. Czyganowski), Geesmann (64. Rafail), Li. Mattheus, Heinbach, Stemmer

Tore:

1:0 Düner (30.)
2:0 Hamann (62.)
3:0 Bock (76.)
3:1 Rafail (89.)

Gelbe Karte: La. Mattheus, Hauenschild

Schiedsrichterin: Marija Kurtes (Düsseldorf)

Zuschauer: 120


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