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Zweite Bundesliga, 14. Spieltag (Nachholspiel)

Berlin gehen die Spielerinnen aus

FC Gütersloh 2000 - TeBe Berlin 2:0 (0:0)

Von Nora Kruse (Text u. Fotos)

01.05.2008

Einen „Big Point“ wollte TeBe-Trainer Sven Thoß beim FC Gütersloh landen und den Vorsprung in der Tabelle auf fünf Zähler ausbauen. Doch die Berlinerinnen verloren nicht nur die Punkte an die Ostwestfälinnen, sondern auch zwei Spielerinnen ans örtliche Krankenhaus.

Es schien ein Unglück mit Ansage gewesen zu sein. Der verletzungsgeplagte Tabellenführer reaktivierte noch am Morgen die schon viermal von der aktiven Karriere zurück getretene Michaela Schulz, schließlich bahnten sich im dünnen Kader die nächsten Ausfälle an. Jessica Brückner zog sich eine Zerrung zu, Ilka Heyke eine Sprunggelenksverletzung. Dennoch mussten die beiden Stammkräfte von Beginn an ran, auch wenn man sich bei TeBe mit sorgenvollem Blick fragte, ob das gut gehen würde.

Chantal Hoppe

Vorsichtig an die erste Berliner Mannschaft herangeführt werden sollte Neuzugang Chantal Hoppe. Die Verletztensituation ließ dafür keine Zeit - und nun ist das 16-jährige Talent selbst außer Gefecht.

Brückner und Heyke überstanden den Tag, das Unglück kam an anderer, unverhoffter Stelle: nach gerade 13 Minuten musste Abwehrspezialistin Madleen Wilder mit dem Verdacht auf eine schwere Schienbeinprellung ausgewechselt werden, nach dem Spiel wurde sie zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Für Wilder kam Chantal Hoppe ins Spiel – und folgte ihrer Vorgängerin später auch ins Krankenhaus: Verdacht auf Beckenbruch.
„Ich kann meiner Mannschaft unter diesen Voraussetzungen keinen Vorwurf machen“, erklärte Thoß, dessen Team sich nach der Auswechslung von Wilder neu sortieren musste, aber nicht mehr richtig in Gang kam. Die Gastgeberinnen übernahmen das Zepter und gaben es bis zum Ende der Partie nicht mehr aus der Hand. „Nach den letzten drei Spielen hätte heute alles passieren können“, so Güterslohs Trainer Steffen Enge, der sich erleichtert und zufrieden zeigte. „Die Appelle scheinen angekommen zu sein, wir haben wieder den Fußball gezeigt, mit dem wir in der ersten Saisonhälfte so erfolgreich waren.“


Am Tag der Arbeit gab es Vollbeschäftigung für Inken Becher (r.), wenn Birgitta Schmücker zu einem ihrer stets gefährlichen Flankenläufe startete.

Erfolg zeichnete sich gegen Berlin jedoch zunächst nicht ab, trotz Überlegenheit konnten sich die Ostwestfälinnen keine echten Chancen erarbeiten. „Wir haben uns nur drei Tormöglichkeiten erspielt. Aber da wir davon zwei verwandelt haben, hat heute wenigstens endlich die Chancenauswertung gestimmt“, resümierte Enge. Den Doppelpack erzielte Maren Wallenhorst. Dem Führungstreffer in der 68. Minute folgte zwanzig Minuten später nach einem Konter der 2:0-Endstand.
Ein Angriffsspiel der Gäste fand dagegen kaum statt. „Es scheint sich wie ein roter Faden durch unsere Spiele zu ziehen: wir sind im Torabschluss zu ungefährlich“, erkannte Thoß. Ein Freistoß von Inken Becher in der 31. Minute war die wohl beste Gelegenheit, doch der Ball landete auf dem Netz. Alle weiteren Bemühungen der Berline- rinnen waren zumeist kein Problem für die Gütersloher Abwehr.
„Heute passte es einfach“, freute sich Enge und hofft, dass seine Mannschaft durch den Sieg genug Selbstbewusstsein und positive Stimmung in die nächsten Partien nehmen kann, um am Saisonende den zweiten Platz zu erreichen – vom Aufstieg möchte man in Gütersloh offiziell nichts mehr wissen.

Maren Wallenhorst

Doppelt erfolgreich: Maren Wallenhorst


Ganz anders gestaltet sich die Situation natürlich bei TeBe, die die Tabelle weiterhin mit zwei Punkten Vorsprung auf den Herforder SV anführen. In Sicherheit wiegt man sich in der Hauptstadt dennoch nicht. Inmitten der Englischen Woche, für deren Ansetzung Thoß kein Verständnis zeigte, sind die Spielerinnen platt – oder eben verletzt. Vor dem Heimspiel gegen Holstein Kiel sind die Sorgenfalten des Trainers daher groß. Die Einsätze von Hoppe und Wilder sind ausgeschlossen, Fragezeichen stehen hinter Brückner und Heyke.

Statistik

Gütersloh
Jablonsky, Posdorfer, Drewitz, Hackmann, Saskia Bunte, Stehphanie Bunte, Scholz, Gessat, Barwinsky, Schmücker, Wallenhorst

Berlin
Prusas, Wilder (13. Hoppe), Liepack, Becher, Krengel, Özer, Heyke, Brückner (74. Schulz), Sandmann, Busack, Neubauer (81. Straka)

Tore
1:0 Wallenhorst (68.)
2:0 Wallenhorst (89.)

Gelb: Scholz, Özer

Schiedsrichterin
Sandra Jung (Kleve)

Zuschauer: 180

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