Nachholspiel der zweiten Liga Nord vom 14.Spieltag

Lütgendortmund nutzt die Chancen nicht

SG Lütgendortmund - TSV Jahn Calden 1:4 (1:2)

Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel

6.5.2005    Dortmund 5.Mai 05 – Vatertag - sicherlich ein Tag, an dem alle Väter mit Ihren Kindern die Zeit verbringen sollten. Da ich aber meine beiden Kinder schon sehr gut kenne, machte ich mich auf den Weg nach Lütgendortmund, um für FanSoccer einen Bericht über dieses Spiel zu machen. Gerade mal so acht Autominuten entfernt von mir liegt die kleine, aber schöne Platzanlage des SG Lütgendortmund. Es war kühler als die Tage zuvor, aber angenehmer Sonnenschein erwartete die Fans und Spielerinnen. Ideale Bedingungen für ein schönes Fußballspiel waren gegeben.

Der TSV Jahn Calden war sicherlich in der Favoritenstellung. Hat das Team doch schon 17 Punkte mehr auf dem Konto als die SG Lütgendortmund. Für den TSV galt es, weiter im Rennen zu bleiben, um den 3.Tabellenplatz noch realisieren zu können. Die SGL könnte noch den 7.Tabellenplatz am Ende der Saison schaffen. Doch vergisst das Team um Marco Geers trotzdem nicht, nach unten zu schauen. Der Klassenerhalt wird auch erst gefeiert, wenn alles in trockenen Tüchern ist. Allein deshalb wollte man unbedingt gegen den Gast punkten. In der ersten Anfangsphase des Spiels kam Caldens Offensivabteilung allerdings besser in Fahrt. Jacqueline Scheuren brachte die Abwehr der SGL immer wieder in Verlegenheit.

Jacqueline Scheuren und Julia van den Berg im Zweikampf

Die quirlige kleine Stürmerin des TSV war vor Spielfreude kaum zu bremsen. Immer wieder brachte sie die Defensivabteilung unter Druck. Das 1:0 dann schon in der 3.Spielminute. Eckball für den TSV – J. Scheuren bringt die Ecke herein und direkt auf den Kopf der U19 Nationalspielerin Annika Niemeier. Ein wuchtiger Kopfball und Stephanie Duschinski war geschlagen. Keine Chance für Lütgendortmunds Nummer Eins, die in den letzten Wochen in bestechender Form ist. Calden danach weiter in Vorwärtsgang. Die SGL aber reagierte. In der 14.Spielminute ein gut ausgeführter Konter und Meike Dworack schob den Ball unter Julia Zeuner vorbei zum Ausgleich ins Netz. Danach versuchte Jahn Calden weiter am Ball zu bleiben. Eine direkte Ecke von J. Scheuren getreten parierte Duschinski hervorragend. Dann der Auftritt von Carmen Israel. Zweimal bediente Lüdos Spielgestalterin Isabel Janssen herrlich. Doch in der 21.Spielminute schoss Janssen den Ball übers Tor, zwei Minuten später konnte Zeuner mit einer Glanzparade die Führung des Ruhrpottteams verhindern. Aus dem Gewühl heraus hatte dann Kathrin Hauenschild eine dicke Möglichkeit - doch wieder konnte Julia Zeuner retten. Caldens Torfrau in Glanzform. Auch sechs Minuten vor der Pause, als sie einen knallharten Schuss von Carmen Israel zur Latte abwehren konnte. Im Gegenzug dann die glückliche Führung für Calden. J. Scheuren ließ beim Kontertor Duschinski keine Möglichkeit zu einer Abwehr. Eine unverdiente Pausenführung für den Gast. Doch das hatte sich das Team um Marco Geers selber zuzuschreiben. Die „Hundertprozentigen“ müssen einfach sitzen. Doch trotzdem in der ersten Halbzeit ein schönes Zweitligaspiel „am Rauhen Holz“.

In der zweiten Halbzeit kommt Calden mit der Führung im Rücken wieder besser ins Spielgeschehen. Doch beide Abwehrreihen standen sehr gut und ließen am Anfang kaum Möglichkeiten zu. Dann in der


Annika Niemeier beklagt eine vergebene Chance. Die Spielerinnen von Lütgendortmund können sich freuen: Mit der 2 Kathrin Hauenschild, mit der 5 Nadine Brandt und mit der 9 Meike Dworack

65. Spielminute der Auftritt von Schiedsrichterin Elke Günthner. Ecke für den Gast. Scheuren bringt den Ball rein. Duschinski wird im Fünfmeterraum von Niemeier und der eingewechselten Kazubski bedrängt. Niemeier legt den Ball ins Tor. Duschinski wurde für alle klar im Strafraum angegangen. Doch die FIFA Schiedsrichterin gab den Treffer. Unverständiges Kopfschütteln bei den Zuschauern im Stadion, lag das Schiedsrichtergespann heute öfters mit seinen Entscheidungen daneben. Doch das änderte nichts an der Tatsache das Calden nun mit 3:1 in Führung lag.

Lütgendortmund verdaute den Schock schnell, versuchte dranzubleiben und den Anschlusstreffer zu erzielen. Carmen Israel, SGLs beste Spielerin am heutigen Tag, rackerte aufopfernd. Eine Viertelstunde vor Schluss schickte sie Isabel Janssen wieder toll in den freien Raum. Doch wieder war Julia Zeuner zur Stelle. Ganz klar mit dieser Leistung wird Julia Zeuner ihren Weg in die „erste Bundesliga“ recht bald finden. Vier Minuten später schob die eingewechselte Deborah Steinhoff den Ball an Zeuner, aber auch amTor vorbei.

10 Minuten vor Schluss dann wieder Jaqueline Scheuren. Kämpferisch tanzte sie die SGL Abwehr aus, doch auch Duschinski mit einer Glanzparade.

Jacqueline Scheuren war die beste Spielerin auf dem Platz

Den Schlusspunkt setzte dann die eingewechselte Femke Kazubski. Allein eilte sie auf das SGL Tor. Duschinksi musste rauskommen und Kazubski spielte sie aus und legte den Ball trocken zum 4:1 ins Dortmunder Tor. Der TSV Jahn Calden konnte durchatmen und nimmt drei Punkte mit nach Hause. Die zahlreich mitgereisten Calden Fans können den Vatertag feiern. Die SGL hätte einen Dreier landen können - wenn man die Chancen genutzt hätte.


Trainer Rauschenberg (Calden) zu FanSoccer:
„Nach dem frühen Tor haben wir nicht energisch genug nachgesetzt. Lüttgendortmund war ein starker Gegner, der kämpferisch und läuferisch voll überzeugt hat. Bei besserer Chancenverwertung durch Lütgendortmund hätten wir zur Halbzeit schon aussichtslos 1:3 hinten liegen können. Die 2:1 Pausenführung war daher ungerecht. Zur zweiten Halbzeit hin wollten wir das Spiel kontrollieren. Die 3:1 Führung war sehr glücklich, das hätte man abpfeifen können. Es läuft momentan nicht ganz so rund, und wir sind weit von unserer Spielstärke entfernt. Unser Saisonziel war Platz drei bis fünf - dies sollte zu Schaffen sein."

Trainer Marco Geers (Lütgendortmund) zu FanSoccer:
Bemängelt, dass schon mindestens sieben Schiedsrichterinnen in der Saison gegen Lütgendortmund gepfiffen hätten. FIFA Schiedsrichterin Elke Günthner solle mal wieder zwei Klassen tiefer pfeifen. Die Mannschaft hätte in der ersten Halbzeit den Sieg verschenkt, da hätten die Tore geschossen werden müssen.

SG Lütgendortmund:

Duschinski
Hauenschild, Marzinkowski, Rentmeister (58.Rafail), Brandt, Israel, Dworak, Janssen, Geesmann (67.Mattheus), Heinbach (79.Steinhoff), van den Berg

Trainer Marco Geers

TSV Jahn Calden:

Zeuner
D.Scheuren (58.Pottebaum), Rosek, Niemeier, Ratzkowski (60.Kazubski), Alexi (58.Klement), Müller, J.Scheuren, Austermühl, Richter, Salokat

Trainer Manfred Rauschenberg

Schiedsrichterin:

Elke Günthner (Bamberg)

Assistentinnen:
Nina Bernstein und Sandra Jung

Tore:
0:1 Niemeier( 3.)
1:1 Dworack (14.)
1:2 J.Scheuren (40.)
1:3 Niemeier (65.)
1:4 Kazubski (87.)

Gelbe Karten : Brandt — Niemeier, Alexi, Austermühl, Salokat, Pottebaum

Zuschauer 173

Spielerin des Spiels: Jacqueline Scheuren


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