2. Liga Nord

Erste Liga am liebsten mit der SG Lütgendortmund

Interview mit Nadine Kirsch

Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel

5.10.2005    Nadine Kirsch ist momentan nicht sehr vielen Leuten ein Begriff. Nadine hat am 13.August geheiratet und hieß vorher Brandt. Sie ist die Sympathieträgerin bei der SG Lütgendortmund. Immer gut gelaunt, aber auch immer brand(t)gefährlich. Schon so mancher Torhüterin bereitete sie mit ihren gefürchteten Weitschüssen arge Probleme. Ab und an schlug es dann auch mal im Giebel ein. Für Fansoccer nahm sich Nadine für ein Interview Zeit.

Hey Nadine, wie geht es dir so. Erzähl´ unseren Leser/innen mal was von dir.

Ich bin die Nadine Kirsch und habe vor kurzem geheiratet. Ich bin 21 Jahre alt und spiele seit 17 Jahren Fußball. Angefangen habe ich bei der SG Castrop mit vier Jahren in der "Pampers Liga". Dann beim Vfl Bochum, dann bin ich nach der SG Hillen gewandert. Mein Weg führte mich weiter nach Blau Weiß Post Recklinghausen und letztendlich zur SG Lütgendortmund. Dort spiele ich jetzt auch schon seit drei oder vier Jahren.

Nadine Kirsch

Nadine im Trikot der SG Lütgendortmund vor der Saisoneröffnungspressekonferenz

Erst mal herzlichen Glück- wunsch zur Hochzeit. Hast du dich schon an deinen neuen Nachnamen „Kirsch“ gewöhnt?

Nicht wirklich, da brauche ich meine Zeit. Wenn meine Mutter anruft und dann Brandt sagt - sage ich "hier auch". Ich sage noch nicht oft Kirsch, aber so langsam wird’s.

Dein Team ist mit vier Niederlagen in die Saison gestartet. Was ist passiert? Inwiefern wurmen die Niederlagen dich?

Die Niederlagen hängen uns sehr doll hinterher. Beim Spiel in Timmel waren wir selber dran schuld. Gegen Gütersloh war ein Punkt drin gewesen, genauso wie gegen Potsdam. Der erste Sieg ist jetzt aber eingefahren und gut gespielt haben wir auch.

Jetzt am Wochenende ein Sieg bei Holstein Kiel mit 4:1. Da kommt die Moralstütze gerade richtig und ihr habt Anschluss gefunden. Was nehmt ihr Euch für die nächsten Spiele vor?

Der Sieg war sehr wichtig. Endlich mal nicht nur gut gespielt, sondern auch gewonnen. Das 4:1 ist sogar der höchste Sieg, den wir bis jetzt geschafft haben. Die nächsten beiden Spiele müssen wir auf jeden Fall gewinnen. Irgendwie mit Kampf und Ehrgeiz, um dann gut gerüstet mit guten Selbstvertrauen gegen den VFL Wolfsburg spielen zu können.


Nadine Kirsch

Nadine ist meistens gut drauf, wie auch auf diesem Bild zu sehen!

Ihr habt von der SG Essen Schönebeck mit Katrin Lange noch einmal nachgebessert. Warum der Schritt und was sagst du zu der neuen Spielerin?

Katrin Lange kenne ich schon länger. Ich habe mit ihr schon früher zusammen bei der SG Hillen gespielt. Sie ist eine sehr gute Spielerin. Katrin sieht die Räume und kann sehr gute Pässe spielen. Für die SGL ist sie Gold wert.

Was macht es für dich aus, bei der SG Lütgendortmund zu spielen?

Hingegangen bin ich damals, weil der Moher (früher Trainer der SGL) gesagt hat, er könne mich sehr gut gebrauchen. Ich wollte mich ans Niveau des Frauenfußballs langsam herantasten. Wir sind dann aufgestiegen, und es lief alles sehr gut. Der Verein macht gute Arbeit. Es gibt überall Ecken und Kanten, doch der Verein leistet sehr gute Arbeit. Für mich ist die SG Lütgendortmund ein guter Verein, wo ich auch weiter spielen will.

Nadine Kirsch

Nadine beim Training. Daneben von links Linda Mattheus, Zehra Ertürk und Verena Marzinkowski

Die SGL will in spätestens fünf Jahren die erste Liga anvisieren. Kann man eigentlich beim Frauenfußball so langfristig planen und denkst du, dass Lütgendortmund gerade hier in der Dichte der Vereine diese Chance bekommen könnte?

Vielleicht schon. Fünf Jahre ist eventuell zu verfrüht. Einige neue Spielerinnen haben uns aber gegenüber der letzten Saison stark verbessert. Wir sind auf jeden Fall spielerisch stärker geworden.


Mannschaften wie Potsdam und Gütersloh hatten es diesmal schon nicht einfach gegen uns. Wenn die Mannschaft weiter so gut arbeitet und sich weiterentwickelt und dazu noch verstärkt wird, diese Verstärkungen dann auch noch gut integriert werden, könnte es schon funktionieren mit der ersten Liga.

Nadine Kirsch

Nadine als Spielbeobachterin

Du bist eine sehr starke Spielerin. Könntest du dir selber mal vorstellen, erste Liga zu spielen? Mit der SG Schönebeck und FCR Duisburg liegen ja zwei Teams praktisch vor deiner Tür und Wattenscheid 09 will auch nach oben in der Eliteliga.

Vorstellen kann ich mir das schon. Ich will natürlich auch mal erste Bundesliga spielen. Ich hatte auch schon das Angebot, für den FCR 2001 Duisburg zu spielen. Da ist es dann letztendlich wegen meiner Ausbildung gescheitert. Die SG Lütgendortmund hatte mir ein besseres Angebot gemacht, da bin ich dageblieben. Genauso war es auch in Wattenscheid. Wattenscheid 09 hatte vorletztes Jahr schon angefragt. Aber die Entfernung war zu weit und kaum mit meiner Arbeit zu vereinbaren. Außerdem führte Willi Geers von Lütgendortmund auch gute Gespräche mit mir und ist mir sehr entgegengekommen.
Einen Wechsel quer durch Deutschland würde es nur mit meiner Familie geben.
Es wäre schön, mit der SG Lütgendortmund aufzusteigen. Der Fußball steht aber nach der Arbeit, mit der man nun mal sein Geld verdient. Nationalmannschaft hätte ich sehr gerne mal gespielt. Wichtig ist Familie, Arbeit und Fußball. Das versuche ich immer unter einen Hut zu bekommen.

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