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2. Bundesliga Nord - 9. Spieltag

Herfords Serie hält

Herforder SV - FFC Heike Rheine 4:1 (1:0)

Von Nora Kruse (Text u. Bilder)

04.11.2007

Letzte Saison ein Aufsteiger mit erfrischendem Fußball, in dieser Saison eines der Topteams der Liga. Der Herforder SV hat auch sein fünftes Heimspiel in Serie gewonnen, hätte dabei sogar noch einiges für das Torverhältnis tun können und darf sich langsam fragen, ob die Saisonziele höher gesteckt werden können.

Von manch einem Trainer wurde der HSV von Beginn an zu den Geheimfavoriten der Liga gezählt und gegen Rheine zeigten die Ostwestfälinnen, warum. Die Mannschaft von Trainer Björn Kenter übernahm von Beginn an das Zepter im gut gefüllten Ludwig-Jahn-Stadion und ließ die Gäste kaum einmal über die Mittellinie kommen. Bereits nach 15 Minuten hätte Herford einen komfortablen Vorsprung haben können, doch ins Tor wollte der Ball nicht: Sarah Mahler setzte ihn rechts daneben, Kerstin Nolte zielte genau auf Torfrau Eva Mühle, Maxine Mittendorf schoss freistehend am Kasten vorbei und auch Fiona Rolfs scheiterte an Mühle. Erst in der 25. Minute wurden die Mühen des Gastgebers belohnt, und das mit freundlicher Unterstützung von Bianca Sauer, die Nolte den Ball förmlich zurecht legte. Die Mannschaftsführerin ließ sich nicht zweimal bitten und schloss souverän aus mittiger Position ab.
Nach der Führung ließ das Spiel des HSV jedoch nach. „Es war wie so oft: wir haben einen sehr guten Anfang und werden dann deutlich schwächer“, konstatierte Kenter, der vor allem das Stellungsspiel seiner Mannschaft monierte. „Wir standen zu weit vom Gegner und haben auch schlecht verschoben.“ Vom Nachlassen des Gegners konnte Rheine jedoch nur wenig profitieren. Trainer Ralf Spanier sah eine Mannschaft, die bis zur Halbzeit in der Lage war, mitzuspielen – aber eben auch nicht mehr. Zwingende Torchancen waren aus Sicht Heike Rheines Fehlanzeige, Herford hatte weiterhin alles unter Kontrolle.
Rheine fehle es an spielerischen Mitteln, um gegen die Topmannschaften der Liga Punkte zu holen, erklärte Spanier nach der Partie, obwohl er sich vor dem Anstoß deutlich mehr ausgerechnet hatte. „Wir wollten nicht auf den Tabellenplatz gucken und hätten gerne einen Punkt mitgenommen.“ Doch auch von einem einzigen Zähler waren die Gäste weit entfernt, zu groß war der Leistungsunterschied in der zweiten Spielhälfte.

Maxine Mittendorf

Schwung auf der Außenbahn und das 3:0 - Maxine Mittendorf (l.) zeigte ein gutes Spiel.


Marie Pollmann

Keine Chance für Eva Mühle - Marie Pollmanns Strafstoß sitzt.

Dabei war der Auftakt für Herfords Tore erneut der Mithilfe der Gäste geschuldet. Mareike Brinkmann brachte in der 55. Minute Sarah Mahler im Strafraum zu Fall, Schiedsrichterin Sandy Kuchmann entschied völlig korrekt auf Strafstoß. Sofort schnappte sich Marie Pollmann den Ball und ließ Mühle keine Chance. Nur vier Minuten später schrieb sich die heute sehr agile Mittendorf in die Torschützenliste. Ihr Schuss, der als Flanke auf Mahler gedacht gewesen sein dürfte, fand den direkten Weg ins Tor und ließ Mühle im Tor nicht gerade souverän aussehen.
Es waren die individuellen Fehler von Rheine, die dem HSV die Torerfolge bescherten, was jedoch an der Leistung der Herforderinnen nicht rütteln soll. Die hätten im Laufe der zweiten Halbzeit diverse Möglichkeiten gehabt, nicht nur die zu diesem Zeitpunkt ohnehin sicheren drei Punkte zu verbuchen, sondern auch noch etwas für das Torverhältnis zu tun. In der 66. Minute umspielte Mahler Mühle, ihr anschließender Schuss krachte jedoch lediglich an den Pfosten. Vier Minuten zuvor hatte jedoch Rheine seine vielleicht beste Chance gehabt. Ana Bizarro enteilte Herfords Hintermann- schaft, scheiterte dann jedoch im 1:1-Duell mit Torhüterin Sonja Speckmann.
In 71. Minute gelang Herford dann schließlich der letzte Treffer des Spiels. Simone Mueller setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte auf Pollmann, die souverän auf 4:0 erhöhte. Rheine fand spielerisch keinen Weg zum Tor, es war erst ein Freistoß in der 86. Minute, den Sauer unhaltbar für Speckmann einlochte.
Am Ende blieb es beim 4:1, bei dem sich Spanier nicht „über drei bis vier Tore mehr hätte beklagen können. Unser Ziel ist der Nicht-Abstieg“, betonte der Trainer einmal mehr, doch die unterschiedliche Leistung seiner Mannschaft beim Training und später in Bundesligaspielen mache ihn ratlos. Bislang könne sein Team die guten Leistungen nicht auf dem Feld umsetzen und eine Lösung dieses Problems falle schwer.
Auch wenn Björn Kenter vor der Saison ebenfalls den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben hatte, um sich anschließend „in Richtung Platz fünf bis sieben orientieren“, sind diese Probleme dem HSV bislang fremd. Sechs von neun Spielen haben die Ostwestfälinnen gewonnen, da kann man doch die Saisonziele etwas höher stecken?


„Bis zur Winterpause halten wir an unseren Zielen fest“, dämpft Kenter die Hochstimmung. „Was danach kommt, müssen wir abwarten.“

Ralf Spanier

Quo vadis, Heike Rheine? Auch Trainer Ralf Spanier macht die Leistung seiner Mannschaft ratlos.

Statistik

Herford
Speckmann, Lühr, Schulte, Schlottmann (65.Bujna), Kühme, Mittendorf, Nolte, Hölscher, Mahler Rolfs (58. Müller), Pollmann (74. Herfurth)

Rheine
Mühle, Obermeit, Brinkmann (57. Geric), Zollfrank (57. Augusteyn), Bizarro, Heitmann, Sauer, Voss, Reinicke, Spiekermann (77. Hoffmann), Siegers

Tore
1:0 Nolte (25.)
2:0 Pollmann (55./FE)
3:0 Mittendorf (59.)
4:0 Pollmann (71.)
4:1 Sauer (86.)

Gelb
Kühme, Siegers, Brinkmann

Schiedsrichterin
Sandy Kuchmann (Hachelbich)

Zuschauer: 351

Zweite Bundesliga Nord

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