Text von Christian Heidler 2.6.2006
Für beide Mannschaften war die Saison bereits gelaufen. Die Gastgeber hatten sich schon den Klassenerhalt gesichert und für die Gäste war die Meisterschaft auch theoretisch nicht mehr möglich. Beste Voraus- setzungen eigentlich für ein befreites Aufspielen, hätten beide Teams nicht mit Personalschwierigkeiten zu kämpfen. So erlebten die Zuschauer am Kaiserplatz bei windigem Wetter ein laues Spielchen mit den Borussen als verdientem Sieger.
Die erste verheißungsvolle Aktion war in der 5. Minute zu verzeichnen als Simone Müller in den Strafraum der Berliner eindringen konnte, dann aber statt den Abschluß zu suchen ein Abspiel probierte, das von der TeBe-Verteidigung abgefangen werden konnte. Dies war bezeichnend für das Caldener Angriffsspiel und die beste Jahn-Spielerin, der leider der direkte Zug zum Tor abging und der die gelbgesperrte Sturm- partnerin Jacqueline Scheuren fehlte. Und so kann schon vorweg genommen werden, daß Calden im ganzen Spiel nur wenig Torgefährlichkeit entwickelte.
 Caldens Stürmerin Simone Müller beschäftigte die Berliner Abwehr, konnte aber kein Tor erzielen
Bild: TSV Jahn Calden
Anders dagegen die Hauptstädter, die zu einer ganzen Reihe von guten Einschußmöglichkeiten kamen. Der erste Torschuß nach acht Minuten im Anschluß an eine Ecke verfehlte noch das Ziel, in der 13. Minute konnte dann aber Vollzug gemeldet werden. Eine Berlinerin hatte sich schön auf der linken Seite durchgesetzt und von der Grundlinie quer durch den Strafraum auf Michaela Schulz zurück gelegt, die von rechts vollstrecken konnte. Auch danach blieben die Veilchen am Drücker und spielten sich Chancen heraus, so durch Natalie Mataen (16., knapp rechts vorbei), Kerstin Straka (18., Kopfball nach schöner Flanke von Christine Schoknecht) und zweimal Jessica Brückner (19., knapp links vorbei und 27., volley übers Tor).
Nach einer halben Stunde verflachte das Spiel zusehends und bescherte keine weiteren Höhepunkte. Auch das Publikum war nicht mehr ganz bei der Sache und läutete schon so langsam den gemütlichen Teil des Nachmittags ein, der in die Feierlichkeiten zum fünfundzwanzigjährigem Jubiläum der Mädchenfußballabteilung bei Jahn Calden münden sollte. Aus dieser Jugendarbeit entstammen übrigens neben zahlreichen Hessenauswahlspielerinnen auch die früheren Bundesligaspielerinnen Manuela Utsch (TSV Battenberg) und Karina Thöne (FSV Frankfurt) sowie die aktuelle Wolfsburger Nationalspielerin Martina Müller.
Nach dem Wiederanpfiff durch die Unparteiische Kim-Jana Trenkner legten die Hessinnen, bei denen Jennifer Giehl für Theresa Richter ins Spiel gekommen war, wieder etwas munterer los. Bester Beleg hierfür war wohl ein aus großer
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Ex-Turbine Franziska Liepack organisierte die Viererkette der Borussia
Archivbild: Heinz Günter Sporkel
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Entfernung flach getretener Freistoß von Müller, den die ansonsten wenig geprüfte Kerstin Prusas jedoch sicher aus ihrem linken Toreck fischen konnte. Bald hatte Tennis Borussia wieder die Kontrolle über das Spiel und gab Caldens Schlußfrau Julia Zeuner Gelegenheiten sich zu bewähren.
 Pech: Diesmal blieb Kerstin Straka, die mit 13 Treffern auf Platz 5 der Torschützenliste blieb, ohne Torerfolg, handelte sich aber
eine gelbe Karte ein
Bild: Archivbild: Heinz Günter Sporkel
Im Angriff, in dem die freche Aylin Yaren am auffälligsten wirbelte, gingen die Gäste zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. So köpfte Brückner beispielsweise nach feiner Flanke von Schoknecht aus kurzer Distanz über das Caldener Gehäuse (56. Minute). Vielleicht geschah dies auch in dem Bewußtsein, daß die von Franziska Liepack organisierte Abwehr in der zweiten Halbzeit sehr sicher stand.
In der Caldener Verteidigung machte sich das Fehlen von Birgitt Austermühl bemerkbar und so landeten viele abgewehrte Bälle postwendend wieder beim Gegner. Ein geordneter Spielaufbau kam nur selten zustande. Heimtrainer Manfred Rauschenberg hatte die Partie sicherlich schon abgehakt und schickte Silvia Becker und
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Rebekka Grussdorf aus der erfolgreichen zweiten Mannschaft (Meister der Bezirksoberliga Kassel) auf das Feld, damit diese auch mal Zweitligaluft schnuppern konnten.
Am Ende eines mäßigen Spiels stand wie schon im Hinspiel ein 1:0 Sieg für Tennis Borussia zu Buche. Bleibt zu hoffen, daß sich beide Teams am letzten Spielrundentag noch mal von ihrer besten Seite zeigen, sind sie doch dann die Kontrahenten der beiden im Fernduell noch um den Klassenerhalt kämpfenden Nordvereine wenn Calden in Timmel und Tennis Borussia Berlin gegen Lütgendortmund antreten.
Im Anschluß an die Begegnung stand Berlins Trainer Sven Thoß FanSoccer noch zu einem Gespräch bereit: Zum Interview
TSV Jahn Calden
Zeuner - D. Scheuren, Alexi, Rosek, Georgi, , Klement (72. Grussdorf), S. Thöne, Pottebaum, Th. Richter (46. Giehl), Kanngießer (72. Becker), S. Müller
Tennis Borussia Berlin
Prusas - Mataen, Liepack, Schulz, Boroczinski, Schoknecht, Krengel, Brückner, Kelm, Yaren, Straka
Tore:
0:1 Schulz (13.)
Gelb: Richter, Rosek - Borocczinski, Straka
Gelb-Rot: keine
Rot: keine
Schiedsrichterin: Kim-Jana Trenkner (Winsen)
Zuschauer: offiziell 200
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