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1. Bundesliga, 9. Spieltag

Verkehrte Welt in Leverkusen …

Bayer 04 Leverkusen - SG Essen-Schönebeck 0:2 (0:0)

Bericht von Marion Kehren, Fotos von Marion Kehren und Katrin Müller

14. November 2011
– … die gab es am Wochenende im Ulrich-Haberland-Stadion „zu bewundern“. Trotz angespannter Personalsituation und als Tabellenletzter mit dem Rücken zu Wand dominierten die Werkself-Frauen die Partie in Halbzeit eins nach Belieben. Aber am Ende standen sie, wie leider so oft in dieser Saison, wieder mit leeren Händen da.

Bayer 04 Leverkusen - 1. FC Lokomotive
Leipzig: Himmelhoch jauchzend zu tode betrübt

Ein Spiel mit zwei Gesichtern: Während in der ersten Hälfte die Leverkusenerinnen über weite Teile das Spiel bestimmten, zog Essen die Fäden in der zweiten Halbzeit ... mit dem besseren Ende für sich. (Foto: Marion Kehren)


Caroline Hamann, Feride BakirTrainerin Doreen Maier konnte nach dem Schlusspfiff nur noch mit dem Kopf schütteln, ihr fehlten schlichtweg die Worte. Soeben hatte ihr Team die nächste Niederlage eingefangen und wie so oft – völlig unnötig! Bayer dominierte die erste Halbzeit nach Belieben und bot dem „Überraschungsteam“ aus Essen Paroli. Mit der wieder genesenen Pepa Jäschke im Tor und einer Teresa Tüllmann wieder in der Startelf. Die sonst so selbstbewussten Essenerinnen waren in der ersten Halbzeit kaum zu sehen. Bereits nach 3 Minuten vergab Carolin Dej eine gute Torchance, als sie im Strafraum wegrutschte. Nach knapp fünf Minuten sollte eine schöne Hereingabe von Charlene Hartmann die einzige nennenswerte Essener Möglichkeit in der ersten Hälfte sein, aber der herein fliegende Ball fand keine Abnehmerin.



Uschi HollAb diesem Zeitpunkt zog Bayer sein Angriffsspiel auf und schnürte die SGS förmlich in der eigenen Hälfte fest, Trainer Markus Högner war außer sich vor Wut. Sein Team wirkte teilweise konzeptionslos und die ungenaue Ballabgabe tat ihr Übriges dazu. In der 23. Minute konnten sich die Essenerinnen bei Uschi Holl bedanken. Mit einem Hechtsprung konnte sie einen scharf geschossenen Ball von Teresa Tüllmann, aus der zweiten Reihe, gerade noch an die Querlatte lenken. Kurze Zeit später eine schöne Einzelaktion von Turid Knaak, die mit Ball gekonnt von der linken auf die rechte Seite wechselte. Doch wie so oft  verpasste sie den richtigen Zeitpunkt der Ballabgabe und wieder war eine Chance vergeben. Im Laufe der ersten Halbzeit ließ die enorme Präsenz der Bayer-Frauen nicht nach, nur das erlösende Tor wollte einfach nicht fallen. Weder Carolin Dej, Mandana Knopf noch Kathrin Hendrich schafften den ultimativen Erlösungsschuss. Mittlerweile schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Hausherrinnen in Führung gehen sollten. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit lösten sich die Essenerinnen aus der engen Umklammerung und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch im Mittelfeld.


Carole da Silva CostaDas Spiel war gerade erst ein paar Minuten alt, da riss ein schmerzverzerrter Schrei von Carole da Silva Costa alle auf dem Gelände aus den Fußballträumen. In einer Abwehraktion stieß sie im Strafraum so unglücklich mit Francesca Weber zusammen, dass die Essenerin mit einer schweren Fußverletzung unverzüglich ins Krankenhaus gebracht werden musste. Auf diesem Wege schon einmal gute Besserung! Noch während dieser „Schockphase“ nutzte Melanie Hoffmann eine Kontermöglichkeit gnadenlos aus und stellte mit dem 0:1 den gesamten Spielverlauf auf den Kopf. Unglaublich aber wahr, die Grand Dame der SGS hatte wieder einmal zugeschlagen! Danach war der Leverkusener Spielfluss dahin, Trainerin Doreen Meier musste agieren und brachte mit Eunice Beckmann eine zweite Stürmerin, neben der bereits eingewechselten Lisa Schwab. Aber es half alles nichts, die letzte entscheidende Spielaktion, trotz diverser Chancen,  wollte einfach auf Seiten der Werkself-Frauen nicht gelingen.


Partystimmung bei der SGS!Markus Högner schied in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Schönebeckerinnen agierten recht offensiv und brachten das Spiel sicher über die Zeit, obwohl sie mit Ina Mester, unfair von Eunice Beckmann im Rücken verletzt, einen zweiten Ausfall an diesem Tag zu beklagen hatten. Besonders bitter schien für die Meier-Elf allerdings die letzte Aktion der Gäste, als just mit dem Schlusspfiff die erst 16-jährige Isabelle Wolf das 0:2, nach einem fulminanten Sprint, markierte. Danach kannte die Freude bei den Gästen kein Ende mehr und die Schlachtrufe der SGS-Anhängerschaft wurden nochmals lauter, als Uschi Holl sich das Megaphone schnappte, während wenige Meter daneben die Leverkusenerinnen ihren Katzenjammer austrugen.

Fazit:

Potential gibt es bei Leverkusen (trotz der großen Personalprobleme), aber es fehlt die Vollstreckerin. Bleibt zu hoffen, dass die Werkself-Frauen sich noch halbwegs glimpflich in die Winterpause retten können und dann mit vereinten Kräften zurückkehren werden. Das Überraschungsteam aus Essen, welches zu Anfang der Saison zu den heißesten Abstiegskandidaten zählte, hat nun alle eines Besseren belehrt und dürfte in der Verfassung noch für die eine oder andere Überraschung sorgen.



Elena Pepa Jäschke, Feride Bakir, Isabelle WolfIsabelle Wolf, Johanna Elsig



Stenogramm:

Bayer 04 Leverkusen:
Jäschke - Bakir (73. Mpalaskas), Elsig, Prießen, Tüllmann, F. Weber, Hendrich, Barth, Dej (64. Beckmann), Knopf (46. Schwab), Knaak

SG Essen-Schönebeck:
Holl - Mester (78. Oliveira Leite), Dörpinghaus, da Silva Costa (55. Klasen), Martini, M. Hoffmann, Bade, Dallmann, C. Hartmann (46. Leiding), Wolf, Hamann

Tore:
0:1 Hoffmann (51.)
0:2 Wolf (90.)

Gelbe Karten:
- / Mester

Schiedsrichterin:
Ines Appelmann (Alzey) mit Sonja Kuttelwascher und Hanna Schlemer

Zuschauer:
273


Weitere Bilder von diesem Spiel unter:
www.kapixlog.net



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