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Bericht von Marion Kehren, Fotos von Marion Kehren und Katrin Müller
14. November 2011 … die gab es am Wochenende im Ulrich-Haberland-Stadion
„zu bewundern“. Trotz angespannter Personalsituation und als Tabellenletzter mit dem Rücken zu Wand dominierten die Werkself-Frauen die Partie
in Halbzeit eins nach Belieben. Aber am Ende standen sie, wie leider so oft in dieser Saison, wieder mit leeren Händen da.

Ein Spiel mit zwei Gesichtern: Während in der ersten Hälfte die Leverkusenerinnen
über weite Teile das Spiel bestimmten, zog Essen die Fäden in der zweiten Halbzeit ... mit dem besseren Ende für sich. (Foto: Marion Kehren)
Trainerin Doreen Maier konnte nach dem Schlusspfiff nur noch mit dem Kopf schütteln, ihr fehlten schlichtweg die Worte. Soeben hatte ihr
Team die nächste Niederlage eingefangen und wie so oft völlig unnötig! Bayer dominierte die erste Halbzeit nach Belieben und bot dem
„Überraschungsteam“ aus Essen Paroli. Mit der wieder genesenen Pepa Jäschke im Tor und einer Teresa Tüllmann wieder in der Startelf.
Die sonst so selbstbewussten Essenerinnen waren in der ersten Halbzeit kaum zu sehen. Bereits nach 3 Minuten vergab Carolin Dej eine gute Torchance, als sie im
Strafraum wegrutschte. Nach knapp fünf Minuten sollte eine schöne Hereingabe von Charlene Hartmann die einzige nennenswerte Essener Möglichkeit
in der ersten Hälfte sein, aber der herein fliegende Ball fand keine Abnehmerin.
Ab diesem Zeitpunkt zog Bayer sein Angriffsspiel auf und schnürte die SGS förmlich in der eigenen Hälfte fest, Trainer Markus
Högner war außer sich vor Wut. Sein Team wirkte teilweise konzeptionslos und die ungenaue Ballabgabe tat ihr Übriges dazu. In der 23. Minute
konnten sich die Essenerinnen bei Uschi Holl bedanken. Mit einem Hechtsprung konnte sie einen scharf geschossenen Ball von Teresa Tüllmann, aus der zweiten
Reihe, gerade noch an die Querlatte lenken. Kurze Zeit später eine schöne Einzelaktion von Turid Knaak, die mit Ball gekonnt von der linken auf die
rechte Seite wechselte. Doch wie so oft verpasste sie den richtigen Zeitpunkt der Ballabgabe und wieder war eine Chance vergeben. Im Laufe der ersten
Halbzeit ließ die enorme Präsenz der Bayer-Frauen nicht nach, nur das erlösende Tor wollte einfach nicht fallen. Weder Carolin Dej, Mandana Knopf noch
Kathrin Hendrich schafften den ultimativen Erlösungsschuss. Mittlerweile schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Hausherrinnen in Führung
gehen sollten. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit lösten sich die Essenerinnen aus der engen Umklammerung und es entwickelte sich ein offener
Schlagabtausch im Mittelfeld.
Das
Spiel war gerade erst ein paar Minuten alt, da riss ein schmerzverzerrter Schrei von Carole da Silva Costa alle auf dem Gelände aus den
Fußballträumen. In einer Abwehraktion stieß sie im Strafraum so unglücklich mit Francesca Weber zusammen, dass die Essenerin mit einer
schweren Fußverletzung unverzüglich ins Krankenhaus gebracht werden musste. Auf diesem Wege schon einmal gute Besserung! Noch während dieser
„Schockphase“ nutzte Melanie Hoffmann eine Kontermöglichkeit gnadenlos aus und stellte mit dem 0:1 den gesamten Spielverlauf auf den Kopf.
Unglaublich aber wahr, die Grand Dame der SGS hatte wieder einmal zugeschlagen! Danach war der Leverkusener Spielfluss dahin, Trainerin Doreen Meier musste
agieren und brachte mit Eunice Beckmann eine zweite Stürmerin, neben der bereits eingewechselten Lisa Schwab. Aber es half alles nichts, die letzte
entscheidende Spielaktion, trotz diverser Chancen, wollte einfach auf Seiten der Werkself-Frauen nicht gelingen.
Markus Högner schied in der Pause
die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Schönebeckerinnen agierten recht offensiv und brachten das Spiel sicher über die Zeit, obwohl sie mit
Ina Mester, unfair von Eunice Beckmann im Rücken verletzt, einen zweiten Ausfall an diesem Tag zu beklagen hatten. Besonders bitter schien für die
Meier-Elf allerdings die letzte Aktion der Gäste, als just mit dem Schlusspfiff die erst 16-jährige Isabelle Wolf das 0:2, nach einem fulminanten
Sprint, markierte. Danach kannte die Freude bei den Gästen kein Ende mehr und die Schlachtrufe der SGS-Anhängerschaft wurden nochmals lauter, als
Uschi Holl sich das Megaphone schnappte, während wenige Meter daneben die Leverkusenerinnen ihren Katzenjammer austrugen.
Fazit:
Potential gibt es bei Leverkusen (trotz der großen Personalprobleme), aber es fehlt die
Vollstreckerin. Bleibt zu hoffen, dass die Werkself-Frauen sich noch halbwegs glimpflich in die Winterpause retten können und dann mit vereinten
Kräften zurückkehren werden. Das Überraschungsteam aus Essen, welches zu Anfang der Saison zu den heißesten Abstiegskandidaten
zählte, hat nun alle eines Besseren belehrt und dürfte in der Verfassung noch für die eine oder andere Überraschung sorgen.
  
Stenogramm:
Bayer 04 Leverkusen:
Jäschke - Bakir (73. Mpalaskas), Elsig, Prießen, Tüllmann, F. Weber, Hendrich, Barth,
Dej (64. Beckmann), Knopf (46. Schwab), Knaak
SG Essen-Schönebeck:
Holl - Mester (78. Oliveira Leite), Dörpinghaus, da Silva Costa (55. Klasen), Martini, M. Hoffmann,
Bade, Dallmann, C. Hartmann (46. Leiding), Wolf, Hamann
Tore:
0:1 Hoffmann (51.)
0:2 Wolf (90.)
Gelbe Karten:
- / Mester
Schiedsrichterin:
Ines Appelmann (Alzey) mit Sonja Kuttelwascher und Hanna Schlemer
Zuschauer:
273
Weitere Bilder von diesem Spiel unter:
www.kapixlog.net
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