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1. Bundesliga

Holl rechnet ab!

Das offizielles Statement der Uschi Holl über die Hintergründe ihres Vereinswechsels

Bericht von Marion Kehren, Fotos von Marion Kehren und Karin Reuter

24. August 2011
   Es gibt wahrlich nicht viele Bundesligaspielerinnen, die noch während ihrer aktiven Spielzeit einen Blick hinter die Kulissen des Vereinslebens zulassen. Eine der wenigen Ausnahme bildet dabei wohl die ehemalige Nationaltorhüterin, die bis zur letzten Saison noch das Tor ders FCR 2001 Duisburg hütete und dann plötzlich "ausrangiert" wurde. Nun fand die 29-Jährige für ein Jahr mit Essen-Schönebeck einen neuen Arbeitgeber und lies es sich jetzt nicht mehr nehmen ihr Sicht einmal klar dazustellen..


Anke Preuß, Ursula Holl, Christina BellinghovenIn den vergangenen Jahren sammelte die Torhüterin besonders in Frankfurt und Duisburg Titel ohne Ende und ist dabei eine der wenigen deutschen Spielerinnen, die auf Vereinsebene gleich mehrfach alle Titel (Deutsche Meisterschaft, Deutscher Pokalsieger und UEFA Cup/ Champions League Gewinner) geholt hat. Nach dem Weggang von Kathrin Längert vor der Saison 2009/2010 zum FC Bayern München wurde die gebürtige Würzburgerin, als neue Nummer eins, für das Löwinnentor verpflichtet und erhielt einen Zweijahresvertrag.

Während die erste Saison noch relativ gut verlief und wenigstens der DFB-Pokal verteidigt werden konnte, lief es für Holl in der zweiten Saison nicht so geschmeidig. Eine langwierige Verletzung der hinteren Beckenmuskulatur plagte sie gleich mehrere Monate und führte schließlich dazu, dass die Torhüterin eine längere Pause einlegen mußte. Während Ersatzkeeperin Christina Bellinghoven das FCR-Tor hütete versuchte Holl schnellstmöglich wieder fit zu werden, da bekanntermassen die WM im eigenen Land bevor stand.

Bild links: Stolz präsentiert Ursula Holl (Bildmitte) zusammen mit ihren Kolleginnen Anke Preuß und Christina Bellinghoven den DFB-Pokal zum Saisonauftakt 2010/2011. (Foto: Marion Kehren)


Inka GringsMehr und mehr häuften sich die Gerüchte, Holl würde sich nur für die Nationalmannschaft schonen. Bei den Löwinnen wurde sie bis Saisonende nicht mehr berücksichtigt und sass zuweilen auf der Ersatzbank. Kurz vor der WM teilte die angehende Bankfachwirtin mit, dass sie nach dieser Saison den FCR 2001 Duisburg verlassen würde. Das Statment auf ihrer Hompage war kurz und knapp:

"Hallo zusammen, ich wollte es nicht versäumen Euch mitzuteilen, dass sich meine und die Wege des FCR Duisburg in der kommenden Saison trennen. Wir konnten uns auf keine weitere Zusammenarbeit verständigen. Liebe Fans, Mannschaft, Betreuer und Trainer, vielen Dank für 2 tolle und aufregende Jahre. Machts gut, wir sehn uns. Uschi".

Bild rechts: Ursula (Uschi) Holl im FCR Trikot. (Foto: Marion Kehren)



Zur neuen Saison nun wollte sich Uschi Holl es sich nicht nehmen lassen noch ein offizielles Statment zu ihrer Person abzugeben und mit einigen Unwahrheiten aufzuräumen. Dieses Statment veröffentlichte sie nun auf ihrer Homepage:



Katharina Leiding, Isabelle Wolf, Sabrina Bemmelen, Sharon Beck ,Coach Markus Högner, Linda Dallmann, Jacqueline Klasen, Ursula Holl, Charline Hartmann
Hallo zusammen,
kurz vor der WM hatte ich Euch ja mitgeteilt, dass der FCR und ich in der neuen Saison, ohne Angabe von Gründen, getrennte Wege gehen. Jetzt hat sich in der vergangenen Zeit fälschlicher weise der Eindruck erhärtet, ich hätte den Verein aus finanziellen Gründen verlassen.

Gegen Ende der Saison bat ich den Verein mir ein Angebot für die Saison 11/12 zu unterbreiten. Ich habe dem Verein ausserdem signalisiert, dass ich nicht beabsichtige zu wechseln und meine kompromissbereitschaft für die Konditionen des Vertrags erklärt, da ich um die finanzielle Situation des Vereins wusste.
Kurz vor der Vorbereitung zur Weltmeisterschaft wurde von der medizinischen Abteilung des DFB meine Verletzung neu diagnostiziert und im Laufe der Vorbereitung erfolgreich therapiert. Nach dem 3. Vorbereitungslehrgang teilte mir der FCR dann mit, der Aufsichtsrat hätte entschieden mir aus gesundheitlichen Gründen keinen neuen Vertrag anzubieten. Um kommunikative Missverständnisse auszuräumen fragte ich nochmal an und es wurden wieder gesundheitliche Gründe genannt. - Von dieser Fehleinschätzung profitiert jetzt die SG Essen-Schönebeck.


Da ich mein privates und berufliches Leben voll auf meine Wahlheimat NRW ausgerichtet hatte und ein Umzug kaum unausweichlich war, nahm ich mir Zeit bis ich mich für den weiteren Verlauf meiner sportlichen Karriere entschied. Deshalb bin ich froh, dass ich in Essen-Schönebeck jetzt die Möglichkeit habe, weiterhin attraktiven Bundesligafussball in NRW spielen zu können. Ich wurde in Essen mit offenen Armen empfangen und fühle mich dort pudelwohl. Die Mannschaft hat eine Menge Potenzial und so wie ich von der Spielfreude und Unbekümmertheit meiner Mitspielerinnen profitiere, kann ich sie an meiner Erfahrung teilhaben lassen und Verantwortung übernehmen.

Frei nach dem Motto: "Das Leben, ist das was passiert, wenn Du fleißig andere Pläne schmiedest."; freue ich mich auf diese Saison :)..
In diesem Sinne,
wir sehn uns in Essen..
Ole, ole..


Bild links: Essens Trainer Markus Högner mit allen Neuzugängen in dieser Saison: Katharina Leiding, Isabelle Wolf, Sabrina Bemmelen, Sharon Beck, Linda Dallmann, Jacqueline Klasen, Ursula Holl, Charline Hartmann. (Foto: Karin Reuter)




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