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Bericht und Bilder von Sandra Kunschke
17. Oktober 2011 …Premiere für beide Mannschaften, noch nie spielte man gegeneinander. Jedoch war diese Premiere nur für eine Mannschaft erfreulich, nämlich für die Breisgauerinnen. Schafften sie doch mit einem frühen, aus Leverkusern Sicht unnötigen Tor, von Anfang an klare Verhältnisse und ließen die Bayer 04 Mädels wieder in ihr altes Schema der Verunsicherung zurückfallen. „Wenigstens das Wetter ist schön“ meinte Doreen Meier nach der Partie mit einer gehörigen Portion Galgenhumor.

Spätestens mit dem Tor von Marina Makanza zum 1:4 war das Schicksal von Leverkusen besiegelt.
Im Vergleich zum Spiel der vergangenen Woche gegen Frankfurt stellte Doreen Meier ihre Mannschaft nur auf einer Position um. Für die verletzte Claudia Götte (doppelter Wadenbeinbruch) rückte Marith Prießen wieder in die Startelf. Eine erfreuliche Nachricht gab’s dann auch noch auf Leverkusens Seite: Teresa Tüllmann stand nach ihrer langen Verletzungspause endlich wieder im Kader. Freiburgs Trainer Milorad Pilipovic musste lediglich ohne seine Stammtorhüterin und Schweizer Nationaltorhüterin Marisa Brunner auskommen, für sie rückte U-Nationalspielerin Laura Benkarth nach.
Die ersten Minuten sahen gar nicht mal schlecht aus. Doch bereits nach fünf Minuten verursachte Johanna Elsig nach einem Foul an Essi Sainio einen berechtigten Elfmeter, den Freiburgs Kapitänin Kerstin Boschert sicher zur frühen Führung für die Gäste verwandelte. Weitere fünf Minuten später: eine flache Hereingabe von Isabelle Meyer und die flinke Hasret Kayikci schob zum 2:0 ein. Leverkusen agierte nun vollkommen verunsichert - man hatte ab und an den Eindruck keiner wollte den Ball haben um ja keinen Fehler zu machen und auch mit dem schnellen Spiel der Freiburgerinnen schienen sie nicht zurecht zu kommen. Die Gäste aus dem Breisgau profitierten natürlich von dieser totalen Verunsicherung und drängten die Gastgeberinnen in die eigene Hälfte. In der 22. Minute dann Schock für Freiburg, die Torschützin Kayikci musste, nachdem ihr eine Leverkusener Spielerin zuvor unbeabsichtigt auf die Hand getreten war, verletzt ausgewechselt werden. Vermutet wurde ein Fingerbruch (nach meiner Beobachtung ein offener Bruch). Doch die Gäste zeigten sich dadurch keinesfalls geschwächt, folgte doch gleich wieder eine Offensivaktion. Nach einer Ecke traf Isabelle Meyer ins Eckige, befand sich aber in einer Abseitsposition. Dann kamen aber auch die Leverkusenerinnen mal vor das gegnerische Tor. Francesca Weber brachte eine Eckenvariante schön herein doch leider verpasste Johanna Elsig den Ball am zweiten Pfosten knapp. Ein weiteres folgenreiches Foul, diese Mal von Audrey Knoop an Isabelle Meyer, sorgte für dann schon für den 0:3 Pausenstand. Die Gefoulte schoss den zugesprochenen Freistoß selbst und fand genau den Kopf von Sainio, die nur noch einnicken musste. Kurz vor der Pause konnte dann auch noch den zweiten Torschuss für Leverkusen verzeichnet werden. Elsig versuchte es aus der zweiten Reihe, ihr Schüsschen fiel jedoch genau in die A rme von Freiburgs Torfrau Laura Benkarth.
Nach Wiederanpfiff legte die Werkself ihre Unsicherheit ein wenig ab. Für 20-25 Minuten hatte man den Eindruck die beiden Mannschaften haben die Rollen getauscht. Dabei sorgte gerade die eingewechselte Eunice Beckmann für frischen Wind und so fiel dann auch der Anschlusstreffer durch Carolin Dej. In der nächsten Szene hatte Beckmann dann bei ihrem Sturm auf’s Tor Pech: ein klarer Vorteil wurde abgepfiffen, auf Freistoß entschieden und eine berechtigte gelbe Karte gezeigt. Da muss man Schiedsrichterin Sandra Blumenthal mal fragen warum sie den Vorteil nicht abgewartet hat und die Karte anschließend zeigte. Auch Johanna Elsig blieb weiterhin ohne Glück, nach einer Ecke von Turid Knaak köpft sie an die Querlatte. Plötzlich Freiburg wieder da, aber Essi Sainio hatte ebenfalls kein Glück. Nach einem Pass von Melanie Leupolz vergab sie völlig freistehend eine 100 prozentige Möglichkeit. Die Breisgauerinnen in Folge wieder die dominierende Mannschaft was sich auch auf dem Torkonto bemerkbar machte. Leverkusens Torfrau Anna Klink konnten einen Ball von Sainio nicht richtig halten und Freiburgs Französin Marina Makanza netzt aus kurzer Distanz ein. In der letzten Minute war es die erst vier Minuten vor Schluss eingewechselte Julia Zirnstein, die nach einer Vorlage von Makanza den fünften Treffer erzielte. Trainer Milorad Pilipovic hatte ihr vor der Einwechslung mit auf den Weg gegeben, dass er sie vom Platz tragen würde, wenn sie noch ein Tor machen würde, was er dann auch tat.
Stimmen zum Spiel:
Freiburgs Trainer Milorad Pilipovic war nach dem Spiel sichtlich zufrieden: „Für uns war es ein Schlüsselspiel. Die erste Halbzeit haben wir klasse gespielt, in der 2. Hälfte hatten wir eine kritische Phase aber trotzdem gut gestanden. Ich bin sehr zufrieden, das war eine Klasse Leistung von meiner Mannschaft. Die nächsten Spiele gegen Frankfurt und Wolfsburg werden nicht leicht, deswegen war es heute enorm wichtig zu Punkten.“
Doreen Meier: „Der Elfmeter hat alles kaputt gemacht, da siehst du dann einfach das fehlende Selbstbewusstsein. Freiburg hat uns mit einem dermaßen schnellen, offensiven und aggressiven Kurzpassspiel immer wieder überrannt, wir wussten nicht wo uns der Kopf stand. Wir waren nicht in den Zweikämpfen drin, wir haben nicht einen defensiven Zweikampf gewonnen und haben keine eigenen Akzente gesetzt. Es ist mir unerklärlich was in der ersten Halbzeit los war.“
   
Stenogramm:
Bayer 04 Leverkusen:
Klink, Knopp, Elsig, Hendrich, Barth (46. Beckmann), Knaak, Prießen, Dej (70. Knopf), Schwab, Weber, Kasperczyk (53. Bakir)
SC Freiburg:
Benkarth, Wendlinger, Boschert, Abbe, Leupolz, Meyer (86. Zirnstein), Miraoui, Lohmann, Kayikci (22. Makanza), Sainio, Hegenauer (83. Igwe)
Tore:
0:1 Boschert (5. FE)
0:2 Kayikci (10.)
0:3 Sainio (40.)
1:3 Dej (59.)
1:4 Makanza (80.)
1:5 Zirnstein (90.)
Gelbe Karten:
Knoop / Leupolz
Schiedsrichterin:
Sandra Blumenthal (Pritzwalk), es assistierten Verena-Kordula Schultz und Melanie Göbel
Zuschauer:
251
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