1. Bundesliga, 1. SpieltagAm Prüfstein gescheitertVfL Wolfsburg – 1. FFC Frankfurt 4:3 (1:1) | ||
Text und Bilder von Sven E. Hafft 18.08.2010 Wie im Vorjahr, hatte der 1. FFC Frankfurt am ersten Spieltag die Reise nach Wolfsburg anzutreten. Genügten damals drei Auswärtstore für einen knappen Sieg, so reichten sie diesmal vor einer stattlichen Kulisse von über 3000 Zuschauern nur zu einer ebenso knappen Niederlage, womit die Überraschung des Tages perfekt war. Bei trübem Wetter entwickelte sich eine zerfahrene Anfangsphase, in der beiderseits noch nicht viel zusammenlief. Erste Chancen hatten Melanie Behringer, die deutlich über das Tor schoss, und Leni Larsen Kaurin, deren Linksschuss sicher von Frankfurts Kapitänin Nadine Angerer abgefangen wurde. ![]() Wie in allen Stadien, wurden auch vor diesem Spiel die anwesenden U-20-Weltmeisterinnen geehrt (v. l. die Frankfurterinnen Dzsenifer Marozsan, Valeria Kleiner und Svenja Huth, rechts Selina Wagner vom VfL Wolfsburg) Dann aber zog das Spiel an; beide Seiten drängten auf die Führung. Martina Mosers erste Gelegenheit wurde wegen Abseitsstellung abgepfiffen; auf der anderen Seite bediente Kerstin Garefrekes Conny Pohlers, doch Alisa Vetterlein im Wolfsburger Kasten hielt hervorragend. Dann ein erster großer Auftritt von Birgit Prinz, deren Schuss nach Pass von Behringer denkbar knapp am Tor vorbeiging (19.). Frankfurt erhöhte nun den Druck, die Wölfinnen hielten mit Kampf dagegen, was Andrea Wilkens schließlich eine Gelbe Karte einbrachte (24.). Zwischenzeitlich lag der Ball sogar einmal im Wolfsburger Netz, doch Pohlers hatte bei ihrem „Treffer” die Hand zu Hilfe genommen, sodass dieser nicht zählte. ![]() Die vielseitige Kerstin Garefrekes, hier beobachtet von Nathalie Bock, machte ein gewohnt solides Spiel Nach einer halben Stunde startete Frankfurts Neuzugang Jessica Landström einen Flügellauf über links, passte auf Birgit Prinz, die wiederum Conny Pohlers bediente, die zur Führung einschoss. Da führte nun der jetzt auch überlegene Favorit – würde das Spiel nun in gewohnten Bahnen verlaufen? Nein, denn die Gäste schenkten die Führung schnell wieder her, denn nur zwei Minuten später schlug Wolfsburgs Stephanie Bunte einen Ball in Richtung Strafraum, den die ansonsten gut spielende Ariane Hingst unterlief. Dadurch gelangte Rebecca Smith in Ballbesitz, legte sich das Leder vor und schloss überlegt mit links ins rechte Eck ab. ![]() Torschützinnen unter sich: Conny Pohlers (links) und Rebecca Smith schossen jeweils das erste Tor für ihr Team |
Mit dieser schönen Einzelleistung erzielte Wolfsburgs Rebecca Smith den schnellen Ausgleich zum 1:1 und hielt damit die Partie offen - Sarah Thunebro im Hintergrund hat keine Gelegeneheit, noch einzugreifen | |
Trotz ansprechenden Spiels gelang vor der Pause keiner Mannschaft mehr ein Tor. Dafür hatte es die zweite Halbzeit umso mehr in sich, denn nun waren es plötzlich die Gastgeberinnen, die das Spiel machten. In der 55. Minute flankte Zsanett Jakabfi von rechts auf Martina Müller, die souverän zum 2:1 vollendete. ![]() Großalarm im Wolfsburger Strafraum, doch der Ball geht knapp vorbei In der sehenswerten Partie zeigte Frankfurt zwar das technisch gefälligere Spiel, doch Wolfsburg kompensierte dies durch Schnelligkeit und Aggressivität. In der 65. Minute stieß Müller nach rechts vor und passte zurück in den Strafraum zu Leni Larsen Kaurin, die überlegt zum 3:1 einschoss. Frankfurt in höchster Not – war das die Entscheidung? Nein, denn auch diese Führung hatte nicht lange Bestand. Schon zwei Minuten danach gelang Birgit Prinz durch energischen Einsatz nach Zuspiel von Conny Pohlers der Anschluss. Und damit nicht genug; bereits drei Minuten später gab Melanie Behringer aus gut 25 Metern einen nicht allzu gefährlich wirkenden Schuss ab, der aber von Rebecca Smith unhaltbar für Alisa Vetterlein abgefälscht wurde – ein glückliches Tor! Auch hier galt: Wie gewonnen, so zerronnen. ![]() Soeben hat Birgit Prinz den Anschlusstreffer zum 2:3 markiert - kurz darauf glich Frankfurt sogar noch aus In der weiterhin umkämpften Partie brachte Alexandra Krieger in der 80. Minute Martina Müller im Strafraum zu Fall – Elfmeter! Navina Omilade legte sich den Ball zurecht und schoss platziert ins linke Eck, unerreichbar für Kapitänin Angerer, die in die richtige Ecke sprang. |
Auch die hektischen Schlussminuten überstanden die Wölfinnen noch, sodass nach Ende der zweiminütigen Nachspielzeit großer Jubel ausbrach. Die kommenden Ansetzungen bringen überdies manch lösbar erscheinende Aufgabe mit sich, was Hoffnungen auf einen guten Saisonstart nähren dürfte. ![]() Wann bekommt Nadine Angerer schon mal vier Tore eingeschenkt? Das schaffen eigentlich nur Potsdam und das Nationalteam der USA Für Frankfurt hingegen könnte die Stunde der Wahrheit schon recht früh schlagen; immerhin muss man am dritten Spieltag nach Potsdam und am fünften nach Duisburg. ![]() Die Überraschung ist perfekt: Ausgelassener Wolfsburger Siegesjubel
| |