1. Bundesliga, 2. Spieltag„Duisburg ist nicht unsere Kragenweite!“SG Essen-Schönebeck - FCR 2001 Duisburg 0:2 (0:1) | ||
Text von Marion Kehren 23. August 2010 „Eigentlich wollte ich nicht so dastehen und diese Floskel benutzen, aber jetzt muss ich es doch tun“, so die nüchterne Bilanz von Essens Trainer Markus Högner nach dem ersten Heimspiel. „Alles im allem hat meine Mannschaft schlecht gestanden und hatte Angst, wie das Kaninchen vor der Schlange.“ Wer am heutigen Tage auf ein erneutes spannendes Revierderby gehofft hatte, wurde bereits nach dem Anpfiff bitter enttäuscht. Trotz der vielen Verletzten agierte Duisburg mit wesentlich mehr Druck und hatte das Spiel jederzeit fest im Griff. Glück im Unglück hatte dabei Trainerin Martina Voss-Tecklenburg, die doch auf die beiden niederländischen Nationalspielerinnen Kiesel und Roelvink zurückgreifen konnte, welche erst in den frühen Morgenstunden von der WM-Qualifikation in Weißrussland zurückgereist waren. Ebenso erfreulich die Rückkehr von Linda Bresonik in die Startelf, hingegen meldete sich Turid Knaak, aus gesundheitlichen Gründen, ab. Essen musste u.a. auf die gelb-rot gesperrte Sabrina Dörpinghaus, Ana Cristina Oliveira Leite (WM-Qualifikation mit der Nationalmannschaft) und Michele Weissenhofer (privater USA Aufenthalt) verzichten, die in Punkto Nationalmannschaft auf Achse waren.
Die wieder genesene Linda Bresonik bekam es bei ihrem ersten Bundesligaeinsatz in der neuen Saison mit Nadine Kraus zu tun und lieferte eine anständige Leistung ab. Bereits nach zwei Minuten setzten die Löwinnen ein erstes Ausrufezeichen, als Alexandra Popp einen sehenswerten Schuss gen Essener Gehäuse abfeuerte. Duisburg in allen Belangen völlig überlegen, drängte die Hausherrinnen weit in ihre eigene Hälfte zurück ohne allerdings zu weiteren nennenswerten Tormöglichkeiten zu gelangen. Vielleicht lag es auch einfach an der Tatsache, dass die Essenerinnen teilweise mit sechs Spielerinnen ihr Tor verteidigten und damit nicht genug, sind doch mittlerweile mehr als die Hälfte der
Trainer Markus Högner konnte und wollte mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden sein. Es dauerte bis zur 19. Minute, ehe der FCR die Zügel fester in die Hand nahm. Kapitänin Inka Grings flankte auf die im Strafraum freistehende Inka Grings, doch die verpasste leider um Millimeter das Leder. Keine Minute später eine geniale Vorstellung von Kozue Ando. Die Japanerin spurtete mit dem Ball über das halbe Feld und ließ dabei gleich mehrere Schönebeckerinnen stehen bzw. sie wurde erst gar nicht gestört!
Keine einzige Essener Spielerin hatte überhaupt versucht Ando aufzuhalten!!! Leider blieb ihr der Führungstreffer verwehrt; denn der Ball klatschte vom linken Pfosten zurück ins Spielfeld. |
Die 20. Spielminute, als Kozue Ando gleich eine Vielzahl von Essener Spielerinnen einfach stehen ließ ist als Spielgelbild der gesamten Partie zu sehen. Gleich mehrere Schönebeckerinnen schaffen es nicht die Japanerin unter Kontrolle zu bringen bzw. sie überhaupt einmal anzugreifen. | |
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Essen zeigte sich erschreckend schwach: kaum Zweikampfsituationen, die Pässe zu ungenau, ließen sie den Löwinnen definitiv viel zu viel Platz und spielten selber „Angsthasenfußball“. In der 30. Minute schaffte es dann doch einmal eine Duisburgerin das „Abwehrbollwerk Schönebeck“ zu knacken. Die Belgierin Femke Maes traf, nach einer schönen Hereingabe von Oster über rechts, zum 0:1 Führungstreffer. Falls sich einer fragt warum keine Spielszenen von Essen beschrieben werden ganz einfach es gab keine. In der ganzen ersten Halbzeit schaffte es die SGS nicht ein Mal gefährlich vor dem Tor der Gäste aufzutauchen.
Lufttanz oder Luftkampf zwischen Vanessa Martini und Simone Laudehr? Lediglich Nadine Kraus versuchte mit einigen Alleingängen für Unruhe zu sorgen, die aber meist im Keim erstickt wurden. Die überwiegende Zeit der ersten Hälfte war geprägt durch ein langweiliges Gekicke. In der Halbzeit wurde Ilka Pedersen, verletzungsbedingt, gegen Philine von Bargen ausgewechselt. Letztgenannte gab übrigens ihr Bundesliga-Debüt! Mit ihr und der Einwechslung von Deniz Öser erschien die SGS etwas offensiver, aber für Torgefahr waren weiterhin die Duisburgerinnen zuständig. In der 55. Minute vergab Grings eine wirklich 120%ige Chance, als sie ungehindert aufs SGS Tor ballerte, aber Lisa Weiß konnte mit einer wahnsinnigen Parade den Ball zur Ecke klären.
Der zweite Lichtblick bei der SGS: Melanie Hoffmann! Doch meist wurde sie von der Duisburger Abwehr gut bewacht. Hier z.B. von Marina Himmighofen, die aufsteigende Form vorweist. Im direkten Gegenzug hatte Essen seinerseits nun die Möglichkeit zum Ausgleichstreffer. Die grippegeschwächte Melanie Hoffmann bediente Caroline Hamann und verfehlte den Duisburger Kasten nur knapp. |
Das endgültige Aus von Essen kam aber aus einem eigenen Fehler heraus. Nach einem katastrophalen Abwehrfehler von Marlen Kowalik schaltete Kozue Ando am schnellsten und erzielte im Nachschuss den 0:2 Endstand.
Insgesamt konnte die Partie kaum Höhepunkte vorweisen. Essen blieb farblos und blass und war auch in Punkto Fitness dem Reviernachbarn völlig unterlegen. Der FCR hingegen brauchte zu viele Anlaufmöglichkeiten und vergab mind. 5-6 100%ige Tormöglichkeiten. Einzige Lichtblicke im Spiel der SGS waren die hervorragende Leistung von Torhüterin Lisa Weiß und der „Schaltzentrale“ Melanie Hoffmann. Duisburg hingegen brachte auch nicht gerade gewohnten Paradefußball, bleibt aber nach dem Sieg weiter Tabellenführer. „Ich freue mich, endlich mal wieder 3 Punkte aus Essen mitzunehmen, die sind wichtig für uns. Wir werden aber auch sicherlich unsere Lehren aus dem Spiel ziehen müssen, “ so Martina Voss-Tecklenburg.
Endlich mal wieder drei Punkte aus Essen entführt- die Löwinnen bedankten sich bei ihren mitgereisten Fans.
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