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1. Bundesliga - 16. Spieltag

Pflichtaufgabe mit Unterbrechungen

Hamburger SV - 1. FFC Frankfurt 0:3 (0:0)

Von Jens Wolter (Text) und Beate Wolter (Fotos)

10.04.2006
Eine durchschnittliche Leistung genügte dem Meisterschaftsfavoriten aus Frankfurt, um eine Hamburger Mannschaft zu besiegen, deren vorrangiges Ziel es offenkundig war, eine Wiederholung des Debakels aus dem Hinspiel (0:9) zu verhindern.

Susanne Hartel, Meike Weber, Friederike Engel, Louise Hansen, Steffi Jones, Kerstin Garefrekes, Pia Wunderlich

Man kennt sich aus der Juniorennationalmannschaft: Susanne Hartel, Meike Weber und Friederike Engel (vorne v.l.n.r.). Im Hintergrund Steffi Jones, Louise Hansen, Pia Wunderlich und Kerstin Garefrekes vor dem Warmspielen.

Den Zuschauern bot sich in der ersten Halbzeit das Bild eines total feldüberlegenen 1.FFC Frankfurt, der sich allerdings vergeblich bemühte, das aus 10 vor und im Strafraum versammelten Spielerinnen bestehende Abwehrbollwerk des Gastgebers auszuhebeln. Die Hamburger Torjägerin Tanja Vreden als einzige echte Spitze stand auf verlorenem Posten, zumal sie sich zumeist gleich von zwei bis drei Gegenspielerinnen umringt sah. Die Frankfurterinnen taten sich sehr schwer, gegen die massierte Deckung der Hamburgerinnen nenneswerte Chancen heraus zu spielen

Christine Frai, Maja Schubert, Renate Lingor, Tanja Vreden

Für Belustigung auf dem Platz und der Tribüne sorgte die Spielunterbrechung nach vier Minuten, als zunächst Maja Schubert, Renate Lingor und Tanja Vreden (v.l.n.r.) ein Loch schließen wollten, dann aber doch Mutterboden gebracht werden musste. Schiedsrichterin Christine Frai (l.) amüsierte sich.

Die besten Einschussmöglichekeiten ergaben sich für Kerstin Garefrekes in der 12. Minute nach einer Unaufmerksamkeit der Hamburger Deckung sowie durch gefährliche Schüsse von Louise Hansen in der 21. und Meike Weber in der 30. Minute. Den einzigen gefährlichen Gegenangriff der Gastgeberinnen führte Aferdita Kameraj durch einen Alleingang auf der rechten Seite, ihre Hereingabe in den Strafraum war dann allerdings etwas zu scharf für die mitgelaufene Tanja Vreden. Im Laufe der ersten Halbzeit holten sich Meike Weber in der 10. Minute (Foul an Vreden) und Kameraj in der 43. Minute (Foul an Birgit Prinz) jeweils zurecht eine gelbe Karte ab.

Vanessa Schröer

Das Verletzungspech beim HSV geht weiter: Vanessa Schröer, in der Winterpause gerade erst von der zweiten Mannschaft aufgerückt, verletzte sich nach einem Pressschlag am Knöchel und musste ausgewechselt werden. Wir wünschen gute Genesung!

Prägender als die rein sportlichen Bemühungen waren für den ersten Durchgang jedoch die Unterbrechungen:
Die erste bereits nach 4 Minuten, als ein etwa knöcheltiefes Loch mitten auf dem Spielfeld festgestellt wurde, das von einem Betreuer erst mit rasch herbeigeschafftem Mutterboden aufgefüllt werden mußte. Die zweite in der 12. Minute, als


Renate Lingor, Alexandra Gärtner, Imke Wübbenhorst, Marion Wilmes

Da war der Bann gebrochen - Renate Lingor traf nach Vorarbeit von Louise Hansen zum 0:1. Alexandra Gärtner kam zu spät, Imke Wübbenhorst (15) und Marion Wilmes (11) beobachten den Gegentreffer.

Vanessa Schröer nach dem Abblocken eines Frankfurter Schusses mit einer Knöchelverletzung erst auf dem Spielfeld und dann außerhalb behandelt werden mußte. Für sie kam in der 16. Minute Miriam Scheib ins Spiel. Die dritte Zwangspause schließlich in der 39. Minute, als sich die Schiedsrichterin richtigerweise entschloss, das Spiel wegen eines immer heftiger werdenden Hagelsturmes für einige Minute zu unterbrechen. Die Hamburgerinnen waren sicherlich hoch zufrieden, als das Spiel nach dem Wiederanpfiff und vier Nachspielminuten torlos in die Pause ging.

Tanja Vreden, Marleen Wissink

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Tanja Vreden die Führung für den HSV auf dem Fuß. Sie lupfte den Ball über Marleen Wissink Richtung Tor, doch der Ball ging gut 50 Zentimeter neben das Gehäuse.

Die erste Torchance der zweiten Halbzeit gehörte dem HSV, als Tanja Vreden nach einer Vorlage von Silva Lone Saländer den Ball knapp über die zu weit vor ihrem Kasten stehende Marlen Wissink und ihr Tor hinweg hob. Dann kamen aber wieder die Frankfurterinnen, die im zweiten Duchgang besser ins Spiel fanden und zu schnelleren Aktionen und gefährlichen Torchancen kamen.

Hagel

In der 39. Minute ging nichts mehr - der Hagel prasselte den Spielerinnen so stark ins Gesicht, dass Schiedsrichterin Frai für einige Minuten unterbrechen musste. Sofort suchten die Spielerinnen und das Unparteiischenteam Schutz unter dem Dach bzw. unter der Fahne.

Fast zwangsläufig fiel dann in der 54. Minute das 0:1, als Renate Lingor eine schöne Vorarbeit von Louise Hansen aus kurzer Distanz verwertete. Genau zehn Minuten später war es dann Kerstin Garefrekes, die einen schönen Alleingang über halbrechts mit dem vorentscheidenden Tor zum 0:2 abschloss, bei dem Torfrau Bianca Weech keine Abwehrchance blieb.

Tina Wunderlich, Tanja Vreden

Bei den Vorstößen von Tanja Vreden ging es oftmals um Zentimeter. Hier klärt Tina Wunderlich in letzter Sekunde.

In der Folge ergaben sich für die Frankfurterinnen noch weitere Möglichkeiten, wie z.B. in der 71. Minute, als Bianca Weech und ihre Abwehr gleich mehrere Schussversuche nur mit Mühe abwehren konnten. Letztendlich


fiel dann in der 85. Minute doch noch das standesgemäße 0:3, als Bianca Weech gerade noch vor Birgit Prinz retten konnte, beim zweiten Versuch, einem sehenswerten Distanzschuss von Meike Weber, der genau unter die Latte passte, jedoch wiederum keine Abwehrmöglichkeit hatte.

Aferdita Kameraj, Birgit Prinz

Schenken sich nichts: Birgit Prinz (r.) und Aferdita Kameraj. Gestern aber gab es kaum Duelle, nach dem einzigen Foul von Kameraj folgte prompt die Entschuldigung.

Letztendlich kam Frankfurt zu einem verdienten, aber glanzlosen Sieg gegen einen HSV, der sich von Anfang an nur um Schadensbegrenzung, nicht jedoch um konstruktives Aufbauspiel bemühte. Bedauerlich ist aus Hamburger Sicht besonders, dass zu der Niederlage möglicherweise mit Vanessa Schröer auch die nächste Langzeitverletzte gekommen sein könnte.

Birgit Prinz, Meike Weber

Um an Autogramme zu kommen, rannten einige junge Fans gleich mehrere Runden beim Auslaufen mit. Hier werden Birgit Prinz (l.) und Meike Weber, die gestern zu ihrem ersten Bundesligator kam, "verfolgt".

Bericht von Fuxi

Aufstellungen

Hamburger SV
Weech - Engel, Gärtner, Haye, Wilmes - Kameraj, Saländer, Wübbenhorst, Schröer (16. Scheib/ 71. Heinßen), Schubert - Vreden

1. FFC Frankfurt:
Wissink - T.Wunderlich, Jones, Zerbe - Garefrekes, Lingor (70. Albertz), Weber (86. Künzer), Hansen, P. Wunderlich - Affeld (81. Kliehm), Prinz

Tore:
Tore:
0:1 Lingor (54.)
0:2 Garefrekes (64.)
0:3 Weber (85.)

Gelbe Karte: Kameraj (43.) - Weber (10.)

Besondere Vorkommnisse:
- Spielunterbrechung (4. Minute) wegen Rasenreparatur (2 Minuten)
- Spielunterbrechung (39. Minute) wegen Hagelsturm (2 Minuten)

Schiedsrichterin: Christine Frai (Bremen)

Zuschauer: 670

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