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Hamburger SV - 1. FC Saarbrücken Spielbericht

· Archivbestand · 871 Wörter

Hamburger SVHamburger SV
gegen
1. FC Saarbrücken1. FC Saarbrücken

1. Bundesliga, 16. Spieltag

Eiskalt zurückgeschlagen

Hamburger SV - 1. FC Saarbrücken 3:1 (2:1)

06.12.2010   Not macht erfinderisch – diese alte Weisheit hatten sich die Verantwortlichen der HSV-Frauenfussballabteilung im Vorfeld der Partie gegen den 1.FC Saarbrücken zu eigen gemacht und so war man auf der Suche nach einer Ausweichstätte für den völlig zugeschneiten und vereisten Wolfgang-Meyer-Sportplatz mit dem Kunstrasenplatz am Nachwuchsleistungszentrum in Norderstedt letztendlich auch fündig geworden...

Nachdem dieser bereits am Samstag nachmittag von den Schneemassen befreit worden war, musste der Platzwart aufgrund des in der Nacht sowie am frühen Sonntag morgen gefallenen Nachschubs kurzerhand nochmals eine Sonderschicht einlegen, sodass die Partie erst satte 40 Minuten später angepfiffen werden konnte.

Diese begann für die Gastgeberinnen buchstäblich mit einem Schock, als die angeschlagen in die Partie gegangene Cynthia Uwak nach einer kurz ausgeführten Ecke bei deren Schussversuch aus spitzem Winkel unsanft von den Beinen geholt wurde und Schiedsrichterin Wenkel unmissverständlich auf den Punkt zeigte. Sif Atladottir ließ sich diese Chance nicht entgehen und erzielte mit ihrem dritten Saisontreffer die frühe Gästeführung.

Doch der HSV zeigte sich hiervon wenig beeindruckt und schlug bereits kurz darauf eiskalt zurück. Antonia Göransson kam nach einer schönen Ballstafette aus 19 Metern halblinke Position ungehindert zum Abschluss und versenkte die Kugel mit einem präzisen Flachschuss ins lange Eck zum 1:1 (9.) ins Netz. Es entwickelte sich nun ein munteres Spielchen mit Torraumszenen auf beiden Seiten, was die abgezählten 78 fröstelnden Zuschauer (= Minusrekord !) bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wenigstens etwas erwärmen sollte. So war es zunächst die nach ihrer langen Verletzungspause erstmals wieder in der Startelf stehende Kim Kulig, die mit einem zu mittig angesetzten 20m-Schuß an FCS-Schlussfrau Romina Holz scheiterte.

Nur zwei Minuten später landete auf der Gegenseite ein 30m-Heber von Christina Arend nur knapp über dem Gehäuse von Bianca Weech, ehe nach genau einer Viertelstunde erneut die Unparteiische aus Höxter-Ottbergen in den Blickpunkt rücken sollte. Diese legte einen leichten Kontakt zwischen Noemie Beney und Silva Lone Saländer im Saarbrücker Strafraum als Regelwidrigkeit aus und zeigte zum blanken Entsetzen der schweizer Nationalspielerin in Diensten des FCS bereits zum zweiten Male in dieser Partie auf den ominösen Punkt. Kulig trat an und ließ Holz mit ihrem siebten Saisontreffer keinerlei Abwehrchance. Kulig trat an und ließ


Holz bei ihrem siebten Saisontreffer keinerlei Abwehrchance.

Auf der Gegenseite kam die pfeilschnelle Arend nach einem Laufduell mit HSV-Rechtsverteidigerin Nina Jokuschies ebenfalls im Strafraum zu Fall, doch hatte Schiedsrichterin Wenkel offensichtlich der Mut verlassen, ein drittes Mal auf den Elfmeterpunkt zu zeigen – eine durchaus zweifelhafte Entscheidung und nicht gerade das, was man –zugegebenermaßen bei schwierigen Platzverhältnissen- das „Durchziehen einer konsequenten Linie” nennt...

Dennoch hätte der FCS kurze Zeit später auch so zum Ausgleich kommen können bzw. müssen, als Uwak alleine vor dem HSV-Gehäuse auftauchte (29.) und HSV-Keeperin Weech ihr den Ball in buchstäblich letzter Sekunde vom Fuß nehmen konnte. Kurz darauf musste Uwak aufgrund ihrer beim Aufwärmen zugezogenen Innenbandverletzung passen und wurde durch Juliana Edwards ersetzt. Nachdem Nicole Zweigler nur den Pfosten getroffen hatte, mussten die Gäste aus dem Saarland mit dem Pausenpfiff einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen, als sich Noemie Beney am Knie verletzte und letzten Endes mit der Trage vom Platz getragen werden musste.

Nach Wiederbeginn verflachte die Partie ein wenig und es dauerte bis zur 60. Minute, ehe sich der HSV durch Kuligs Linksschuss aus der Drehung wieder eine gute Torgelegenheit erarbeiten konnte, doch Holz´ reaktionsschnelle Fußabwehr verhinderte die Vorentscheidung. Diese sollte dann aber nur drei Minuten später doch fallen, als ein von Linksverteidigerin Carolin Simon getretener 25m-Freistoß an Freund und Feind vorbeizischte und im langen Eck einschlug – Torfrau Holz war offensichtlich die Sicht versperrt worden.

Der HSV kontrollierte in der Folgezeit das Spielgeschehen, wirkte abgeklärter und war spieltechnisch die eindeutig bessere Mannschaft. Mit der bereits wieder überragenden Kim Kulig sowie der fleißigen Silva Lone Saländer verfügten


die Hanseatinnen eindeutig über die besseren Einzelspielerinnen im offensiven Mittelfeld, während man bei den Gästen ein solches vergeblich suchte.

Zwar konnte man der Mannschaft von FCS-Coach Stephan Fröhlich kämpferisch absolut keinen Vorwurf machen, jedoch fehlten offenkundig die spielerischen Mittel, um nach diesem 2-Tore-Rückstand noch einmal ins Match zurückzukommen. So versuchte man es im Spiel nach vorne ausschließlich mit langen Bällen aus dem Halbfeld, welche jedoch entweder aufgrund des nun böig auffrischenden Gegenwindes oder aber aufgrund der von Innenverteidigerin Janina Haye an den Tag gelegten Lufthoheit allesamt wirkungslos verpufften.

Lediglich noch einmal tauchten die Blau-Schwarzen gefährlich vor dem Hamburger Gehäuse auf, doch scheiterte die kurz zuvor eingewechselte und von Ann-Kathrin Schinkel herrlich freigespielte Julia Leykauf im „1 gegen 1” an der in Halbzeit zwei ansonsten beschäftigungslosen HSV-Schlussfrau Weech (74.). Kurz vor dem Ende setzte die ansonsten unauffällige Aferdita Kameraj die Kugel nach Freistoß von Saländer knapp am langen Pfosten vorbei, sodass es beim leistungsgerechten 3:1-Erfolg für den HSV blieb.



Hamburger SV:
Weech - Simon, Freese, Haye, Jokuschies - Kameraj, Göransson (78. Petermann), Saländer, Kulig - Zweigler (65. Wübbenhorst), Crnogorcevic (72. Schubert)

FC Saarbrücken:
Holz - Sweeney, Schatton, Atladottir, Schinkel - Beney (46. De Backer), Karnbach, Skradde-Fries – Rauch (70. Leykauf), Uwak (32. Edwards), Arend

Tore:
0:1 Atladottir (2./Foulelfmeter)
1:1 Göransson (8.)
2:1 Kulig (15.)
3:1 Simon (62.)

Gelbe Karten: Simon / Arend, Schatton

Schiedsrichterin: Dr. Christiane Wenkel (Höxter-Ottbergen)

Zuschauer: 78


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