1. FC Saarbrücken – 1. FFC Frankfurt Spielbericht
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1. Bundesliga, 7. Spieltag
Die Ordnung verloren
1. FC Saarbrücken – 1. FFC Frankfurt 1:4 (1:1)
28.09.2010 Mehr Mühe als erwartet hatte der hochfavorisierte 1. FFC Frankfurt bei seinem diesjährigen Gastspiel an der Saar, gewann aufgrund des deutlich größeren Chancenplus letztendlich aber verdient mit 4:1 Toren. Während sich der erst pünktlich zum Frankfurter Führungstor leicht verspätet eintreffende FFC-Manager Siegfried Dietrich „überglücklich” über den „Arbeitssieg” und den damit verbundenen Champions League-Qualifikationsplatz 2 freute, rutschte der FCS erstmals seit einem Jahr wieder auf einen Abstiegsplatz ab, was jedoch für Saarbrückens Coach Stephan Fröhlich „keinen Beinbruch” darstellt.
„Der Sieg für den FFC ist verdient, aber um ein Tor zu hoch ausgefallen” waren sich Fröhlich und dessen Gegenüber Sven Kahlert nach dem Abpfiff eines vor allem vor der Pause durchaus flotten Bundesligaspiels absolut einig - eine in dieser Saison durchaus selten zu beobachtende Eintracht unter Bundesligatrainern...
Die Partie begann vor immerhin 400 Zuschauern äußerst zurückhaltend und es dauerte eine geschlagene Viertelstunde bis zur ersten erwähnenswerten Szene, doch der 25m-Distanzschuß der Ex-Frankfurterin Sarah Schatton stellte Nationalkeeperin Nadine Angerer vor keinerlei Probleme. Auf der anderen Seite hingegen „saß” der erste ernst zu nehmende Angriff sogleich. Birgit Prinz setzte sich am linken Flügel im direkten Duell mit Julia Leykauf durch, passte mit viel Übersicht quer durch den Saarbrücker Strafraum, wo die mit ihren bekannt langen Storchenschritten heranschleichende Kerstin Garefrekes völlig freistehend an den Ball kam und aus 8 Metern halbrechte Position eiskalt einnetzte.
Doch die Blau-Schwarzen zeigten sich davon nur wenig beeindruckt und schlugen nur 9 Minuten später zurück: nach einer Ecke von Juliana Edwards sprang der von der Frankfurter Abwehr zurückprallende Ball direkt vor die Füße von Sarah Karnbach, diese zog aus gut 23 Metern einfach mal ab und plötzlich zappelte die Kugel im Netz. Allerdings hätte der Treffer wohl nicht zählen dürfen, denn die klar im Abseits stehende Christina Arend irritierte Torfrau Angerer doch erheblich und nahm dieser ungewollt die Sicht. Doch all die heftigen Proteste der Frankfurter Hintermannschaft halfen nichts – Schiedsrichterin Wozniak erkannte nach Blickkontakt mit ihrer Assistentin den Ausgleichstreffer an.
Dem folgte die beste Phase des Spiels, denn es ging rauf und runter und das erste Mal in dieser Saison herrschte so etwas wie Gänsehautstimmung auf der altehrwürdigen Haupttribüne am Kieselhumes. Beide Fanlager feuerten
ihre Teams sodann lautstark an und puschten die Stimmung gegenseitig hoch, worüber sich die nörgelnden Anwohner wohl wenig „amused” gezeigt haben dürften...
Zunächst war es die stark aufspielende und besonders bei Standardsituationen immer Gefahr heraufbeschwörende Ex-Saarbrückerin Dzsenifer Marozsan, welche eine Ecke fast direkt verwandelt hätte (32.), doch die diesmal im Mittelfeld eingesetzte Edwards rettete per Kopf in allerletzter Sekunde auf der Torlinie. Nur zwei Minuten später kam die aufgerückte Gina Lewandowski nach herrlicher Marozsan-Flanke völlig frei zum Kopfball, doch klatschte das Leder nur gegen das Lattenkreuz. Das hätte ebenso der Führungstreffer sein müssen wie wiederum nur wenig später auf der Gegenseite, als Cynthia Uwak nach langem Ball von Arend alleine auf das Frankfurter Tor zulief, dabei Doppelweltmeisterin Ariane Hingst locker abschüttelte, doch „Krake” Angerer ihr den Ball im letzten Moment vom Fuß nahm.
„Da haben wir echt Glück gehabt” gab Kahlert auf der Pressekonferenz dann auch zu verstehen, haderte jedoch gleichzeitig auch mit der äußerst behäbigen Spielweise, der wenig vorhandenen Laufbereitschaft und vor allem der schlechten Chancenverwertung seiner Elf vor allem vor dem Seitenwechsel. Weitere Beispiele gefällig ?Ein Kopfball der wie immer quirlig und engagiert zur Sache gehenden Svenja Huth landete nach abermaliger Linksflanke von Marozsan nur auf dem Tornetz und einen auf dem angefeuchteten Rasen gefährlich aufsetzender Distanzschuss der ansonsten blassen Meike Weber (45.) konnte FCS-Torfrau Romina Holz gerade noch so um den Pfosten lenken.
Die Halbzeitansprache Kahlerts schien diesmal etwas lauter ausgefallen zu sein und so drängten die Hessinnen gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit vehement auf den Führungstreffer – mit Erfolg. Nachdem Huth per Kopfball, Marozsan per Nachschuss und wenig später wiederum Lewandowski (diesmal mit Fernschuss-Aufsetzer) noch jeweils an der starken Holz gescheitert waren, war es in der 54. Minute dann soweit. U 20-Weltmeisterin Huth konnte im Strafraum nur durch ein dummes und mehr als überflüssiges Foul von Schatton gestoppt werden und Wozniak deutete unmissverständlich und zurecht auf den Elfmeterpunkt.
Prinz ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte die Kugel zur erneuten Frankfurter Führung cool im linken unteren Eck. Nun war Frankfurt auf einmal im Spiel, während die bis dahin gut stehenden und aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeberinnen mehr und mehr ihre Grundordnung verloren und auch konditionell von Minute zu Minute nachließen. Und das sollte der FFC im Stile eines Titelaspiranten letztendlich eiskalt ausnutzen...
Nachdem abermals Lewandowski mit zwei weiteren Großchancen (65./70.) noch kläglich an sich selbst gescheitert war, sorgte wiederum Garefrekes eine Viertelstunde vor Schluss für die Entscheidung. Die erst kurz zuvor eingewechselte Conny Pohlers flankte von der linken Seite nach innen, Huth verpasste in der Mitte zwar knapp, doch die erneut klammheimlich mit nach vorne geschlichene „KG” hatte –ähnlich wie beim ersten Treffer- keinerlei Mühe mehr, das Leder an der chancenlosen Holz vorbei zu versenken.
In der Nachspielzeit fiel dann noch der verdiente Ausgleich – zumindest was die Anzahl der mehr als abseitsverdächtigen Tore angeht. Nach schöner Kombination über Prinz und der ansonsten erschreckend schwachen Smisek brauchte die wohl knapp im Abseits stehende Pohlers aus Nahdistanz nur noch den Fuß hinhalten – 1:4.
So blieben dem FCS am Ende wieder nur Komplimente – die Punkte aber gingen zum vierten Mal hintereinander auf das Konto des Gegners...
1. FC Saarbrücken:
Holz - Sweeney, Schinkel, Atladottir, Leykauf (83. L. Vetterlein) – Edwards (90. Scherzberg),
Karnbach (76. Rauch), Beney, Schatton - Uwak, Arend
1. FFC Frankfurt:
Angerer - Lewandowski, Hingst, Thunebro, Bartusiak - Garefrekes, Weber (67. Behringer), Smisek, Huth (84. Landström) - Maroszan (72. Pohlers), Prinz
Tore:
0:1 Garefrekes (19.)
1:1 Karnbach (27.)
1:2 Prinz (54. Foulelfmeter)
1:3 Garefrekes (75.)
1:4 Pohlers (90+2.)
Gelbe Karten: Arend – Pohlers
Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne)
mit Monique Klauß und Pamela Renz
Zuschauer: 400
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