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U-20 Weltmeisterschaft 2010, Gruppe A

Vorzeitig im Viertelfinale

Deutschland – Kolumbien 3:1 (1:0)

Text: Sandra Kunschke

17.07.2010   Die Deutsche Mannschaft ist mit einem klaren Sieg über Kolumbien vorzeitig ins Viertelfinale eingezogen. Mit sechs Punkten auf dem Konto kann das DFB Team nicht mehr von den ersten beiden Plätzen verdrängt werden. Somit geht es am Dienstag gegen Frankreich um den Gruppensieg und für den würde bereits ein Unentschieden ausreichen. Allerdings wäre ein Gruppensieg auch wichtig, um ein frühzeitiges Aufeinandertreffen mit den in Gruppa B stark aufspielenden Nordkoreanierinnen zu vermeiden.

Dabei musste das deutsche Team im zweiten Gruppenspiel auf gleich drei Positionen verändert werden. Für die rot gesperrte Bianca Schmidt sowie für die verletzte Tabea Kemme, die sich im ersten Spiel eine Oberschenkelverletzung zuzog, rückten Inka Wesely und Stefanie Mirlach in die Startformation. Ebenso spielte Dzsenifer Marozsan von Anfang an mit, da sie ihre Verletzung auskuriert hatte.

Nationalhymne

Die Mannschaften bei der Nationalhymne Kolumbiens

Bild: Volker Nagraszus

Nach dem Anpfiff versuchte die DFB-Elf direkt das Heft in die Hand zu nehmen, tat sich aber in der ersten Halbzeit schwerer gegen das kompakt stehende Team aus Kolumbien als im ersten Gruppenspiel gegen Costa Rica. Es wurde schon deutlich, wieso Kolumbien am ersten Spieltag Frankreich ein 1:1 abtrotzen konnte, dieses Team ist taktisch, technisch und läuferisch sehr stark.

Zwar hatte Stefanie Mirlach nach einem Freistoß von Dzsenifer Marozsan bereits in der zweiten Minute die Chance, per Kopf die Führung zu erzielen, aber noch fehlte die Durchschlagskraft. Kurze Zeit später war es Svenja Huth, die ebenfalls mit einem Kopfball scheiterte. Kim Kulig versuchte es nach einer knappen Viertelstunde mit einem Distanzschuss, der aber über das Tor flog.

Svenja Huth gegen Carolina Arias und Natalia Gaitan

Svenja Huth musste wieder einiges einstecken. Hier setzt sie sich gegen Carolina Arias und Natalia Gaitan durch

Bild: Volker Nagraszus

In der 21. Minute klingelte es zum ersten Mal im Kasten der Kolumbianerinnen. Ein wunderbar gespielter langer Ball von Marith Prießen in die Spitze erreichte punktgenau Alexandra Popp. Diese nahm den Ball an der Strafraumgrenze mit der Brust an, ließ abtropfen und verwandelte mit einem präzisen Schuss ins lange Eck zum 1:0. Damit erzielte Popp im zweiten WM-Spiel bereits ihr drittes Tor.

Alexandra Popp  gegen Carolina Arias

Nicht nur bei ihrem Tor stark: Alexandra Popp gehörte die Lufthoheit im Strafraum Kolumbiens, hier gegen Carolina Arias

Bild: Volker Nagraszus


Sylvia Arnold und Alexandra Popp

Sylvia Arnold bedankt sich bei Alexandra Popp für den genialen Pass. Arnold erzielte mit dem 2:0 gegen Kolumbien ihr erstes Tor bei dieser WM, Popp hatte ihr Torkonto vorher mit dem 1:0 bereits auf drei Treffer hochgeschraubt

Bild: Volker Nagraszus

Auch Kolumbien kam im Gegenzug zu einigen Chancen. Die mit Abstand gefährlichste Spielerin war auch diesmal wieder Lady Andrade. Die deutsche Abwehr hatte ein ums andere Mal reichlich Probleme, die Angriffe der Südamerikanerinnen vernünftig zu klären, und so wurde bei etlichen Angriffen Keeperin Almuth Schult auf die Probe gestellt.

Kim Kulig gegen Katerin Castro

Die deutsche Abwehr hatte es nicht immer leicht gegen die ballsicheren Südamerikanerinnen. Hier versucht Kim Kulig, Katerin Castro zu stören

Bild: Thomas Thienel

Nach der Halbzeit wollte die deutsche Mannschaft die Entscheidung und drängte weiter nach vorne. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff ist es dann soweit: wieder eine präzise Flanke von Prießen, Alex Popp setzt sich auf der linken Seite durch und passt eben jenen Ball von Prießen quer in die Mitte, wo Sylvia Arnold aus kürzester Distanz einnetzt.

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Beim 2:0 durch Sylvia Arnold hatte Tatiana Ariza ebensowenig eine Abwehrchance wie Keeperin Paula Forero

Bild: Thomas Thienel

Weitere fünf Minuten später, nach einer Ecke von Marozsan, war es dann Kapitänin Marina Hegering, die mit einem satten 15-Meter-Schuss auf 3:0 erhöhte. Das gute Ergebnis sorgte für Stimmung im Stadion und die Welle hielt Einzug. Fangesänge beflügelten die Spielerinnen beider Teams.

Marina Hegering

Marina Hegering konnte ihren zweiten Treffer im zweiten WM-Spiel bejubeln

Bild: Volker Nagraszus

Die Kolumbianerinnen gaben nicht auf und erkämpften sich einige Torchancen. Einen Schuss von Yorely Rincon konnte Schult mit einer erstklassigen Parade noch über die Querlatte lenken. In der 82. Minute war sie dann aber machtlos beim Anschlusstreffer für die


Südamerikanerinnen. Dabei wurde die deutsche Abwehr mitten im Tiefschlaf von der frisch eingewechselten Melissa Ortiz überrascht.

Kurz darauf hätten die Kolumbianerinnen sogar noch weiter anschließen können. Nach einem Dribbling von Andrade landete der anschließende Schuss von Ortiz am Pfosten, von wo der Ball ins Feld sprang, statt ins Tor. In dieser Phase des Spiels sah die deutsche Abwehr nicht immer gut aus. Dennoch endete die Partie mit einem insgesamt verdienten Sieg für das deutsche Team.

Kolumbien enttäuscht

Enttäuschung bei Kolumbien: dem gefeierten Punktgewinn gegen Frankreich folgte nun doch eine Niederlage gegen Deutschland

Bild: Thomas Thienel

Auch Bundestrainerin Maren Meinert zeigte sich nur halb zufrieden: "Wir sind natürlich glücklich, dass wir das Viertelfinale erreicht haben. Das war unser Ziel. Aber ganz zufrieden bin ich nicht. In der ersten Halbzeit hatten wir im Offensivspiel Probleme, mehr reagiert als agiert. Das habe ich in der Pause angesprochen und in der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht."

Deutsches Team feiert

Das Minimalziel ist schon einmal erreicht - das deutsche Team ist im Viertelfinale!

Bild: Thomas Thienel



Deutschland:
Schult - Mirlach, Prießen, Gessat, Wesely - Huth (62. Wagner), Hegering, Kulig (75. Bagerhorn) Arnold (67. Knaak) - Marozsan, Popp

Kolumbien:
Forero - Gaitan, N. Ariza, Castro (59. Ortiz), Rincon, Salazar (75. Aponte), Dominguez, T. Ariza (82. D. Montoya), Andrade, Arias, A.M. Montoya

Tore:
1:0 Popp (21.)
2:0 Arnold (50.)
3:0 Hegering (55.)
3:1 Ortiz (81.)

Gelbe Karten: - / Dominguez

Schiedsrichterin: Carol Anne Chenard (CAN)
mit Marlene Duffy (USA) und Veronica Perez (USA)

Zuschauer: 15.545




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