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U20 Nationalmannschaft

Freude pur nach der Nominierung

Interview mit Turid Knaak und Inka Wesely

Text und Bilder von Karin Reuter

5. Juli 2010   Die jungen Nationalspielerinnen Turid Knaak (geboren in Essen) und Inka Wesely (geboren in Wesel) haben wohl einen der größten Sprünge innerhalb weniger Wochen hingelegt. Zuerst belegten sie mit der U-19 Nationalmannschaft vor wenigen Wochen in Mazedonien, zusammen mit den Niederlanden, den dritten Platz. Aber noch vor Ort erfuhren die beiden Youngstars, dass sie mit einigen anderen U19-Teamgefährtinnen in das U-20 WM-Team berufen worden waren.

Hallo ihr beiden, es ist toll das ihr euch ein paar Minuten Zeit nehmt! Wie waren euere Eindrücke von Mazedonien und der U19 EM?

Inka: Alles in allem war es ein schönes Erlebnis. Von den Zuschauern wurden wir sehr nett begrüßt und auch bei den Spielen gut unterstützt. Bis auf den sportlichen Ausgang war es eigentlich prima.
Turid: Leider haben wir von Land und Leuten nicht viel gesehen, schließlich ist der Zeitplan bei einer EM doch recht eng. Allerdings haben wir einen Ausflug gemacht, eine Bootstour durch Höhlen. Das hat mir gut gefallen.

Turid Knaak und Inka Weseley

Turid Knaak (Nr.7) und Inka Weseley (Nr. 14)vor dem dritten Gruppenspiel der U19-EM-Endrunde gegen England. Die deutsche U19 gewann mit 2:1, beendete die Gruppe mit drei Siegen in drei Spielen als Gruppenerster, dann folgte jedoch das Halbfinalaus gegen Frankreich im Elfmeterschießen

Ihr habt bei der U19 EM in Mazedonien mit guten Leistungen einen Schritt nach vorne gemacht. Wie war eure erste Reaktion als ihr noch vor Ort erfahren habt das ihr für die U20 WM nominiert seid?

Inka: Ich habe mich riesig gefreut, denn – ganz ehrlich – damit hatte ich nicht gerechnet. Ich habe ja auch bei der U 19 nicht ganz so oft gespielt. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich dabei bin.
Turid: Klar habe ich mich auch sehr gefreut. Aber es war schon eine komische Situation, weil wir erst ein paar Stunden vorher bei der U-19 EM ausgeschieden waren. Da war das Gefühl von Trauer, aber auf der anderen Seite das von totaler Freude, weil man für die U 20-WM nominiert wurde.

Turid Knaak

Blick nach vorne: Turid Knaak hofft, vor Freunden und Familie im fast heimischen Bochumer Stadion spielen zu können


Inka Weseley und Turid Knaak

Turid Knaak (mitte), Inka Weseley (rechts) und Valeria Kleiner im EM-Spiel gegen England. Alle drei wurden nach der EM-Endrunde in den U20-WM-Kader berufen

Was versprecht ihr euch von der U20WM im eigenen Land?

Turid: Es ist schön eine Heim-WM zu spielen und ich hoffe natürlich auf eine tolle Kulisse. Mich freut es doppelt, weil wir auch in Bochum spielen und das ist quasi vor meiner Haustür. Da schaut dann die Familie, Verwandte und Freunde zu.
Inka: Ich erwarte volle Stadien, so ähnlich wie bei der U 17-WM in Neuseeland, wo wir auch vor tollen Kulissen gespielt haben. Ich hoffe, dass die Euphorie der Männer-WM auch auf unsere WM überschwappt. Auf jeden Fall wird das eine tolle Erfahrung, die man mitnehmen kann.

Inka Weseley

Inka Weseley hat sich nach einem Kreuzbandriss wieder zu alter Stärke herangekämpft und darf nun sogar an der U20-WM teilnehmen

Wo liegt für euch persönlich der Unterschied zwischen dem U19 und dem U20 Kader?

Inka: Bei der U 19 zählten wir zu den Älteren und waren Führungsspielerinnen. Und hier ist die Rolle anders. Bei der U 20 müssen wir um jede Einsatzzeit kämpfen, die wir bekommen wollen.
Turid: Richtig, aber von der Stimmung und Atmosphäre im Team her gibt es keinen Unterschied zwischen beiden Mannschaften.

Inka Weseley mit   Sarah Freutel (mitte) und Jessica Bade

Auch die werden für die U20-WM die Daumen drücken: Inka Weseley mit ihren Essener Mannschaftskolleginnen Sarah Freutel (mitte) und Jessica Bade (rechts). Zur kommenden Saison ist Wesely allerdings zum Spitzenverein Turbine Potsdam gewechselt


Wie ist euer Tagesablauf bei den Lehrgängen, bleibt noch Zeit für private Dinge oder seid ihr voll eingespannt?

Inka: Wenn wir Freizeit haben ruhen wir uns meistens aus. Der Plan ist voll, der Tagesablauf genau durchgeplant. Wenn wir frei haben sitzen wir vor dem Laptop, chaten oder telefonieren.
Turid: Wir arbeiten während der Lehrgänge sehr intensiv. Zwischendurch bleibt aber immer Zeit, um ein paar Telefonate zu führen, SMS zu schreiben und auch im Fernsehen die Männer-WM zu schauen.

Turid Knaak bei U20

Turid Knaak (Nr. 17) in Herford mit einem Teil der U20-Spielerinnen, die die USA im Testspiel mit 3:1 schlugen

Ihr beide habt einen riesigen Karrieresprung gemacht. Könnt ihr die letzten Wochen überhaupt noch realisieren?

Inka: Ich war ja lange verletzt und bin erst im April wieder zur U 20 dazugestoßen. Dann ging es zur U 19-EM, dann kam die Berufung zur U 20-WM. Das ging alles schon sehr zügig. Aber ich habe es sehr genau realisiert, was da passiert ist.
Turid: Das Ziel war immer die U 20-WM. Das ist für mich schon alle sehr real. Ich freue mich einfach, dabei zu sein.

Vielen Dank nochmals und alles Gute für die WM!

Inka Weseley und Turid Knaak

Dehnen für Deutschland... ab jetzt gilt die volle Konzentration der beiden Nachwuchsspielerinnen der WM im eigenen Land!


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