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U20 Nationalmannschaft

„Wir wollen so weit wie möglich kommen“

Interview mit Alexandra (Alex) Popp und Marina Hegering

Text von Marion Kehren

25. Juni 2010   Die Zeit läuft! Nur noch wenige Wochen bis zur U20-WM im eigenen Lande. Die Vorfreude steigt und während der letzten Testspiele zeigte sich Deutschland in einer guten Verfassung, auch wenn das Testspiel gegen Japan mit 1:2 verloren ging. Während des zweiten WM-Lehrganges hatte ich kurz die Gelegenheit zwei der tragenden Säulen dieses Teams zu interviewen: Alexandra Popp und Kapitänin Marina Hegering (beide FCR 2001 Duisburg).

Hallo ihr beiden, lieb dass ihr euch kurz Zeit genommen habt. Was ist das für ein Gefühl für euch im eigenen Land bei der U20 WM dabei zu sein?
Es ist ein schönes Gefühl, weil es ja nicht so oft vorkommt, eine WM im eigenen Land spielen zu können. Wir alle spüren eine große Vorfreude darauf.

Die Kapitänin der U20 Nationalmannschaft weiß ihre Mannschaft zu führen.

Bild: Tom Schlimme

Welchen Stellenwert hat die U20 WM für euch?
Natürlich einen sehr hohen. Das ist das bedeutendste Turnier, das man in der U 20-Nationalmannschaft spielen kann. Deshalb erklärt sich diese Frage eigentlich von selbst.

UEFA- Cup Sieger 2009: Alexandra Popp zusammen mit ihrer belgischen Teamkollegin (beim FCR) Femke Maes.

Bild: Katrin Müller

Wie ist die Stimmung im Team?
Sehr gut, alle freuen sich auf die WM, weil wir jetzt auch endlich komplett sind. Im Moment passt alles bestens.

Marina, du bist die Kapitänin der Mannschaft. Habt ihr vor eueren Spielen ein besonderes Ritual?Wir bilden einen Kreis vor dem Spiel und motivieren uns gegenseitig.

Wie ist euere Einschätzung über die anderen Mannschaften? Gibt es Favoriten oder ist die Situation eher schlecht einzuschätzen?
Wir betrachten die asiatischen Mannschaften als stark und natürlich die USA.



So sehn Sieger aus! Marina Hegering übt sich nach dem Sieg im DFB-Pokal 2010 schon mal im Pokalfesthalten :-)

Bild: Katrin Müller

Wie schätzt ihr das Abschneiden der deutschen Mannschaft ein?
Bei einer eigenen WM möchte man natürlich so weit wie möglich kommen.


Marina Hegering und Alexandra Popp spielen auch im Verein beim FCR 2001 Duisburg erfolgreich zusammen in einer Mannschaft. Die beiden Youngsters sind dort inzwischen fester Bestandteil der Stammelf.

Bild: Katrin Müller

Marina, du bist neben Bianca Schmidt die Spielerin mit der meisten Erfahrung und Spielen in der U20 Mannschaft. Macht es dir Kopfzerbrechen, das einige Spielerinnen noch nie ein Spiel in der U20 bestritten haben? Vorteile? Nachteile?
Nein. Es gibt da keine Unterschiede. Wir sind ein sehr homogener Kader. Die, die noch keine U20-Spiele absolviert haben, sind dagegen erfahrene U 19-Spielerinnen.

Alex, von Jahr zu Jahr stellst du immer mehr deine spielerischen Qualitäten unter Beweis und bist bereits eine feste Größe im FCR Team. Wie siehst du deine Stellung im U20 Team?
Ich sehe mich als Führungsspielerin und möchte meine Erfahrungen aus der Frauen-Nationalmannschaft hier einbringen.

Im diesjährigen Champions League Viertelfinal Hinspiel erzielte Marina Hegering den entscheidenden Treffer zum 2:0 Endstand.

Bild: Katrin Müller

Du hattest ja bereits die große Ehre mehrere Länderspiele in der A-Natio zu bestreiten, kann man deiner Meinung nach die beiden Mannschaften miteinander vergleichen?
Das sind zwei paar verschiedene Schuhe. Weil es einfach zwei verschiedene Mannschaften sind. Allerdings sind die Abläufe bei den Frauen und der U 20 ähnlich.

Trotz Dreierbewachung konnte sich Alexandra Popp beim DFB-Pokal Endspiel gegen den FF USV Jena immer wieder gut in Szene setzen.

Bild: Katrin Müller

Noch eine Frage an dich Marina! Wie bereitest du, als Kapitänin, die Mannschaft auf diesen großen Event vor?
Wir haben einige Spielerinnen, die eine Führungsrolle übernehmen können und das auch tun. Das liegt nicht nur allein auf meinen Schultern.

Die U20 WM gilt als Gradmesser für die WM2011. Habt ihr das Gefühl; dass auf euch schon ein gewisser Druck liegt möglichst gut abzuschneiden?
Natürlich ist der Anspruch, den man an sich stellt bei einer WM im eigenen Land, hoch. Schließlich setzt man sich selbst bestimmte Ziele. Das ist aber nicht gleichbedeutend damit, dass es uns hemmt.

Überall wird nur über die WM2011 gesprochen. Oftmals hat man als Fan den Eindruck, dass die U20WM etwas im Abseits bzw. nicht so im Focus der Öffentlichkeit steht. Wie seht ihr das aus euerer Sicht?
Wir wissen, dass für die U 20-WM direkt in den Ausrichterstädten vor Ort geworben wird. Lokal und regional passiert rund um Dresden, Bochum, Bielefeld und Augsburg wirklich einiges. Wir glauben, dass da schon engagiert gearbeitet wird, damit es ein tolles Ereignis für uns alle wird.


Was bekommt ihr im Umfeld mit über die WM?
Die mediale Aufmerksamkeit steigt schon, die Anfragen nehmen zu. Es ist natürlich ein Thema auch in unserem Umfeld.



Alexandra Popp kurz vor ihrem ersten Einsatz in der A-Natio am 17.02.2010 im Freundschaftsspiel gegen Nordkorea in Duisburg.

Bild: Katrin Müller

Noch sind es wenige Wochen bis zur WM im eigenen Land, seid ihr schon nervös?
Die Spannung steigt jedenfalls. Aber die Nervosität geht erst ein, zwei Tage vor dem Spiel so richtig los.

Die aktuelle Saison ist vorbei und die Pause hat Einzug gehalten. Wie haltet ihr euch zwischen Trainingslager, Schule und WM fit?
Wir bekommen individuelle Trainingspläne von unserer Fitnesstrainerin, die wir zu Hause anwenden.

Der FCR 2001 Duisburg stellt den größten Anteil an Spielerinnen, woran liegt das euerer Meinung nach?
Wir haben einen jungen Kader mit vielen guten Spielerinnen. Aber es gab auch schon mal andere Zeiten.

Was ist euer persönliches Ziel?
So lange wie möglich im Turnier zu bleiben.

Noch eine Frage zum Schluss an Marina, wie geht es der „Ferse der Nation“?
Ich bin derzeit beschwerdefrei und kann voll mittrainieren.

Eine letzte Frage an Alex! Kannst du deine rasante Entwicklung in den letzten 2 Jahren richtig wahrnehmen und genießen?
Danke für das Kompliment. Ich weiß allerdings, dass ich noch viel Luft nach oben haben und weiter hart an mir arbeiten muss.

Lieben Dank euch beiden und toi toi toi für die WM und alles was noch kommen mag!

Mit ihren 11 Spielen in der U20 und anderen Jugendnatios gehört Marina Hegering, neben Kim Kulig und Bianca Schmidt, zu den erfahrensten Spielerinnen im Team.

Bild: Tom Schlimme



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