1. Liga

30 Tore in einer Saison

Interview mit Torschützenkönigin Shelley Thompson

Von Volker Lieberum

31.5.2005 Zu Beginn der Saison wurde man auf sie aufmerksam. "Da gibt es eine, die schießt unheimlich viele Tore". Die Rede war von der 21 jährigen Duisburgerin Shelley Thompson. Zweifler meinten zwar: "Das gibt sich mit der Zeit, wenn sie auf stärkere Vereine trifft." Nur Shelley lies sich nicht beirren und machte weiter ihre Treffer. Selbst beim Meister in Frankfurt gelangen ihr zwei sehenswerte Tore. Insgesamt wurden es 30.
FanSoccer unterhielt sich mit der Torschützenkönigin der Saison 2004/05.

FanSoccer: Hallo Shelley und herzlichen Glückwunsch. Wie fühlt sich die neue Torschützkönigin?

Shelley: Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich glaube damit hätte vor der Saison niemand gerechnet - ich am allerwenigsten. Dass am Ende der Saison zwei Duisburgerinnen die vorderen Plätze der Torjägerliste besetzen, spiegelt die klasse Saisonleistung unserer Mannschaft wieder.

Torschützenkönigin der Saison 2004/05, Shelley Thompson

Foto: Volker Lieberum

Waren es zum Schluß 29 oder 30 Tore? Nach unserer Information irrt nämlich der DFB beim letzten Spiel (Wurde nachträglich vom DFB korrigiert).
Es waren 30. Ich habe am letzten Spieltag gegen den HSV drei Tore erzielt. Das erste war ein Kopfballtor nach einer tollen Flanke von Patricia Hanebeck. Die beiden anderen Tore hat Lira Bajramaj vorbereitet.

Stets gut aufgelegt.

Foto: Volker Lieberum

Zum Ende wurde es ja ziemlich eng um den Titel. Hattest du manchmal die Befürchtung, oh Inka wird mich noch überholen? Hatte ihr untereinander eine Wette um den Titel laufen?
Natürlich hat man solche Gedanken im Hinterkopf, aber ich habe versucht, mich nicht von ihnen leiten zu lassen. Auf dem Platz wollte ich deshalb nicht eigensinniger spielen oder Inka schneiden. Ich möchte Inka auch ein Riesenkompliment aussprechen. Sie hat sich gegen den HSV toll verhalten und mich ungeachtet der Situation voll unterstützt. Sie hat sich in dieser Situation als große und für mich vorbildliche Spielerin verhalten.

Hier erzielt Shelley ihren zweiten Treffer gegen den FSV Frankfurt.

Foto: Volker Lieberum

Erinnerst du dich an einzelne Tore oder sind es für dich zu viele? Was war dein schönstes Tor?


Hier fiel Tor Nr. 30 für Shelley Thompson

Foto: Beate Wolter

An die letzten Tore kann ich mich noch gut erinnern, aber nicht an jedes Tor, so weit reicht meine Erinnerung dann doch nicht zurück. Besonders freue ich mich aber über die zwei Tore gegen den FFC. Gegen einen solchen Gegner trifft man nicht oft, vor allem wenn es ein so entscheidendes Spiel ist.

Welche Mannschaft/ welche Spielerin machte es dir am schwersten Tore zu schießen?
Für mich sind die schwersten Spiele immer gegen Potsdam. Gegen diese Mannschaft ist mein letztes Tor auch schon was länger her.

An welches Spiel der letzten Saison erinnerst du dich am liebsten (warum)?
Ich erinnere mich am liebsten an unser Rückrundenspiel gegen Potsdam, das wir mit 3-2 für uns entscheiden konnten. Es war ein wahnsinnig spannendes Spiel und mit Sicherheit auch attraktiv für die Zuschauer.

Shelley stelle uns ein privates Foto von sich zur Verfügung.

Welches Spiel würdest du am liebsten vergessen (warum)?
Das darauf folgende Spiel gegen Freiburg war eine einzige Katastrophe. Wir mussten einen Tag nach dem Potsdamspiel nach Freiburg reisen und am nächsten Tag direkt spielen. Es war total anstrengend und hinzu kam, dass wir keinen guten Tag erwischten.

Was ist dein persönliches Gefühl zum Weggang von Jürgen Krust?
Wir haben 4 ½ Jahre in Duisburg zusammen gearbeitet. Er hat in Duisburg viel aufgebaut und ich wünsche ihm, dass er in seiner neuen Aufgabe als Männertrainer denselben Erfolg findet.

Ich hätte gerne ein Pokalendspiel Duisburg - FFC Frankfurt gesehen. Woran lag es, dass euch euer Pokalauftritt in der ersten Runde gleich vermasselt wurde?
Wie man schon sagt, im Pokal ist alles möglich. So kann man also auch gegen einen Zweitligisten verlieren. Natürlich durfte das aber nicht passieren und ich glaube wir wir waren alle sehr enttäuscht über unsere Leistung.

Nach dem Spiel gegen den Meister Frankfurt war Shelley zu einem guter Laune

Foto: Volker Lieberum

Findest du es schade, dass du nicht im Aufgebot zur EM in England stehst?
Natürlich war es mein Ziel den Sprung in die Mannschaft zu


schaffen. Ich werde mich aber nicht entmutigen lassen und nächste Saison wieder voll angreifen. Dieses Jahr werde ich mich noch einmal voll für die U-21 beim Nordic Cup (Ende Juli in Schweden) einsetzen.

Was machst du in der Zeit zwischen alter und neuer Bundesligasaison?

CVJM Fußballcamp in München (obere Reihe: Dietmar Neß, Michael Henke, Marco Bode, Dennis Onjewenjo, Thomas Tomic, Bodo Sandrock; untere Reihe: Shelley Thompson, Wynton Rufer, Dirk Wahlandt)

Das Foto stellte uns Shelley Thompson zur Verfügung

Studieren und mich fit halten. Durch die Uni kann ich leider nicht in Urlaub fahren. Wenn es mein Studium und der Trainingsplan erlaubt, helfe ich auch schon einmal ganz gerne bei einem Fußballcamp aus. Zuletzt unterstützte ich, gemeinsam mit Wynton Rufer, Marco Bode und Michael Henke, ein Camp des CVJM in München.

Blumen vor dem Spiel für die sympathische Shelley

Foto: Volker Lieberum

Hast du schon einmal daran gedacht in einer anderen Bundesligamannschaft, außer Duisburg, zu spielen?
Ich fühle mich in Duisburg wohl, aber wer weiß was die Zukunft bringen wird. Es liegen ja hoffentlich noch einige Jahre Fußballkarriere vor mir.

Vielen Dank für das Interview, ich wünsche dir alles Gute und freue mich schon auf die nächste Saison mit dir.

Das Gespräch führte Volker Lieberum

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