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1. FC Lok Leipzig - Bayern München

· Archivbestand · 664 Wörter

1. FC Lok Leipzig1. FC Lok Leipzig
gegen
FC Bayern MünchenFC Bayern München

22.05.2012 Mit einer respektablen Leistung verabschiedete sich Lok im letzten Heimspiel der Saison einigermaßen versöhnlich von seinen Fans. Der frisch gebackene DFB-Pokalsieger blieb dagegen vieles schuldig. Ein leistungsgerechtes Remis nach 90 Minuten war das Ergebnis.

Der Blumenstrauß, den Leipzigs Spielführerin Anne Heller ihrer Münchener Kollegin Kathrin Längert vor Spielbeginn überreichte, sollte das einzige Geschenk an diesem Nachmittag bleiben, so der Vorsatz.

Es entwickelte sich von Beginn an ein munteres und ausgeglichenes Spielchen. Kaum zu glauben, dass sich hier Abstiegskandidat und frisch gekürter Pokalsieger gegenüber standen. Die Gastgeberinnen zeigten sich von ihrer kämpferischen Seite, die Bayern, im gesicherten Tabellen-Mittelfeld, ließen es etwas ruhiger angehen.
Mitte der ersten Hälfte erhöhten die Gäste den Druck. Mit steilen Pässen in die Spitze sorgten sie für erste Gefahrenmomente vor dem Leipziger Tor. Der dritte Versuch saß. Ein langer Ball genau in den Lauf von Sarah Hagen, die noch Angelina Lübcke ausspielte und in der 30. Minute die Münchener Führung markierte. Die Bayern agierten nun bissiger, dominierten das Mittelfeld, Leipzig dagegen, wie so oft nach Rückstand, resignierend und kaum noch präsent. Gefahr für das Münchener Tor gab es allenfalls bei Standards. So in der 44. Minute nach einem Freistoß und dem anschließenden Schuss aus dem Strafraumgewühl heraus, den Kathrin Längert parierte. Kurz danach konnte sie gegen die heranstürmende Lisa Reichenbach jedoch nur noch die Notbremse ziehen. Rot für Längert und Strafstoß für Lok.
Wörle nahm Ivana Rudelic aus dem Spiel. Sie war zu diesem Zeitpunkt bereits am Ende ihrer Kräfte. Die 19-jährige Torhüterin Veronika Gratz kam zu ihrem zweiten Erstligaeinsatz und stand gleich vor einer undankbaren Aufgabe. Gegen den platzierten Strafstoß von Anne Heller war sie chancenlos - 1:1 Ausgleich. An der Entscheidung von Schiedrichterin Riem Hussein gab es nichts zu deuteln. Die war logisch und regelkonform, auch wenn der Sinn der doppelten Bestrafung wieder einmal für Gesprächsstoff sorgte. Allerdings waren einige Entscheidungen der Assistentinnen im Verlaufe des Spiels höchst fragwürdig, so dass selbst Wörle's urbayerisches Gemüt gelegentlich aus der Fassung zu geraten drohte.

Auch in Unterzahl bestimmten die Gäste das Geschehen und kamen über den linken Flügel immer wieder bis zur Grundlinie durch. So auch zur erneuten Führung in der 58. Minute. Lotzen und Hagen stehen mutterseelenallein im Leipziger Strafraum. Die Amerikanerin hat keine Mühe, die präzise Flanke einzuköpfen. In der Folge gab es mehrere gute Gelegenheiten durch Bürki, Wenninger, Lotzen und Hagen, die die Leipziger Hintermannschaft in helle Aufruhr versetzten.
Tresp reagierte, brachte Szuh und Schneider, was sich allerdings als schlechte Wahl erwies. Beide ernteten nach dem Spiel heftige Trainerkritik. Nach vorn ging bei den Leipzigerinnen wenig. Ebermann rackerte unermüdlich, aber nur durch die Mitte, Flügelspiel Fehlanzeige. In der 69. Minute dann Freistoß für Lok aus reichlich 30 Metern, halblinke Position. Anne Heller tritt den Ball, der vorbei an Freund und Feind durch den Strafraum segelt, noch einmal kurz aufsetzt und zur Überraschung aller im Münchener Tor landete. Mit dem Ausgleich ging nochmals ein Ruck durch die Lok-Mannschaft. Sie lief und kämpfte fast schon mit dem Mute der Verzweiflung. Außer einem Fernschuss an die Latte durch Kelly kurz vor Spielende sprang jedoch nichts dabei heraus.

Der Punktgewinn dürfte die Sächsinnen allerdings wenig freuen, denn durch den zeitgleichen Sieg von Bayer Leverkusen rutschte Lok auf den letzten Tabellenplatz. Damit dürfte der Abstieg besiegelt sein, denn an einen Sieg in Potsdam glauben selbst Leipziger Optimisten nicht.
Immerhin konnten sich Lok's Frauen erhobenen Hauptes von den 480 Zuschauern verabschieden, oft genug in dieser Saison verschwanden sie grußlos im Spielertunnel.

1. FC Lok Leipzig:
Härling, Freitag (67. Schneider), Clark, Lübcke, Green, Heller, Herrmann, Aulrich (77. Szuh), Janitzki (55. Kelly), Ebermann, Reichenbach

FC Bayern München:
Längert (43. Rot), Baunach, Cross, de Pol, Schöne, Bürki, Wenninger, Lotzen (70. Feiersinger), Rudelic (43. Gratz), Romert, Hagen (85. Bachor)

Tore:
0:1 Hagen (30.), 1:1 Heller (45. FE), 1:2 Hagen (58.), 2:2 Heller (69.)

Gelbe Karten: Cross

Rote Karten: Längert

Schiedsrichterin: Riem Hussein (Bad Harzburg), Imke Lohmeyer, Sina Diekmann

Zuschauer: 480

Weitere Bilder von diesem Spiel unter:
www.girlsplay.de

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