1. Bundesliga: FF USV Jena - Hamburger SV
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FF USV Jena
Hamburger SV
07.05.2012 Die Ausgangslage war für beide klar – der Hamburger SV (19 Punkte) konnte sich mit einem
Sieg im einzigen 11-Uhr-Spiel des Tages aller Abstiegssorgen schon vor den 14-Uhr-Partien entledigen. Die FF USV-Frauen (15 Punkte) wollten nach der unglücklichen und unnötigen
Niederlage letzte Woche bei Lok Leipzig gegen den HSV ebenfalls unbedingt gewinnen, um das Kapitel Abstiegskampf am drittletzten Spieltag ad acta legen zu können.
Nach ein paar Minuten des Abtastens gab es durch Aferdita Kameraj (6./HSV) und Vivien Beil (7./Jena) die ersten Schusschancen, jedoch ohne Probleme für die Torhüterinnen. Jessica
Wich tauchte auf der linken Seite ziemlich frei am Jenaer Strafraumeck auf, ihr Querpass war aber für zwei mitgelaufene HSV-lerinnen zu ungenau gespielt (8.). Dann der erste
Schreck für die USV-Frauen, Susann Utes bekam einen Tritt in die Hacken (10.) und musste wenig später verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Trozdem hatte Jena in dieser Phase
mehr vom Spiel und auch die eine oder andere Torchance. Iva Landekas Freistoß aus 18 Meter Entfernung landete in der HSV-Mauer, ihr Nachschuss knapp neben dem rechten Pfosten
(18.). Für den HSV prüfte Carolin Simon per Fernschuss Tessa Rinkes, die toll parierte, ebenso den Nachschuss von Maja Schubert (21.). Auch der Kopfball von Jenas Amber Hearn war
zu harmlos (29.). Landeka prüfte mit Flachschuss HSV-Keeperin Bianca Weech (34.), Hearns Schuss nach Doppelpass mit Julia Arnold ging knapp vorbei (35.). Gegen Ende der ersten
Halbzeit tat der HSV nun doch etwas mehr nach vorn, kam auch vors USV-Tor, so durch Jessica Wich`s Fernschuss, der knapp drüber ging (40.).
Kurz vor der Pause der nächste Schock für die Thüringerinnen – Iva Landeka knickte nach einem Luftduell, ohne Schuld der Gegnerin, böse um und blieb, vor Schmerzen schreiend,
liegen (45.). Sie wurde vom Feld getragen und mit Verdacht auf Knöchelverletzung und Blaulicht ins Krankenhaus gefahren. Damit war der FF USV nach Utes seiner zweiten
Kreativ-Spielerin verletzungsbedingt beraubt.
Nach Wiederbeginn hatte Sabine Treml, die für Landeka ins Spiel kam, die große Chance zur Jenaer Führung, traf aber aus sechs Metern im Nachschuss an einen Freistoß das Tor nicht
(47.).
Tessa Rinkes hatte kein Problem, den 22-Meter-Freistoß von Bagehorn zu fangen (55.), ebenso wie HSV-Torhüterin Weech einen Fernschuss von Kathleen Radtke (60.). Dann tauchte auf
der anderen Seite schon wieder Carolin Simon vor Rinkes auf, die den Ball erhechtete (61.). Weitere Chancen im Wechsel, hier wieder durch Bagehorn (65.), da durch Julia Arnolds
scharfe Eingabe (66.). Das Spiel stand auf des Messers Schneide. Dann pfiff Inka Müller-Schmäh, die mit ihren Linienrichterinnen die Generalprobe für ihren Einsatz beim
DFB-Pokalfinale nächste Woche in Köln absolvierte, zum Freistoß für den HSV 16 ½ Meter vor dem Tor. Carolin Simon hämmerte das Leder mit einem satten Linksschuss unhaltbar rechts
oben unter die Latte zur Hamburger 1:0-Führung (69.). Wieder musste der USV einem Rückstand hinterher laufen, hatte aber zunächst Glück, dass Aylin Yaren (73.) und Marise Henrike
Ewers (74.) nicht besser zielten, um den HSV-Vorsprung auszubauen. Die Jenaer Schlussoffensive brachte noch je zwei Chancen für Sabrina Schmutzler aus spitzem Winkel aufs Tornetz
(78.) und per Kopf (84.) und Amber Hearn (89., 90.). Aber letztendlich vorn zu harmlos, wie schon die ganze Saison – elf Tore in 20 Spielen sprechen eine deutliche Sprache.
Auch der HSV brachte nichts Zählbares mehr zustande, das war aber auch nicht notwendig – der 1:0-Auswärtssieg reichte zum endgültigen „sportlichen Klassenerhalt”,
wie Trainer Achim Feifel auch betonte.
Mit der Niederlage machte der HSV den (sportlichen) Klassenerhalt sicher, Jena dagegen muss noch mindestens zwei Wochen zittern. Allerdings hatten sie noch Glück, weil Leverkusen
und Leipzig unterlagen, blieb der Abstand auf die Abstiegsplätze bei vier bzw. fünf Punkten. Beim nächsten Spiel des FF USV in Leverkusen könnte man mit einem Punktgewinn dem
Klassenerhalt den entscheidenden Schritt näher kommen – oder bei einer Jena-Niederlage wird die Entscheidung auf den letzten Spieltag vertagt.
Trainerstimmen zum Spiel:
Achim Feifel (HSV): „Man hat die Probleme beider Teams heute gesehen, vor allem im Torabschluss. Wir konnten, auch etwas glücklich, aus einem Standard das Tor machen. Insgesamt, denke ich, haben wir verdient gewonnen, da wir spielerisch etwas besser waren. Der letzte Pass hat oft gefehlt. Ich bin froh, dass wir die drei Punkte geholt und damit
sportlich den Klassenerhalt geschafft haben...Ich hoffe, dass wir auch die finanziellen Voraussetzungen schaffen, um die Lizenz für die 1. Liga zu erhalten.”
Daniel Kraus (Jena): „Es ist jede Woche das Gleiche, was ich erklären muss, wir schießen trotz Chancen keine Tore. Hamburg hat den Sieg am Ende verdient. Es war das erste von
drei Endspielen. Wir müssen das schnell abhaken. Wir bereiten uns nun zwei Wochen konzentriert auf Leverkusen vor – das ist DAS Spiel für uns.”
FF USV Jena:
Rinkes - Brosius, Roelvink, Radtke, Seiler, Beil (ab 73. Schmutzler), Schiewe, Utes (ab 14. Heinze), J. Arnold, Hearn, Landeka (45. Treml)
Hamburger SV:
Weech - Brüggemann, Hepfer, Haye, Simon, Kameraj (90. Timmermann), Ewers, Bagehorn, Yaren, Schubert (46. Saländer), Wich (87. F. Engel)
Tore:
0:1 Simon (69.)
Gelbe Karten: - / Wich, Hepfer
Schiedsrichterin: Inka Müller-Schmäh (Potsdam) mit Mirka Derlin und Kathrin Heimann
Zuschauer: 410
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