1. Bundesliga: FCR 2001 Duisburg – SC 07 Bad Neuenahr
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FCR 2001 Duisburg
SC 07 Bad Neuenahr03. Mai 2012 – … nicht mehr und nicht weniger – ein insgesamt verdienter 2:0 (1:0)-Pflichtsieg, der den FCR 2001 Duisburg im Kampf um den Titel bzw. den Champions League-Platz auf Augenhöhe mit den Konkurrenten hält, die sich ebenfalls keine Blöße gaben und ausnahmslos ihre Wochenendpartien gewannen. Der Gast aus Bad Neuenahr könnte fast Gefahr laufen, als bisher zweitschlechtestes Rückrundenteam mit gerade mal vier erzielten Toren nicht doch plötzlich unerwarteten Kontakt zu den Abstiegsplätzen zu bekommen. Dagegen spricht allerdings, dass sämtliche noch folgende Gegner in der Tabelle unter den Kurstädterinnen stehen.
Dabei begannen die Gäste engagiert und generierten bereits in der 2. Spielminute eine gute Chance nach einem Freistoß von Leonie Maier, doch der Kopfball von Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi streift den linken Außenpfosten. Das war es eigentlich für die Anfangsphase des Spiels, auf beiden Seiten keine Aktion im Strafraum, denn wie gewohnt stand Bad Neuenahr in der Abwehr gut gestaffelt und ließ den Löwinnen keine Chance zum Durchkommen, hatte selbst im Angriff aber auch wenig zu bieten. Allerdings hatten die Duisburgerinnen, die in dieser Saison aufgrund des kleinen Kaders und immer wieder zu beklagenden verletzungsbedingten Ausfällen inzwischen am absoluten Limit spielen, eine weitere Schrecksekunde zu ertragen: Jennifer Oster verletzte sich bereits nach gut einer Viertelstunde und konnte nicht mehr weiterspielen, sie wurde mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt und durch Stefanie Weichelt ersetzt.
Angesichts der Tatsache, dass auf der Auswechselbank bereits mit Valentina Oppedisano eine Stürmerin des Zweitligateams im Dress des Ersatztorwarts Platz nahm, muss man sich fragen, wie eine Mannschaft, die Ambitionen auf den Meistertitel hat, mit einem Rumpfkader und letztlich nur noch zwei vorhandenen Torfrauen für zwei Teams (Christina Bellinghoven fällt aufgrund einer Schulterverletzung für die letzten Partien aus) eine solche Saison spielen kann.
Nach gut zwanzig Minuten zeigten sie dann, wie man mit einer schnellen Kombination den Kurstädter Beton aufbricht: ein langer Ball von Laura Neboli, von Mandy Islacker klug weitergeleitet auf Simone Laudehr, die sich auf der rechten Seite gegen Sara Doorsoun-Khajeh durchsetzt und quer durch den Strafraum passt – alle SC-Spielerinnen verfehlen die Kugel, und auf der anderen Seite wartet Linda Bresonik, die von Katie Hoyle nicht mehr entscheidend gestört werden kann; ihr satter 14-Meter-Schuss landet unhaltbar für Almuth Schult im linken unteren Eck. Die erste ernst zu nehmende Chance, und es steht 1:0 für den FCR – dabei blieb es dann aber auch erst einmal in dieser Richtung. Wenige Minuten später bringt erneut ein Maier-Freistoß von der rechten Seite Gefahr: Celia legt Maiers Ball per Kopf in die Mitte, und Ramona Petzelberger nimmt diesen etwas artistisch auf, kann aber nicht genug Druck darauf geben , und ihr Bogenschuss landet nur auf der Latte.
Das war dem FCR dann doch zu viel, und man meinte wohl, das Heft wieder in die Hand nehmen zu müssen. Ein Kopfball nach Bresonik-Freistoß von rechts wird von Nationaltorfrau Schult gut pariert; aber kurz vor der Pause wäre sie wohl machtlos gewesen, denn Laudehr geht erneut über rechts durch, wird gestört, aber Weichelt übernimmt und flankt mustergültig herein – doch Islacker lässt sich aus acht Metern diese Chance zur Ergebniserhöhung entgehen und hämmert den Ball über die Latte.
Nach Wiederanpfiff schienen die Kurstädterinnen motiviert, sich hier doch aktiv um Punkte zu bemühen, doch bereits nach zehn Minuten wurde ihnen der Zahn schnell gezogen: Laura Störzel überwindet bei einem Klärungsversuch per Kopf beinahe die eigene Torfrau, und die daraus resultierende, von Gülhiye Cengiz getretene Ecke verwandelt Alexandra Popp in unnachahmlicher Manier mit einem Kopfball aus sechs Metern zum 2:0.
Nach einer guten Stunde Spielzeit traf Simone Laudehr aus gleicher Distanz im Anschluss an einen Cengiz-Freistoß nur die Latte, wobei Almuth Schult hier dem Ball noch eine kleine Richtungsänderung gab. Ein weiterer Aluminiumtreffer wurde auf der Gegenseite verzeichnet, aller guten Dinge sind bekanntlich drei: erneut Celia, die aus 17 Metern viel zu viel Zeit hat abzuziehen – doch ihr Kracher landet unter der Latte und springt ins Feld zurück. Das war es dann auch fast in dieser Partie, doch für eine junge Duisburger Spielerin gab es sicher noch einen richtig schönen Moment: in der 87. Minute wurde die U17-Nationalspielerin Madeline Gier, die am Vortag ihren 16. Geburtstag feierte, für Mandy Islacker eingewechselt – ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, eine schöne Geste, die sich ‚Mady‘ aufgrund ihrer zuletzt herausragenden Leistungen in der Juniorinnen-Mannschaft absolut verdient hat.
Verdient war letztlich auch der Duisburger Sieg. Trainer Marco Ketelaer sprach seiner Mannschaft nach dem Spiel ein Lob aus, da sie es Woche für Woche schaffe, trotz der dünnen Personaldecke immer wieder ihre Leistung abzurufen; da komme es dann mal vor, dass sie gegen Spielende nicht mehr so viel Konstruktives zustande bringe und physisch etwas abbaue. Was das allerdings im Hinblick auf die bevorstehenden entscheidenden Partien gegen Potsdam und Frankfurt bedeutet, dürfte aus Duisburger Sicht eher heftige Bauchschmerzen bereiten.
Gästecoach Colin Bell trauerte den vergebenen Chancen seines Teams nach, denn seiner Meinung nach sei in dieser Partie für sein Team etwas mehr drin gewesen – was auch objektiv gesehen stimmt. Der SC 07 beweist einmal mehr, dass er zwar über eine hervorragende Defensive verfügt, die allerdings bei starken Mannschaften zu oft unter Druck gerät und dann zwangsläufig auch zu Fehlern kommt, die wie in diesem Fall eiskalt ausgenutzt wurden. Nach vorn geht hier allerdings trotz einer in der Nationalmannschaft blendend aufgelegten Celia Okoyino da Mbabi einfach viel zu wenig.
Der Gast erwartet bereits am Mittwoch im heimischen Apollinarisstadion den amtierenden Deutschen Meister 1.FFC Turbine Potsdam im Nachholspiel des 18. Spieltags; die Duisburgerinnen können und müssen unter der Woche versuchen, zumindest die ein oder andere Spielerin wieder fit zu bekommen, um sich für das Auswärtsspiel bei Bayern München am kommenden Sonntag zu rüsten.
Stenogramm:
FCR 2001 Duisburg:
Preuß – Wensing, Krahn, Neboli, Himmighofen – Cengiz, Bresonik, Laudehr, Popp, Oster (17. Weichelt) – Islacker (87. Gier)
SC 07 Bad Neuenahr:
Schult – Doorsoun-Khajeh, Störzel, Kuznik, L. Maier – Rech, Hoyle (61. Selensky), Petzelberger (85. Pyko), Na. Rolser (72. Gregorius) – Ni. Rolser, Okoyino da Mbabi
Tore:
1:0 Bresonik (21.)
2:0 Popp (55.)
Gelbe Karten:
Weichelt, Krahn / Störzel
Schiedsrichterin:
Nathalie Eisenhardt (Holzgerlingen) mit Pamela Renz und Karoline Wacker
Zuschauer:
1.607
Weitere Bilder unter: www.girlsplay.de
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