1. FFC Frankfurt II - TSV Crailsheim Spielbericht
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2. Bundesliga Süd, 20. Spieltag
Viermal Aluminium - keinmal Tor
1. FFC Frankfurt II - TSV Crailsheim 0:0
14.04.2011 Einmal wackelte die Latte des Frankfurter Tores nach einem Schuss, doch der Ball sprang von der Unterkante zurück ins Feld. Dreimal knallte der Ball an die Latte oder den Pfosten des Crailsheimer Tores, doch zählbares sprang dabei nicht heraus. Es war ein durchaus ansehnliches Spiel, in dem aber der Ball einfach nicht ins Tor wollte.
Dies lag aber auch an den zwei starken Torfrauen und den ebenfalls starken Abwehrreihen vor ihnen. Dabei stellte sich keine der beiden Mannschaften einfach nur hinten rein. Die Gäste aus Crailsheim, als Tabellenvierter zum Vorletzten angereist, gingen bei eigenen Angriffen oft mit drei Spielerinnen in die Spitze, und die gegen den Abstieg kämpfenden Frankfurterinnen hatten sowieso allen Grund, nach vorne zu gehen, denn nur ein Sieg konnte ihnen wirklich hefen. Aber die gleich starken Teams neutralisierten sich weitgehend, und bis in den Strafraum ging es dann doch relativ selten, vor allem in der ersten Halbzeit.
So dauerte es bis zur zehnten Minute des kampfbetonten Spiels, bis Crailsheims Keeperin Kim Kaller erstmals eingreifen musste, eine Mischung aus Schuss und Flanke von Selina Dambier stellte jedoch kein Problem für sie dar. Wenig später klärte Frankfurts Innenverteidigerin Maren Heller vor der fast durchgebrochenen, steil angespielten Simone Klenk. Dann wurde der Strafraum auf beiden Seiten aber wieder zur Tabuzone, erst in der 22. Minute sorgte ein Fernschuss von Karolin Thomas auf das Crailsheimer Tor wieder für einen Hauch von Gefahr. Wenig später schloss dann Dambier von der Strafraumgrenze aus ab, aber ebenfalls über das Tor. Ein von Jasmin Herbert getretener Eckstoß strich gefährlich durch den Strafraum von Crailsheim, aber Freund wie Feind verpassten den Ball.
Die Crailsheimer Stürmerinnen wirkten zwar stets gefährlich, gerieten aber viel zu oft ins Abseits der von Tina Wunderlich organisierten Frankfurter Viererkette. Meist war es sogar ein guter Meter, den die jeweilige Spielerin zu weit vorne war. Wie gesagt, Crailsheim spielte durchaus offensiv, und so ergab sich in der 33. Minute eine Konterchance für Frankfurt. Selina Dambier startete von der Mittellinie gegen die aufgerückte Crailsheimer Mannschaft, hatte nur noch eine Gegenspielerin vor sich, gab zwei Meter vor dem Strafraum klug ab auf die mitgelaufene Katharina Kiel, doch die geriet in Rücklage und donnerte den Ball über das Tor. Bei diesem Konter war mehr drin gewesen!
So ging es dann torlos in die Kabinen nach einer Halbzeit, in der Crailsheim kein einziges Mal wirklich zum Torschuss gekommen war, aber auch die Frankfurter Stürmerinnen zwar zum Schuss kamen, dabei aber Kim Kaller im Crailsheimer Tor nicht einmal wirklich fordern konnten.
Nach dem Seitenwechsel änderten sich die Verhältnisse aber zunächst einmal sehr gründlich. Die Crailsheimerinnen bekamen plötzlich die Riesengelegenheiten! Erst setzte sich Juliane Klenk schön durch, zielte gut auf das lange Eck des Frankfurter Tores und hatte Pech, dass Keeperin Anne-Kathrine Kremer mit einen prima Reflex den Ball noch mit den langen Bein ablenken konnte. Dann parierte Kremer ebenso klasse gegen Jasmin Leonhardt, und wenig später kam es dann aus dem Gewühl vor dem Frankfurter Tor heraus zum schon erwähnten Crailsheimer Lattentreffer, bei dem selbst die starke Kremer keine Chance gegen den Schuss aus höchstens acht Metern gehabt hätte. Drei gute Chancen zu Beginn der zweiten Halbzeit für Crailsheim!
Doch die Frankfurterinnen fanden ins Spiel zurück, und ab der 60. Minute bekamen sie langsam wieder das Oberwasser, dass sie in der ersten Hälfte schon mit mehr Ballbesitz und mehr Schüssen aufs Tor gehabt hatten. Nach guter Vorarbeit von Dambier traf nun auch Thomas die Latte, so dass sich die Lattentreffer nun ausglichen. Zwei Minuten später kam die sehr fleißige und auffallend zweikampfstarke Mirella Junker zu einer Kopfballchance, doch der Ball wurde noch zum Eckstoß abgewehrt. Fast ins Tor gegangen wäre dann in der 71. Minute ein gefährlicher Fernschuss von Junker, der vor Kaller aufsetze, unter der Keeperin durchrutschte - aber eben nur fast, denn im Nachfassen hatte die im Endeffekt fehlerlose Kaller den Ball dann doch.
In der 73. Minute strich ein Schuss von Dambier am langen Eck des Crailsheimer Tores vorbei, in der 74. Minute kam der Ball schon wieder gefährlich in den Crailsheimer Strafraum, sprang vor Jasmin Meyer unglücklich auf, so dass diese nicht richtig heran kam. Dann traf Jasmin Herbert mit einem satten Schuss den Pfosten, bei einem Eckstoß wenig später holte Keeperin Kaller den Ball gerade noch vom Kopf einer Frankfurterin.
Doch auch Crailsheim kam noch einmal zu einer Gelegenheit: bei einem schnellen Gegenstoß tauchten gleich zwei Stürmerinnen plötzlich vor dem Strafraum auf, Keeperin Kremer musste raus, wehrte außerhalb des 16ers klasse gegen die erste Gegnerin ab, die zweite kam an den Ball, doch wieder blieb Kremer Siegerin, ohne die Hände zu benutzen! Nachdem dann wieder auf Frankfurter Angriffseite Herbert noch einmal die Latte traf, dass es nur so durch das Stadion schepperte, war aber klar, an diesem Tag würden hier keine
Tore fallen. Immerhin brachte das Unentschieden dem Frankfurter Team den Sprung auf den Relegationsplatz, denn Konkurrent Sand verlor in der 93. Minute noch 1:2 gegen Niederkirchen und hat nun bei Punktgleichheit das um ein Tor schlechtere Torverhältnis.
Crailsheims Trainer Christian Isert bezeichnete das Unentschieden als letztlich gerecht, trauerte allerdings den vergebenen Chancen kurz nach dem Seitenwechsel nach. "Wenn wir die reinmachen, gewinnen wir", meinte Isert. "Allerdings hatten wir dann auch Glück, dass Frankfurt die Chancen danach ebenfalls nicht verwertet hat." Sehr zufrieden war Isert mit der Moral seines Teams, das eine sehr gute Einstellung gezeigt habe, obwohl es für Crailsheim ja um nicht mehr viel ging.
Ähnlich kommentierte auch Frankfurts Trainer Winfried Klein das Spiel, auch wenn er eine leichte Überlegenheit seiner Elf gesehen hatte. "Es war ein Kampfspiel, ich bin zufrieden mit der geschlossenen Mannschaftsleistung meines Teams, aber letztlich haben wir zwei Punkte verloren, die wir dringend gebraucht hätten", meinte Klein, der naturgemäß gerne den einen oder anderen Lattentreffer seiner Elf im Tor gesehen hätte und etwas mit dem Pech haderte.
1. FFC Frankfurt II:
Kremer - Losert, T.Wunderlich, Heller, Engel - Rheinheimer (6. Meyer) - Kiel (76. Barucha), Thomas, Herbert - Junker, Dambier
TSV Crailsheim:
Kaller - Gaugler, Steck, Scurich, Bachteler (81. Hoffmann) - Leonhardt, Hörber, Treyer, J. Klenk - Maceri (76. Kürschner), S. Klenk (46. Wich)
Tore:
keine
Gelbe Karten: keine
Schiedsrichterin: Sabrina Jene (Schiffweiler) mit Tina Groß und Stefanie Schreiner
Zuschauer: 144
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