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20 Jahre Frauenfußballabteilung beim FC St. Pauli

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Was sind wir? Kiezkicker!

20 Jahre Frauenfußballabteilung beim FC St. Pauli

01.06.2010   „100+20 Grad im Schatten – kleine Erfolge unter großem Namen” unter diesem Motto beging der FC St. Pauli an Pfingsten gleich 2 Jubiläen auf dem Heiligengeistfeld. Zum einen feierte der Gesamtverein seinen 100. Geburtstag, zum anderen wurde die Abteilung Frauenfußball 20 Jahre jung.

Als Fußballklub 1910 gegründet, ist der FC St. Pauli längst ein Mehrspartenverein. Neben den männlichen Fußballprofis verfügt der Hamburger Traditionsverein über 10 Amateurabteilungen, deren erfolgreichste die Rugby-Abteilung mit deutschen Meistertiteln vor allem bei den Rugby-Frauen ist. Das sportliche Angebot für die 7.800 Mitglieder ist ansonsten breit gefächert und reicht von Boxen und Kegeln über Schach und American Football bis zum Behindertensport (Tor- und Goalball, Blindenfußball).

Eigenständig ist auch die 1990 ins Leben gerufene Frauen- und Mädchenfußballabteilung des FC St. Pauli. Nach eigenem Selbstverständnis ist sie „Trägerin einer feministischen, solidarischen, sozial engagierten und selbstverantwortlichen Grundhaltung, welche frei ist von bewusster diskriminierender Benachteiligung aufgrund von ethnischer und sozialer Herkunft, Bildungsstand, Religion, Aussehen, Alter, sexueller Orientierung, körperlicher sowie geistiger Gesundheit.”

Die 1. Mannschaft spielt in der Landesliga, doch steht insgesamt eher der Breitensportgedanke im Vordergrund. Eine 2. Mannschaft sowie A-, B- und C-Juniorinnenteams im 11er Spielbetrieb komplettieren das Angebot für die Aktiven.

Über den rein sportlichen Rahmen hinaus engagieren sich die St. Pauli-Frauen auch sozial. Unterstützten sie früher Frauenfußball in Nicaragua, so sind sie seit 2005 Partner von "Old is Gold Slum Youth" (OGSY), einem Frauenfußball- und Sozialprojekt im Mathare-Slum von Nairobi/Kenia. Hiervon, aber auch u.a. darüber, dass Frauenfußball beim FC St. Pauli schon in den 70er Jahren betrieben wurde, berichtet zudem das knapp achtminütige Filmportrait „FC St. Pauli: 20 Jahre Frauen und Mädchenfußball”, das beim Vereinsfest im Zelt der FF-Abteilung zu sehen war .

Das Abteilungsjubiläum eröffnete den Fußballfrauen erstmals die Möglichkeit,


den „heiligen Rasen” des Millerntor-Stadions zu entern. Zeitgleich zu den Aktivitäten auf dem Heiligengeistfeld, wo der Verein seine sportliche Vielfalt präsentierte, veranstalteten die Kiez-Kickerinnen am Pfingstsonntag ein Mädchen- und Frauenfußballturnier im benachbarten Stadion. Während sich die C-Mädchen des FC St. Pauli mit 3 anderen Hamburger Teams – darunter eine Kiez-Truppe – maßen, bestand das Feld bei den B-Mädchen aus insgesamt 8 Teams, darunter Mannschaften vom 1. FC Union Berlin und DSC Arminia Bielefeld sowie die Reserve des HSV.

„Große Namen” gab es auch unter den Teilnehmern am Frauenturnier. So reisten aus dem Süden Kickers Offenbach und Eintracht Frankfurt II an, aus dem Osten der 1. FC Union II und aus Ostwestfalen Arminia Bielefeld. Ein Team aus dem englischen Leeds brachte eine internationale Note in das Turnier, der HSV IV sorgte für Hamburger Derbystimmung. Die Gastgeber selbst waren mit 3 Formationen am Start, neben den A-Juniorinnen ein ”FC St. Pauli Aktiv-Mix-Team” und eine „St. Pauli Urtyp” genannte Auswahl, die im wesentlichen mit Spielerinnen der 1. Stunde bestückt war.

Vervollständigt wurde das Teilnehmerfeld durch den BSV Kickers Emden, den FC Offenbüttel und den SC Pinneberg. Pinneberg, das auch seine B- und C-Mädchen im Rennen hatte, feiert übrigens eine Woche später „30 Jahre Frauenfußball beim SCP” mit einem eigenen Turnier.

Ab 10 Uhr wurde auf dem in 3 Kleinfelder unterteilten Stadiongrün zumeist parallel gekickt. Den Spaßfaktor des Turniers unterstrich dabei der Nebenwettbewerb um den originellsten Torjubel. Sonniges


Wetter und eine gut besuchte Südtribüne bildeten einen schönen Rahmen für ein weitgehend fair verlaufendes Turnier.

Ab den Viertelfinals nahm bei den Frauen allerdings der Ehrgeiz zu und die Torquote ab. So manches Match konnte da erst im Neunmeterschießen entschieden werden, so auch beide Semifinals. Einen klaren Sieger gab es allerdings im Endspiel, das der niedersächsische Landesligist Kickers Emden (Bezirksoberliga Weser-Ems) mit 3:0 gegen Union Berlin II gewann. Über Platz 3 musste wieder das Neunmeterschießen entscheiden, wobei Frankfurt gegenüber Bielefeld mit 3:2 das bessere Ende für sich hatte.

Als gegen 19 Uhr der sportliche Wettkampf beendet war, wartete schon die Turnierparty auf Teilnehmer und andere Vergnügungssüchtige. Dort sollte dann auch die offizielle Siegerehrung aus dem Frauenwettbewerb von statten gehen. Die überschüssigen Erträge des Abteilungsfestes (u.a. aus dem Verkauf von Soli-Shirts) waren im übrigen für das Projekt OGSY bestimmt.



Mehr über den Frauenfußball beim FC St. Pauli, das Kenia-Projekt (OGSY) und den Jubiläumsfilm findet ihr unter:

www.fcstpauli-frauenfussball.de



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