FanSoccer FanSoccer Zentralregister
Frauenfußball
Menü
01

August-Bericht über die Regionalliga Nord

· Archivbestand · 778 Wörter


Regionalliga Nord

49 Tore in zehn Spielen

Torreicher Start in die Regionalliga Nord

Betrachtung von HSV II, FFC Oldesloe und TSV Nahe

von Fuxi (Text und Fotos)

03.09.2005

TSV Nahe

Anders liegt der Fall im Nachbarkreis Bad Segeberg. Hier, beim TSV Nahe, hat Trainer Christopher Foley mal wieder Understatement an den Tag gelegt und ein klares Ziel ausgegeben: Klassenerhalt! Dass der möglich ist, zeigte der freche Landespokalfinalist im ersten Spiel: In einer Kopie des Landespokal-Halbfinales siegte der TSV in Oldesloe mit 2:0. Neben Marcia Merchant traf Neuzugang Janine Kulow zum Sieg. Und das, obwohl die letztjährige Toptorjägerin, Jennifer "Daisy" Schult, nur in der Zweiten auflief.

Chris Foley, Trainer des TSV Nahe

Nun ist dieses Ergebnis allein kein Gradmesser. Eine Bestätigung fehlt, denn nach dem Rückzug des FSV Westerstede aus finanziellen Gründen hatte der TSV Nahe am zweiten Spieltag frei. Weiterhin kann auch der Bezirkspokal nicht weiterhelfen: Nahe unterlag dem FFC Oldesloe mit 1:6 und nimmt damit in dieser Saison auch nicht am Landespokal teil. Bitter für den Club, der dem ZWeitligaaufsteiger Holstein Kiel im Finale 0:3 unterlag. Eine weitere bittere Pille gab es vor Saisonbeginn zu schlucken: Der designierte Sportchef des TSV-Frauenfußballs, Ex-HSV-Frauen-Manager Reiner Jordan, sagte aus beruflichen und wohntechnischen Gründen ab, bleibt zumindest freundschaftlich verbunden. Sportlich schmerzt der Weggang von Martina Rohde. Die Spaßfußballerin, früher beim HSV in der Bundesliga aktiv, kehrte zum 1. Norderstedter FC zurück, bei dem sie - damals noch unter der Flagge des 1.SC Norderstedt - vor dem zweijährigen Engagement in Nahe spielte.

Spielszene aus dem Match des FFC Oldesloe gegen den TSV Nahe

Schade, denn sie war die ordende Hand im Spiel. Auch Kim-Denise Rebmann verließ den Club im Sommer, schloss sich dem Verbandsligaaufsteiger SG Henstedt/Henstedt-Rhen an. Fünf weitere Spielerinnen, darunter auch die Stammkeeperin der Aufstiegssaison, Julia Hinrichs, verstärkten die für die Regionalliga vorgeschriebene, neu gegründete zweite Mannschaft. Neu im Club sind Stephanie Döscher (HSV III.), Janine Kulow (FC Riepsdorf), Lisa Hagemann (SV Schackendorf), sowie Ulrike Götz und Meike Scharrenberg, die beide von Grün-Weiß Eimsbüttel aus Hamburg kommen. Stürmerin Scharrenberg hat hierbei den größten Namen, spielte für Schmalfeld und den HSV in der Bundesliga, sowie in der Regionalliga für Grün-Weiß und in der Verbandsliga für Rantzau und GWE. Insgesamt hat sich die Qualität verbessert. Der Klassenerhalt in der 3. Liga ist realistisch.

Enttäuschungen

Vor allem in Hinblick auf die Enttäuschungen der ersten beiden Spieltage. Hier "kloppen" sich mehrere Vereine um den letzten Abstiegsplatz. Ganz schlecht gestartet sind der Fast-Absteiger TSG Burg Gretesch (0:12 Tore), SV Hastenbeck (3:11) und Jahn Delmenhorst (1:7). Konnte man bei Burg Gretesch diesen Einstieg in die Saison gegen HSV II. und Oldesloe noch erwarten, so kamen die deutlichen Schlappen für das zwischen Welt- und Kreisklasse pendelnde Hastenbeck und den einstigen Top-Club Delmenhorst überraschender. Was peinlicher ist, ist hier nicht sicher: Das 1:6 gegen Aufsteiger Mellendorf oder das 0:1 gegen Schamerloh. Obwohl: Die SGS ist auch so eine Mannschaft, die man schlecht einschätzen kann. Mal landen sie im Mittelfeld, mal steigen sie fast ab. Das Team ist dabei durchsetzt mit erfahrenen Regionalliga-Spielerinnen. Aber was ist das wert?


Überraschungen

Mit dem Abstieg scheinen der Mellendorfer TV und der SV Ahlerstedt/Ottendorf nichts zu tun zu kriegen. Mellendorf, das Stammkeeperin Tessa Rinkes an den Hamburger SV verlor, startete mit einem 6:1 gegen Jahn Delmenhorst und 2:1 gegen FSG Twist. Aber dennoch reichte es für das junge Team um U19-Nationalspielerin Jana Kieras nicht für die Tabellenführung, nachdem "AO" zuerst Hastenbeck 4:1 schlug und auch Burg Gretesch 4:0 wegknallte. Über Ahlerstedt/Ottendorf lässt sich wenig sagen. Die Spielerinnen sind allesamt No-Names. Umso wichtiger ist es, als Team aufzutreten. Und das tut "AO". Anders ist der 4. Platz aus der Vorsaison und die derzeitige Tabellenführung kaum zu erklären. Prunkstück ist beim SV der Dreiersturm aus Anne-Marie Schwartau, Anne Schaarschmidt und Ivonne Flösser, die schon in der letzten Saison 31 von 48 Treffern erzielten und aktuell 7 von 8 Toren markierten. Voll eingeschlagen haben die drei Neuzugänge Kim Fabian (VfL Stade), Tina Willmann (Hammah) und Janine Plaga (eigene Zweite). Die Abgängerinnen Sandra Berwald, Kerstin Klindworth und Silke Müller werden nur noch im Notfall reaktiviert, Frauke Poppe macht Babypause und agiert als Betreuerin.

August-Fazit

Das derzeitige Tabellenbild gibt keine wirklichen Rückschlüsse auf die Kräfteverteilung her. Nur neun Clubs haben zwei Spiele absolviert, Nahe und Twist waren bislang nur einmal aktiv. Insofern muss man mindestens die September-Entwicklung abwarten, um sagen zu können, wer in welche Richtung tendiert. Der Auftakt war vielversprechend. Eine Standortbestimmung gestaltet sich trotzdem schwierig. Der eine Aufsteiger auf Platz zwei, der andere putzt im ersten Spiel den Vorjahres-Zweiten - das kann zweierlei Dinge bedeuten: Entweder ist die Liga so stark - oder so schwach. Da hilft nur Abwarten...

Zum HSV II
Zum FFC Oldesloe
Zur FanSoccer-Startseite