1.FC Saarbrücken - TSV Crailsheim Spielbericht
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DFB-Pokal, 2. Runde
Rauch-Zeichen
1.FC Saarbrücken - TSV Crailsheim 3:1 (1:0)
03.09.2010 Seiner Favoritenrolle absolut gerecht wurde der 1. FC Saarbrücken als aktueller Tabellenvierter der 1. Bundesliga in diesem von der Papierform her gesehen ungleichen Duell gegen das momentane Schlusslicht der 2. Liga Süd und darf nach einem alles in allem souveränen Erfolg weiter von Köln träumen...
Wieder einmal musste FCS-Coach Stephan Fröhlich seine Viererkette umbauen. Für Sarah Schatton, die sich im letzten Punktspiel gegen Leverkusen leicht an der Schulter verletzt hatte, rückte die wiedergenesene Laura Vetterlein ins Team, die ihre Aufgabe trotz mangelnder Spielpraxis dann auch über 90 Minuten zufriedenstellend löste.
Der FCS begann äußerst druckvoll und hätte schon nach 3 Minuten in Führung gehen können, als Nina Rauch nach schönem Pass von Danielle Sweeney ihrer Gegenspielerin Chantal Bachteler auf und davon lief, doch deren Rechtsflanke von der Torauslinie köpfte die am kurzen Pfosten lauernde Cynthia Uwak direkt auf Torfrau Saskia Kieninger, die den Ball zur Ecke abblocken konnte. Nach dem insgesamt dritten Eckball innerhalb von nur drei Minuten avancierte Kieninger dann allerdings in negativer Hinsicht zur Hauptdarstellerin, als dieser nämlich ein von Caroline Salm eher harmlos vor das Tor getretener Ball aus den Händen glitt und die am Fünfmeterraum lauernde Rauch per Abstauber artig „Danke“ sagte. Genau dieses frühe Tor hatte man sich auf Saarbrücker Seite natürlich gewünscht, doch schien dieses eher einschläfernde Wirkung zu zeigen.
Bis auf einen 17m-Schuß von Sweeney, den Nina Hasenfuß noch zur Ecke abfälschen konnte (9.) war’s das erst einmal mit zwingendem blau-schwarzen Offensivfußball. Die Gäste aus dem Hohenlohischen fanden nun etwas besser ins Spiel hinein und besaßen durch einen Kopfball von Allison Scurich (14.) nach Ecke von Juliane Klenk eine erste nennenswerte Torgelegenheit. In der 34. Minute schickte dann Lisa Wich TSV-Urgestein Carolin Hörber mit feinem Steilpass auf die Reise, doch dieser rutschte die Kugel beim Schussversuch aus aussichtsreicher Position über den Spann. Im Gegenzug stand Christina Arend nach einem Durcheinander in Crailsheims Strafraum (Bachteler schoß Scurich an) plötzlich alleine vor dem Tor, doch jagte diese die Kugel in leichter Rücklage aus 7 Metern einen Meter über den Querbalken – das musste eigentlich das 2:0 sein...
So wurden mit einem knappen Saarbrücker Vorsprung sowie der Erkenntnis, dass auf deren immer wieder zuschnappenden Abseitsfalle Verlass war, die Seiten gewechselt. Ähnlich wie im ersten Durchgang begann der Erstligist wieder stark, ließ jedoch beste Gelegenheiten weiterhin ungenutzt. So vergaben Arend (52. und 56.) sowie Uwak (57. und 58.) jeweils mit Einzelaktionen und auch Salm versuchte sich vergeblich mit einem 20m-Schuß (60.), der nur knapp am langen Pfosten vorbeistrich.
Folglich bedurfte es für den FCS schon wieder eines weiteren „Rauch-Zeichens“, um die Weichen vorentscheidend auf Sieg zu stellen. Nach langem Ball von Sif Atladottir startete die erst in der letzten Winterpause vom FSV Jägersburg zunächst zur zweiten Mannschaft des FCS gewechselte Rauch mit gut 10 Metern Rückstand gegenüber Jasmin Leonhardt aus der eigenen Hälfte heraus, überlief diese locker und leicht, setzte im Strafraum angekommen noch ganz abgezockt einen Haken und schlenzte die Kugel abschließend mit viel Übersicht zum 2:0 ins lange untere Eck. Allein dieses Tor war schon das Eintrittsgeld wert und es ist schon verblüffend mitanzusehen, wie unbekümmert die erst 17-jährige in nahezu jedem Pflichtspiel ihre „Zeichen“ setzt.
Nachdem Juliana Edwards in der 70. Minute mit einem 25m-Distanzschuß nur die Latte getroffen hatte, machte die bis dahin etwas glücklos agierende Arend nur sechs Minuten später dann doch noch „ihr“ Tor. Nach einer weiten Rechtsflanke haute Leonhardt an dem an ihr vorbeifliegenden Ball sauber vorbei und die am Elfmeterpunkt ganz allein gelassene Goalgetterin hatte sodann keine Mühe mehr, mit einem überlegten Schlenzer in den rechten oberen Winkel ihren dritten Pokaltreffer dieser Saison zu erzielen.
Aus einem Eckball für den FCS entstand dann –so komisch das auch klingen mag- der Ehrentreffer für die sich tapfer wehrenden Gäste. Nach Kopfballabwehr der eingewechselten Sarah Herrmann kam der von Hörber direkt weitergespielte Ball zu Lisa Wich, diese lief alleine auf das Tor zu und schob die Kugel mit links an der chancenlosen Romina Holz vorbei ins rechte untere Eck. Und wer weiß schon wie sich das Spiel weiter entwickelt hätte, wäre Hörber nur zwei Minuten später nach schönem Doppelpass mit Simone Klenk aus spitzem Winkel nicht an der exzellent reagierenden Holz gescheitert...
Erwähnenswert noch die beiden Kurzeinsätze von Nathalie Quinten und Tamara Morche aus der Regionalligamannschaft des FCS, die sich beide recht schnell und gut einfanden. Fast wäre Quinten sogar noch als Vorlagengeberin in Erscheinung getreten, doch machte die nach deren Steilpass zuvor am Ball vorbeigrätschende TSV-Torfrau Kieninger ihren Fehler umgehend wieder wett, indem diese den 15m-Heber von Salm (87.) eben an die Latte lenken konnte (87.).
Keine zwei Meinungen gab es diesmal auf der Pressekonferenz, als beide Übungsleiter von einem verdienten Saarbrücker Sieg sprachen und sich mit der jeweiligen Leistung der eigenen Mannschaft absolut einverstanden zeigten.
1.FC Saarbrücken:
Holz - Leykauf, Atladottir, L. Vetterlein, Edwards – Sweeney (61. Scherzberg), Beney (70. Quinten), Salm - Rauch, Uwak, Arend (81. Morche)
TSV Crailsheim:
Kieninger- Hasenfuß (73. Herrmann), Steck, Schurich, Klenk - Hörber (86. Trittner), Treyer, Maceri -
Bachteler (46. Klenk), L. Wich, Leonhardt
Tore:
1:0 Rauch (6.)
2:0 Rauch (64.)
3:0 Arend (76.)
3:1 Wich (81.)
Gelbe Karten: L. Vetterlein, Edwards – Maceri, Bachteler
Schiedsrichterin: Sabrina Jene (Schiffweiler)
Zuschauer: 250
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