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SC 07 Bad Neuenahr - Hamburger SV Spielbericht

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SC 07 Bad NeuenahrSC 07 Bad Neuenahr
gegen
Hamburger SVHamburger SV

DFB-Pokal, Viertelfinale

Pokalkrimi in Tiefkühltruhe

SC 07 Bad Neuenahr - Hamburger SV 3:1 (0:0)

31.01.2011   Nach einem Vierteljahrhundert schaffte der Bundesligadino SC 07 Bad Neuenahr wieder einmal den Einzug unter die letzten Vier des DFB Pokal der Frauen. Nur noch ein Sieg trennt die Truppe von Thomas Obliers vom ersehnten Pokalfinale im benachbarten Rhein Energie Stadion in Köln.

Zuvor standen gestern Nachmittag allerdings 90 nervenaufreibende Minuten bei Minustemperaturen und hartgefrorenem Boden, gegen einen Hamburger SV, der vor nicht allzu langer Zeit mit 6:2 im Apollinarisstadion trimphiert hatte. Achim Feifel, der stets sportlich eingestellte Coach des HSV, orakelte bereits damals über die Pokalpartie: "Der klare Sieg macht das Pokalspiel nicht gerade leichter für uns".Wie sehr er Recht behalten sollte, sahen 503 Zuschauer von Beginn an.

Die Kurstädterinnen hatten zunächst mehr mit dem knüppelharten Geläuf zu kämpfen, als mit dem Gegner. Die richtige Wahl des Schuhwerks grenzte schon an ein Lottospiel, worüber auch der Gästetrainer sich später noch äusserte. Feldüberlegen absolvierte der SC 07 die erste Halbzeit und Celia Okoyino da Mbabi hatte auch die beiden besten Möglichkeiten zum Torerfolg.

Zunächst in der 13. Minute, als Sie von Sara Doorsoun exzellent bedient, nur das Außennetz traf. Kurz vor dem Pausentee nahm sie dann einen Abpraller der Hamburger Abwehr direkt, aber auch leider zu ungenau und zielte am linken Toreck vorbei.

Neun Minuten nach Wiederanpfiff hatte Celia dann die richtige Visiereinstellung. Lena Goeßling schickte Nicole Rolser auf die Außenbahn, diese passte in den Strafraum und Celia verwandelte zum vielumjubelten Führungstreffer. Die Gäste von der Waterkant bäumten sich gegen das drohende Aus auf, waren jedoch vor dem Strafraum des SC 07 nicht effektiv genug. Zudem hatten Bianca Rech und Peggy Kuznik in der Abwehrzentrale alles im Griff.

Dennoch fiel aus heiterem Himmel der Ausgleich. "Eine Chance, die eigentlich keine war", konstatierte Thomas Obliers nach dem Spiel. Eine Freistoßflanke von


Janina Haye kam ungehindert in den Fünfmeterraum von Nadine Richter. Ob diese nun von der tiefstehenden Sonne geblendet wurde, lasse ich einmal dahingestellt. Aferdita Kameraj jedenfalls war es Recht und völlig unbehelligt erzielte sie den Ausgleich. Richter hätte eigentlich nur die Arme ausstrecken müssen, also Kategorie schwerer Torwartfehler.

Wie wenig die junge Mannschaft von der Ahr geschockt war, zeigte sich bereits im Gegenzug. Einen, mit sehr viel Gefühl ausgeführten Freistoß von Lena Goeßling donnerte Bianca Rech via Kopf an die Querlatte, Bianca Weech indes wäre hier chancenlos gewesen. Wie auch in der 80. Minute, denn dort ging ein Flankenball durch Freud und Feind zu Leonie Maier. Diese ließ noch eine HSV Verteidigerin ins Leere laufen, um Weech dann mit einem platzierten Schuss ins lange Eck nun Wirklich gar keine Möglichkeit zum Eingreifen mehr zu lassen.

Zwei Minuten vor Schluss war es Nicole Rolser, die Ihre immense Schnelligkeit nutzte, einer Gegenspielerin enteilte und mit einem fulminanten Schuss von der Strafraumgrenze ins lange obere Eck Bianca Weech bezwang. Die Entscheidung, und sowohl auf dem Platz, auf der SC 07 Trainerbank und auf der Tribüne wuchs die Vorfreude auf den Schlusspfiff von Schiedsrichterin Marina Wozniak ins Uferlose.

Dementsprechend groß war dann auch der Jubel, nach demselbigen, hatte die Vereinsführung doch noch ein Schmankerl parat. Zunächst aber gratulierte Achim Feifel seinem Pendant zu einem absolut verdienten Sieg. "Wir hatten schon beim Stand von 0:0 mehrfach Glück", erkannte er fair an. Unverständnis äusserte er aber über den engen Terminplan des DFB.Wie Tags zuvor auch in Frankfurt zu sehen, ließen die Platzverhältnisse kein vernünftiges Spiel zu. "Und das nur weil der DFB wegen der WM Vorbereitung unbedingt alles durchziehen will. Das hatte mit Fußball nicht viel zu tun. Aber dass soll keine Ausrede sein, damit mussten beide Teams leben."

Thomas Obliers nahm die Glückwünsche natürlich gerne entgegen und äußerte seinen Stolz auf sein Team. "Diese junge Mannschaft hat Charakter und für unser Ziel Pokalendspiel alles gegeben." Das angesprochene Schmankerl folgte direkt


im Anschluss, wurden doch bei dieser Gelegenheit die Verträge von Peggy Kuznik und Lydia Neumann vor Ort um zwei Jahre verlängert. Präsident Bernd Stemmeler war sehr froh über die Entscheidung der Beiden. "Für unser junges Team ist es eminent wichtig, auch erfahrene Spielerinnen dabei zu haben, welche sie leiten."

Alle drei wurden dann noch nach dem Halbfinalwunschgegner befragt. Peggy Kuznik war es egal, denn um den Traum vom Endspiel zu erfüllen, müsse man jeden schlagen. Lydia Neumann wünschte sich "Potsdam, denn die haben uns schon oft ein Bein gestellt und es wird Zeit das zu ändern".Bernd Stemmeler verkündete augenzwinkernd seinen Wunsch. Gütersloh wäre toll, er hatte allerdings gewartet bis die anwesenden Siggi Dietrich und Sven Kahlert den Raum verlassen hatten, Anstand muss sein. Alle hatten jedoch einen gemeinsamen Wunsch, ein Heimspiel. Wenn Toni Schumacher ein guter Rheinländer ist, wird er diesen Wunsch wohl bei der Auslosung am Donnerstag erhören.

SC 07 Bad Neuenahr:
Richter - L. Maier, P. Kuznik, Schröder, Goeßling (89. Debitzki), Rech, Ni. Rolser, Doorsoun-Khajeh (75. L. Neumann), Na. Rolser, Petzelberger (86. Störzel), Okoyino da Mbabi

Hamburger SV:
B. Weech - Freese, Haye, Kameraj, Ewers, Saländer (82. Wübbenhorst), Schubert (82. Lübcke), Lahr, Kulig, Zweigler (70. Homp), Crnogorcevic

Tore:
1:0 Okoyino da Mbabi (54.)
1:1 Kameraj (72.)
2:1 Maier (80.)
3:1 Rolser (88.)

Gelbe Karten: - / Kameraj, Freese

Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne)

Zuschauer: 503


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