Showdown im RheinEnergieSportpark in Köln! Am letzten Spieltag der Hinrunde trafen in der 2. Liga-Süd Tabellenführer Köln und Verfolger Hoffenheim, bei kühlen 5°Grad, aufeinander. Die mit Spannung erwartete Partie hielt gerade in Halbzeit eins das, was sich die Zuschauer von ihr versprochen hatten – ein Spitzenspiel. Es wurde ein offener Schlagabtausch, an dessen Ende kein Sieger ermittelt werden konnte.
Dabei hatten die Gäste im Vorfeld doch einige Ausfälle zu beklagen. Sabine Stoller verletzte sich gegen Frankfurt am Sprunggelenk, Selina Häfele fehlt mit einer Reizung am Meniskus ebenso wie Theresa Betz, Chantal Fuchs, Selina Hünerfauth, Tabea Rauschenberger und Nicole Vuk. Allerdings konnte konnte Trainer Jürgen Ehrmann auf die Dienst von Rekordnationalspielerin Birgit Prinz zurückgreifen. Aber auch Köln hat einige Verletzte zu beklagen. So musste die Breuer-Elf am heutigen Tage u.a. auf Lena Schrum, Maike Seuren und Jana Blessing verzichten. Nichtsdestotrotz legten beide Kontrahenten nach Anpfiff los wie die Feuerwehr und schenkten sich, auf dem schwer bespielbares Platz, nichts. Die TSG agierte allerdings anfänglich wesentlich konzentrierter und mit mehr Biss. Ausgerechnet Christine Schneider, die gegen Frankfurt ihre Gelb-Rot-Sperre abgesessen hatte, netzte nach neun Minuten aus kürzester Distanz ein.
Aber die Kölnerinnen ließen sich durch den frühen Treffer nicht aus der Ruhe bringen und erhöhten ihrerseits den Druck. Nach einem schönen Zuspiel von Bianca Rech auf Yvonne Zielinski kann TSG-Keeperin Anke Preuß den Ball zur Ecke klären, die allerdings für die Domstädterinnen nichts einbringt. Philine van Bargen traf das Leder nicht richtig und scheiterte ebenfalls. Doch wenig später durften auch die Kölnerinnen jubeln, als die heute hervorragend agierende Zielinski den 1:1 Ausgleichstreffer erzielte.
Von nun an entwickelte sich nun endgültig ein offener Kampf. Die Offensivreihen von Köln und Hoffenheim ließen kaum Zeit zum Verschnaufen. In der 25. Minute nochmals eine riesige Chance für Köln, als Irina London ihre ehemalige Teamkameradin aus Duisburger Zeiten mit einem Freistoß aus knapp 30 Metern testete. In der fair geführten Partie sorgte Mittelfeldakteurin Tugba Tekkal für einen ordentlichen Schrecken, als die 27-Jährige nach einem an ihr verübten Foul, nach wenigen Sekunden umfällt und regungslos am Boden liegen bleibt. Beide Betreuungsteams eilten sofort zur Stelle und leisteten erste Hilfe. Nach kurzer Behandlung konnte Tekkal wieder aufstehen und weiterspielen, allerdings mit einem Hühnereigroßen Hämatom an der rechten Schläfe.
Die zweiten Halbzeit gehörte eindeutig dem Tabellenführer, der wesentlich besser agierte. Spätestens nach dem Hoffenheim die angeschlagene Flügelflitzerin Janina Meissner aus dem Spiel genommen hatte, war der Aktionismus über die linke Seite völlig zum Erliegen gekommen. Zwar mühten sich die Kraichgauerinnen redlich, aber richtig ernst zu nehmende Aktionen waren Seltenheit. Köln reagierte und brachte mit Bilgin Defterli eine frische Angreiferin, die für reichlich Unruhe sorge. Anke Preuß im Tor der TSG konnte sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen und hielt mit ihren tollen Reflexen ihr Team weiter im Spiel. Die größte Möglichkeit der Kölnerinnen den Siegtreffer zu erzielen hatte Bianca Rech auf dem Fuß, als diese volley anzog. Preuß bereits geschlagen, rettete Stefanie Zinner auf der Linie. Letztendlich trennten sich die Teams mit einem verdienten 1:1 Unentschieden. Köln, die im Gesamtpaket, wesentlich kompakter als Mannschaft auftraten, sind verdient Herbstmeister und unterstreichen damit ihre Aufstiegsambitionen.
1. FC Köln:
Nuding- Kirschbaum, Frommont, Pfeiffer, London, Bender, Rech, Tekkal (63. Stümper), von Bargen (74. Defterli), Zielinski, Knopf
1:1 Zielinski (14.)