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FFC Oldesloe – 1. FC Lok Leipzig Spielbericht

· Archivbestand · 660 Wörter


2. Bundesliga Nord, 2. Spieltag

Vom Winde verweht

FFC Oldesloe – 1. FC Lok Leipzig 0:3 (0:1)

26.08.2010   Nach gutem Saisonstart in Gersten empfing der FFC Oldesloe die ambitionierten Lok-Frauen aus Leipzig, die ihre Favoritenstellung in einen über weite Strecken überzeugenden 3:0-Auswärtserfolg ummünzen konnten.

Durch gewisse Konzentrationsprozesse im Leipziger Frauenfußball stießen nicht weniger als sechs Neuzugänge vom Leipziger FC 07 zu Lok. Darüber hinaus verpflichtete man mit Erika Szuh und Gabriella Toth noch zwei ungarische Spielerinnen, womit Leipzigs Trainer Jürgen Brauße nunmehr auf einen breiten Kader zurückgreifen kann, dem lediglich die langzeitverletzten Anja Fleischer und Yvonne Wutzler momentan fehlen. Derart verstärkt, peilt man nun höhere Ziele an.

Der FFC Oldesloe bäckt etwas kleinere Brötchen, konnte sich aber ebenfalls verstärken, so u.a. mit gleich drei Spielerinnen des HSV II (Catherine Knobloch, Sarah Begunk und Seda Heinrich).

Die Rollen waren also verteilt, das Spiel hatte eben begonnen, da bot sich Gabriella Toth bereits die erste Kopfballchance (3.). Eine Gelegenheit von Lysann Schneider für Leipzig nach Zuspiel von Marie-Luise Herrmann wurde ebenso knapp vereitelt wie auf der anderen Seite die Chance von Madeline Gieseler nach Pass von Kristin Engel. Trotz gelegentlich etwas holprigen Spielaufbaus zeichnete sich bereits ab, dass die Gäste etwas mehr von der Partie hatten.

Lok Leipzig spielte in der ersten Halbzeit gegen den Wind, doch der bekam erst nach der Pause seine ganz spezielle Bedeutung. Zunächst bot sich den Gästen eine weitere Chance, als Schneider knapp verzog (26.), dann erhielt Leipzigs Janine Ganser nach Foul an Gaitana Lippert die erste Verwarnung.

Nach 32 Minuten dann das 0:1. Nach einer langen Flanke von der rechten Seite durch Anja Hädrich kam der Ball zu Toth, die nur noch einzuschieben


brauchte. Dem hatte Oldesloe einen Aufsetzerfreistoß entgegenzusetzen, der noch brandgefährlich wurde. Leipzig drückte jedoch weiter und wäre nach einer Ecke beinahe zum 2:0 gekommen.

Offiziell 191 Zuschauer sahen nach Wiederbeginn einen Lattentreffer von Erika Szuh. Den abprallenden Ball bekam Marie-Luise Herrmann direkt vor die Füße, vergab aber das sichere 0:2. Dann sah auch Loks Katharina Freitag Gelb. Oldesloe hatte nun seine beste, wenn auch kurze Phase. Zunächst vergaben Sarah Begunk und Claudia Wenzel (Lattenkopfball), dann war Kristin Engel frei und scheiterte an Carolin-Sophie Härling im Tor der Gäste. Hier war locker der Ausgleich drin, doch stattdessen schlug nun die Stunde von Leipzigs Kapitänin Anne Heller, die vor der Strafraumgrenze in Ballbesitz kam und deren kraftvoller Flachschuss unhaltbar ins linke Eck einschlug (59.).

Damit übernahm wieder Leipzig das Heft des Handelns und war nun klar überlegen. Weitere Chancen für Marlene Ebermann, wiederum Toth und Heller blieben ungenutzt. Dann Eckball für Leipzig, den sich Heller zurechtlegte. Ob Absicht oder nicht, der Ball kam knapp vor das Tor, und der noch immer in die gleiche Richtung wehende Wind war nunmehr mit den Gästen und half dem Ball auf seinem Weg ins lange Eck – 0:3 (77.)


Damit waren auch die letzten Oldesloer Hoffnungen auf Zählbares vom Winde verweht, wenngleich, auch angesichts der Spielanteile, schon der zweite Treffer alles klargemacht hatte. Anne Heller, die beste Spielerin auf dem Platz, hatte damit auch die meisten Tore erzielt. Gegen Ende schließlich noch eine Verwarnung gegen Oldesloes Verena Hildebrandt, dann war das Spiel gelaufen.

Bad Oldesloe wird von dieser Niederlage nicht umgeworfen werden, hat aber mit Lübars und Magdeburg Aufgaben vor sich, die volle Konzentration erfordern. Die Leipzigerinnen reisen nach Gersten, zu einem der Hauptkonkurrenten um den Aufstieg, und sollten hierfür ihre gute Form konservieren.


FFC Oldesloe:
Wiener – Wöhler, Hildebrandt, Fritz (46. Knobloch), Knechtel – von Appen, Wenzel, Runge (60. Kucharski), Engel – Gieseler (39. Begunk), Lippert

1. FC Lok Leipzig:
Härling – Krengel, Freitag (59. Wulff), Hädrich, Ganser (74. Strähle) – Heller, Szuh – Schneider (59. Aulrich), Herrmann, Toth – Ebermann

Tore:
0:1 Toth (32.)
0:2 Heller (59.)
0:3 Heller (77.)

Gelbe Karten: Hildebrandt / Ganser, Freitag

Schiedsrichterin: Sinem Turac (Berlin)
mit Saida Barthels und Beate Kautz

Zuschauer: 191


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