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Spvgg Rommelshausen

· Archivbestand · 1053 Wörter


Verbandsliga Baden-Württemberg

Den Aufstieg auf dem Fuß

Ein ganz spezielles Sommermärchen

12.08.2009 "Werder des Südens" - So könnte man die Schwäbinnen aus Rommelshausen (bei Stuttgart) nennen. Haben die Bremerinnen mittels zwei Aufstiegen in Folge den Sprung in die 2. Bundesliga Nord geschafft, gelang den "Römerinnen" eine noch unglaublichere Erfolgsgeschichte: In nur drei Jahren meisterten sie dreimal den Aufstieg und erzielten eine Bilanz von 220:34 Toren.

Als die Spvgg Rommelshausen in den Frauenfußball einstieg hätte wohl niemand eine solche Siegesserie erwartet. Die Mannschaft, die gesammelt von einem Feuerbacher Verein zur Sportvereinigung wechselte, dominierte bereits in ihrer ersten Saison die Liga klar und deutlich. Mittels 19 Siegen und nur einem Unentschieden sicherten sie sich, mit sechs Punkten Vorsprung und 92:3 Toren, die Meisterschaft in der Bezirksliga und den Aufstieg in die zweitunterste Klasse, die Regionenliga. Trainer Markus Hummel gab seinen Posten aus privaten und beruflichen Gründen zum Saisonende an seinen Co-Trainer Michael Cesare weiter, der die Mannschaft seitdem erfolgreich betreut.

Mit dem Aufstieg würde es von nun an schwieriger werden, dachte man - und erlebte eine Überraschung. Von Beginn an hielten die Römerinnen nicht nur mit, sondern zeigten, dass sie ganz oben mitreden wollten. Bereits im ersten Spiel siegten sie klar mit 6:1 gegen den späteren Tabellenvierten FC Creglingen. Die Mannschaft mischte auch im weiteren Verlauf kräftig im oberen Mittelfeld mit und lieferte sich bis kurz vor Saisonende ein spannendes "Kopf-an-Kopf"-Rennen mit dem TSV Bad Rietenau, der die Tabelle anführte und ebenfalls in die Klasse aufgestiegen war.

Schließlich waren nur noch drei Spiele zu absolvieren, als der Tabellenführer auf der Zielgeraden auf einmal Nerven zeigte: Am 15. Spieltag erlitten die Rietenauerinnen die erste Niederlage dieser Saison. Am Ende hieß es 1:5 gegen den späteren Tabellendritten FC Biegelkicker Erdmannhausen. Diese Klatsche sollte zum psychologischen Vorteil für die Römerinnen werden, die nur wenige Tage später im Finale des Bezirkspokals warteten.

Das Ligahinspiel zu Beginn der Saison war 0:0 ausgegangen und ein dem- entsprechend enges Ergebnis wurde erwartet. Doch die frühen Treffer von Petra Fischer und Petra Summer leiteten bereits in den ersten Minuten den Sieg der Römerinnen ein. In der zweiten Halbzeit erzielte Petra Fischer Treffer drei und vier zum 4:0-Endstand und bewies einmal mehr ihre wichtige Stellung in der Mannschaft. Durch diesen Sieg rückte die Aufstiegschance auf einmal in greifbare Nähe: Ein erneuerter Sieg gegen den TSV, diesmal in der Liga, würde die Meisterschaft vorzeitig entscheiden.


Im entscheidenden Spiel wenige Tage später stand es nach der ersten Halbzeit jedoch noch immer 0:0-Unentschieden. Schließlich nahm Petra Fischer das Heft in die Hand und entschied auch diese Partie schließlich mittels zwei Treffern praktisch im Alleingang. Der Konkurrent kam zwar durch die Angreiferin Carmen Koch nochmal bis auf ein Tor heran, doch Petra Summer besiegelte mit ihrem Treffer kurz vor dem Abpfiff der Partie die Meisterschaft. Damit war der erneute Aufstieg geschafft und das Torverhältnis ähnlich deutlich wie noch ein Jahr zuvor: 81 Treffer zu zehn Gegentoren. Bad Rietenau belegte mit fünf Punkten weniger Rang zwei und folgte ein Jahr später in die höhere Klasse.

In der Landesliga angekommen, verstärkte sich die Mannschaft mit drei Neuzugängen aus der eigenen Jugend, die auch im Verlauf der Saison zu wichtigen Stützen der Mannschaft wurden: Alisa Meinzer, Claudia Brückner und Iris Zerweck. Vor allem Alisa Meinzer erwies sich schnell als Rohdiamant. Erst zwei Jahre zuvor zum Fußball gekommen, erzielte die Stürmerin in ihrer ersten Saison gleich neun Tore, Mittelfeldspielerin Claudia Brückner traf immerhin fünf Mal ins Netz. In Erwartung der schweren Aufgabe und in Verbindung mit der großen Feier zum 100-jährigen Vereinsbestehen kam es in der Vorbereitung zu zwei Testspielen gegen den TSV Crailsheim, der zu diesem Zeitpunkt noch in der ersten Bundesliga spielte. Während das erste Spiel noch klar mit 0:6 verloren ging, gelang den Römerinnen im Zweiten nur knapp drei Wochen später, überraschend ein 3:1-Erfolg.

Die Zeichen standen also gut für die kommende Saison und so blickte die Mannschaft auch sehr optimistisch und mit viel Selbstvertrauen in die Zukunft: "Wenn wir weiter diszipliniert spielen, dann können wir im oberen Mittelfeld mitreden," schätzte Petra Fischer die Chancen ihres Team kurz vor Saisonbeginn ein. Ergänzend fügte sie hinzu: "Die ersten drei Spiele werden zeigen wo wir stehen. Die werden entscheident sein."

Eine Einschätzung, die sich bewahr- heiten sollte: Nach drei Spieltagen und zwei ausgetragenen Partien hatten die Römerinnen vier Zähler auf dem Konto und zeigten damit, dass sie bereits in der neuen Liga angekommen


waren. Wenig später folgten zwei Siege und ein Unentschieden gegen den späteren Tabellenzweiten, -dritten und -sechsten und dann sogar die Herbstmeisterschaft. Auch diesmal entwickelte sich ein "Kopf-an-Kopf"-Rennen, nun jedoch mit zwei Vereinen.

Kurz vor Saisonende patzten die Römerinnen auf einmal und fingen sich ihrerseits eine 0:5-Klatsche von ihrem Angstgegner und ärgsten Konkurrenten VfB Obertürkheim ein, der damit die Tabellenführung übernahm. Doch wie im Jahr zuvor die Spielerinnen des TSV Bad Rietenau, zeigten auch die Obertürkheimerinnen auf einmal Nerven und verloren knapp mit 0:1 gegen Langenbeutingen. Auf einmal war wieder alles offen.

"Nach der klaren Niederlage waren wir alle fertig und dachten "das war's", doch dann verloren die ebenfalls. Da ging ein richtiger Ruck durch die Mannschaft. Wir wollten es nochmal wissen und sind als Team noch einmal richtig zusammengerückt," erzählt die damalige Torfrau Susanne Buonodono verschmitzt. Als Obertürkheim dann am letzten Spieltag erneut strauchelte, meisterten die Römerinnen den dritten Aufstieg in der dritten Saison. "Es ist ein Sommermärchen für uns," bemerkt die ehemalige Torfrau lächelnd. Es ist ihr anzumerken.

Nun sind die Römerinnen also in der Verbandsliga angekommen und damit stehen nur noch zwei Ligen zwischen der Mannschaft und der 2. Bundesliga. "Unser Minimalziel ist ganz klar erstmal der Klassenerhalt", gibt Susanne Buonodono als Credo an. "Alles weitere lassen wir auf uns zukommen." Trotzdem werde man sich wieder das obere Mittelfeld als Ziel setzen, denn immerhin hat die Mannschaft im Pokal schon sämtliche Verbandsligisten besiegt. Dafür wird natürlich auch einiges getan: Ein hartes Wochenende Trainingslager stand auf dem Programm und ein Testspiel gegen den Oberligisten FV Vorwärts Faurndau, welches klar mit 4:0 gewonnen wurde. Einen der Treffer erzielte natürlich wieder Petra Fischer. "Sie ist wichtig für unsere Mannschaft," so Buonodono. "Sie ist der Leitwolf unter den vielen jungen Spielerinnen."

Der Sieg macht Mut und mit den beiden Neuverpflichtungen Anne Zackel (PSV Freiburg) und Christina Skoda (VfL Sindelfingen) schreibt die Mannschaft vielleicht auch in dieser Saison weiter an ihrem eigenen Sommermärchen.


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