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Finale - ARAG-Niederrheinpokal 2009/2010 Spielbericht

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Finale - ARAG-Niederrheinpokal 2009/2010

Revanche geglückt

Borussia Bocholt – VfL Borussia Mönchengladbach 1:3 n.V. (1:1 (0:0)

Text: Jürgen Meis und Gabi Koepp

18.05.2010   Die Niederlage vor zwei Jahren schmerzte die Fohlinnen aus Mönchengladbach immer noch, als Borussia Bocholt nach Verlängerung und Elfmeterschießen den begehrten ARAG-Pokal mit nach Hause nehmen durfte. Doch wollte man sich für die Schmach von damals revanchieren.

Im heutigen Endspiel bei der erneuten Begegnung beider Teams waren die Zeichen etwas anders gestellt und alle rechneten mit einem klaren Sieg der Borussia aus Mönchengladbach, da diese in der laufenden Saison nicht nur eine Klasse höher spielt, sondern auch die Chance hat den direkten Sprung in die zweite Bundesliga zu schaffen.

Pünktlich um 14:00 Uhr wurde das Spiel, das mit Einverständnis beider Mannschaften auf der Platzanlage am Stadtwald in Bocholt stattfand, angepfiffen. Die gut 260 Zuschauer sahen in den Anfangsminuten ein vorsichtiges Abtasten beider Teams. Die erste aufregende Situation gab es nach acht Minuten, als Bocholts Stürmerin Karin Renzel sehr hart gegen Gladbachs Spielerin Carina Flemming einstieg. Schiedsrichterin Nadja Höpfner beließ es nur bei einer Ermahnung. In der 12. Minute gab es den ersten Eckstoß im Spiel für das Team aus Mönchengladbach, aus dem sich jedoch keine zwingende Chance ergab.

Auf den ersten gut angelegten und effektiven Angriff einer der beiden Mannschaften mussten die Zuschauer bis zur 25. Minute warten. Bei einem fulminanten Schuss der Hausherrinnen aus knapp 20 Metern hatte die Fankurve der Bocholterinnen den Torschrei schon auf den Lippen, doch der Schuss strich knapp am rechten Pfosten vorbei. Bis zum Pausenpfiff passierte nicht viel Erwähnenswertes, ein klarer Klassenunterschied war kaum erkennbar. Bocholts Trainer Karsten Söhlke konnte mit dem Spiel seiner Mannschaft mehr als zufrieden sein.

Im zweiten Spielabschnitt wurden die Gäste etwas stärker und kontrollierten das Spielgeschehen mehr und mehr. In der 55. Minute gab es einen schönen Heber von Gladbachs Sturmführerin Eyline Lupprich, der aber knapp am linken Pfosten vorbei strich. In der 67. Minute war es dann aber fast soweit: Durch einen schnell gespielten Konter auf Bocholts Spielerin Tina Nehling, lief diese alleine auf Gladbachs Torfrau Jasmin Hamann zu. Doch Hamann war auf dem Posten und konnte diese brenzlige Situation entschärfen. Nach dieser Aktion schien es, als würden Fanfaren zum Angriff geblasen. Gladbach erspielte sich immer mehr Feldvorteile. Bocholt stand stabil in der Defensive und warteten auf Ihre Konterchancen.

In der 75. Minute schoss die türkische Nationalspielerin in Reihen der Gladbacherinnen Cansu Yag aus kurzer Distanz den Ball an die Querlatte. Nur


acht Minuten später traf ihre Kollegin Lupprich nur den rechten Pfosten. Ein Tor lag in der Luft und dies schien für Mönchengladbach zu fallen. Kurz nach dem Pfostentreffer Lupprichs war es der jungen Fohlin Anna Schommen vorbehalten den Torreigen zu eröffnen. Sie fasste sich aus sich aus 25 Metern ein Herz und schoss das runde Leder Richtung Bocholter Tor. Der Ball wurde immer länger und schlug, für alle überraschend, zum 0:1 in den rechten Torwinkel ein.

Nur noch sechs Minuten Spielzeit und der Sieg der Mönchengladbacherinnen schien nicht mehr in Gefahr zu sein, dachte wohl jeder. Aber das BVB-Team ließ nicht locker und wollte den Ausgleich. Und dann passierte es tatsächlich: Mit einer schönen und schnellen Kombination, einer über die linke Außenbahn geschlagenen Flanke und einem sehenswerten Kopfball erzielte Andrea Renzel das nicht unverdiente 1:1. Ohrenbetäubender Jubel der Bocholterinnen und deren Anhang erklang. Bis zum Ende der regulären Spielzeit passierte nichts mehr und es ging, wie schon vor zwei Jahren, in die Verlängerung. Wer würde die erste Chance haben? Würde die Kondition entscheiden? Oder würde es wieder ein Elfmeterschießen geben? Fragen über Fragen, die aber nur die beiden Teams im weiteren Verlauf beantworten konnten.

Nach einer kurzen Verschnaufpause pfiff die Unparteiische zur 2 x 15minütigen Verlängerung an. Jetzt waren die Zuschauer gespannt, welches Team besser in Spiel fand. Die ersten 15 Minuten waren jedoch, bis auf eine große Chance in der 97. Minute durch Cansu Yag, sehr ausgeglichen. In der zweiten Hälfte der Verlängerung übernahm Gladbach nun immer mehr die Initiative und wollte den Treffer zum Pokalsieg. Anne Jacobs kämpfte sich geschickt über die rechte Außenbahn durch und spielte in der Schnittstelle der Bocholter Abwehr auf Sonja Deckers. Diese nahm das Tempo mit, umkurvte die Abwehrspielerin der Bocholterinnen, zog quer zum Strafraum und erzielte mit einem beherzten Schuss aus 15 Metern in die rechte Ecke die erneute Führung für die Gladbacherinnen.

Jetzt waren alle auf die Reaktion des Verbandsligisten gespannt. Kamen sie noch einmal zurück? Retteten sie sich durch einen Ausgleich noch ins Elfmeterschießen oder gelang sogar noch der Siegtreffer? Immerhin waren es noch acht Minuten bis Spielende. Bocholt versuchte jetzt alles auf eine Karte zu setzen. Dadurch ergaben sich aber immer mehr Konterchancen für die Fohlinnen. In der 119. Minute fiel so die endgültige Entscheidung durch Schommen. Sie erzielte aus kurzer Distanz den 3:1- Endstand für Borussia Mönchengladbach. Somit verteidigte das Team den Titel aus dem letzten Jahr und zieht in die erste DFB-Pokal- Hauptrunde ein.


Stimmen zum Spiel:

Karsten Söhlke (Trainer Borussia Bocholt): Ich bin mit meinem Team mehr als zufrieden und kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Borussia war uns in der zweiten Halbzeit überlegen, aber wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert und immer mehr als gut dagegen gehalten. Leider ist die Verletzung von Tina Nehling (Nasenbeinbruch in der 118. Minute) ein kleiner Wermutstropfen an einen schönen Pokaltag.

Melanie Krohnen (Spielführerin Borussia Mönchengladbach): Bocholt hat uns alles abverlangt und war ein mehr als ebenbürtiger Gegner. Jetzt werden wir regenerieren; denn am Sonntag geht es gegen den Tabellenführer aus Recklinghausen. Das wird ein hartes Spiel werden und uns alles abverlangen.

Gisela Schmitz (Vorsitzende des Frauenfußballausschusses des FVN): Ich hätte nicht gedacht, dass die Bocholterinnen den späten Treffer noch kompensieren können und den Ausgleich erzielen. Ich glaube, die beiden Mannschaften brauchen immer 120 Minuten oder noch länger. Vor zwei Jahren war sogar noch ein Elfmeterschießen zur Entscheidung notwendig.

Fazit:

Es war ein Spiel, das, je länger es dauerte, immer mehr zum echten Pokalfight wurde. Die Bocholterinnen konnten mit einer mehr als gelungenen Organisation diesem spannenden Finale einen würdigen Rahmen verleihen. Beide Fangemeinden standen eng zusammen und feierten  zum Abschluss ihre beiden Teams. So sollte Fußball sein!. Danke beiden Teams und den zahlreichen Fans für diesen schönen und unterhaltsamen Nachmittag.

Borussia Bocholt:
Belting – Tekampe, Wolsing, Schmitz (77. Wienholt), Nehling (118. Rüter), K. Renzel, A. Renzel, Scheibe, Böggering, Ridder, Wissing (108. Dogan)

VfL Borussia Mönchengladbach:
Hamann – Weyers, Jacobs, Nowack, Flemming, Birbaum (119. Hünnekens), Deckers, Vogt (63. Schommen), Krohnen (98. Zellmann), Yag, Lupprich

Tore:
0:1 Schommen (83.) 1:1 Renzel (87.) 1:2 Deckers (112.) 1:3 Schommen (119.)

Gelbe Karten: K. Renzel

Schiedsrichterin: Nadja Höpfner
mit Tatjana Lucassen und Franziska Erkes

Zuschauer: 260


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