SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf – SV Werder Bremen Spielbericht
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DFB-Pokal, 2. Hauptrunde
Hohen Neuendorf gestrandet bei Flutlicht
SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf – SV Werder Bremen 1:4 (0:3)
16.10.2009 Die Vorzeichen für die Gastgeberinnen waren nicht allzu günstig. Zum einen mussten die Randberliner in die Hauptstadt ausweichen, damit an einem Mittwoch unter Flutlicht gespielt werden konnte. Hertha BSC stellte dafür dankenswerterweise sein schmuckes und mit herrlich gepflegtem Rasen versehenes Amateurstadion zur Verfügung. Zum anderen plagten Trainer Martin Schalow Personalsorgen aufgrund von Verletzungen oder Sperren einiger Stammspielerinnen. Werder Bremen musste zwar auf Maren Wallenhorst verzichten (Bänderriss), das größere Handicap stellte aber sicherlich die beschwerliche Anreise dar. Trotzdem entwickelte sich ein leidenschaftlich geführtes Pokalspiel mit einem verdienten Sieger aus Norddeutschland.
Die Abtastphase währte nur kurz. Nach drei Minuten schoss Werder das erste mal aufs gegnerische Tor, nach sechs hieß es bereits 0:1. Doreen Nabwire bediente Sturmpartnerin Nahrin Uyar, deren erster Schuss noch von Mandy Zimmermann pariert werden konnte. Im Nachsetzen war Uyar dann aber erfolgreich. Die Schalow-Schützlinge zeigten sich wenig geschockt, ihren Angriffsbemühungen fehlte jedoch die Durchschlagskraft. Am verheißungsvollsten war noch die Szene als Sandra Sommer nach schönem Zuspiel auf das von Maria Doll gehütete Tor zulaufen konnte, Eva-Marleen Votava die Blaue aber noch einholen und ihr den Ball wegspitzeln konnte (17. Minute).
Auf der Gegenseite wurde schön in die Spitze auf Uyar gepasst, die den Ball gekonnt mit der Brust mitnahm, im Abschluss aber an Zimmermann scheiterte (19.). Fünf Minuten später machte es Bremens Nr. 9 besser. Wieder wurde der Ball bestens zu ihr durchgesteckt, doch diesmal vollendete sie sicher.
Hohen Neuendorf wollte in Person von Eva-Maria Gesang die richtige Antwort geben, aber ihr Distanzschuss verfehlte knapp das Bremer Tor. Die Grün-Weißen ihrerseits setzten weiter nach. So ergab sich eine dicke Chance für Nabwire, als sie mustergültig durch eine Rückgabe von der Grundlinie bedient wurde, das Spielgerät dann aber über die Querstange hämmerte (29.). Einen Assistpoint verdiente sich „Dodo” allerdings in der 41. Minute durch ihr frühes Stören. Juliane Guhr meinte sich nur mittels einer Rückgabe auf ihre Torhüterin aus der Bedrängnis befreien zu können, achtete dabei aber nicht darauf, dass Zimmermann ihr bereits entgegen lief und schob dadurch die Kugel an ihrer Keeperin vorbei ins eigene Netz.
Beinahe hätte Unglücksrabe Guhr ihr Mißgeschick wieder wettmachen können, doch ihr Kopfball im Anschluss an eine Hohen Neuendorfer Ecke strich über die
Latte. So blieb es zur Halbzeit bei der aufgrund größerer Spielanteile und gefährlicherer Angriffsaktionen verdienten, wenngleich etwas zu hoch geratenen Bremer Führung.
Aus der Kabine kamen die Gastgeberinnen mit mehr Offensivgeist zurück. Diana Liebrecht kam für Jasmin Henke, den Angriff zu verstärken. Sommer (52.) und Charline Pantelmann (55.) erarbeiteten sich auch gleich gute Torchancen. Hohen Neuendorf hatte fortan mehr von der Partie, Bremen beschränkte sich aber keineswegs auf Ergebnisverwaltung. Zunächst trumpfte die eingewechselte Jessica Golebiewski auf, die sich das Leder erkämpfte und mit ihrem feinen Fernschuss das Lattenkreuz traf (57.). Nach 65 Minuten dann fiel die endgültige Entscheidung als Werder das 0:4 gelang. Torschützin war abermals Uyar.
Fast hätte Liebrecht den alten Dreitoreabstand wiederhergestellt, doch ihr Treffer wurde wegen Abseits annulliert - das muss knapp gewesen sein! Die Ostdeutschen steckten aber nicht auf und zwangen Doll kurz hinter einander zu zwei Glanzparaden. Und schließlich wurden ihre Mühen auch belohnt, als Liebrecht einen Konter im „eigenen” Stadion mit einem Schuss von rechts ins lange Eck erfolgreich abschließen konnte (76.).
Die Bremerinnen wurden aber ihrerseits wieder aktiver. Lea Notthoff zielte mit 2 Fernschüssen knapp daneben und am Ende wäre Uyar beinahe noch der vierte Streich
gelungen, Zimmermann pflückte der Spielerin des Abends aber gerade noch rechtzeitig den Ball vom Fuß.
Am Ende der hart umkämpften, unterhaltsamen Pokalbegegnung sind 5 Tore, 3 Gelbe Karten und das Weiterkommen von Werder Bremen fest zu halten. Hohen Neuendorf missglückte damit die Revanche für die 0:1 Heimniederlage im Punktspiel vor eineinhalb Wochen und kann sich nun voll auf die Liga konzentrieren, wo Blau-Weiß mit 0 Punkten auf einem Abstiegsplatz steht. Die Spielerinnen von der Weser dagegen können das Pokalabenteuer noch weiter genießen. Trainerin Birte Brüggemann äußerte die Hoffnung, dass Lukas Podolski ihnen ein Heimspiel gegen einen Erstligisten zulosen werde.
SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf:
Zimmermann - Retkowski, Guhr, Gesang, Schäfer ( 78. J. Pantelmann) - Neue ( 63. Grimske), Stern, Braumann, C. Pantelmann - Henke ( 46. Liebrecht), Sommer
Trainer: Martin Schalow
SV Werder Bremen:
Doll – Mauckisch, Scholz, Holsten, Votava - Krämer (77. Bopp), Kersting, Notthoff, Haar, Uyar - Nabwire (55. Golebiewski)
Trainerin: Birte Brüggemann
Tore:
0:1 Uyar (6.)
0:2 Uyar (25.)
0:3 Guhr (41.ET)
0:4 Uyar (65.)
1:4 Liebrecht (76.)
Gelbe Karten: Gesang, Braumann – Holsten
Schiedsrichterin: Christine Weigelt (Leipzig)
Zuschauer: offiziell 75 (davon ca. 30 zahlende)
Spielort:Hanns-Braun-Stadion (Amateurstadion Olympiapark Berlin)
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