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TGM Jügesheim - FF USV Jena DFB-Pokal Spielbericht

· Archivbestand · 1068 Wörter


DFB-Pokal 2. Hauptrunde

Jügesheim zwingt Jena in die Verlängerung

TGM Jügesheim - FF USV Jena 2:4 n.V. (2:2) (1:0)

22.10.2006   Den Aufstieg in die zweite Liga Süd hat Jügesheim in der Relegation verpasst, jetzt ging es darum, gegen den Tabellenführer eben dieser Liga im Pokal zu beweisen, dass die Jügesheimerinnen durchaus in der zweiten Liga hätten mithalten können. Nachdem in der ersten Pokalrunde schon mit Niederkirchen ein Zweitligist in Jügesheim ausgeschaltet wurde, mußte nun auch Jena Schwerstarbeit verrichten, um gegen den Oberligisten letztlich dann doch zu bestehen.

Doch nach der 2:0 Führung der Hausherrinnen lag die Überraschung eine ganze Zeit lang in der Luft. Jügesheim startete klar besser, dominierte über die ersten 50 Minuten das Spiel. Schon in der dritten Minute ging ein Kopfball von Mareike Gründges nach einer Ecke nur knapp über den von Jana Burmeister gehüteten Jenaer Kasten, nur wenig später hätte Pia Zapf beinahe den Ball nach einem Freistoß von Melanie Reismann im Torraum erwischt. Dann klärte Jenas Julia Arnold in höchster Nor vor Elena Ries, schließlich mußte Burmeister einen Freistoß von Madita Spee aus ihrem rechten unteren Eck fischen. Da waren noch keine zehn Minuten gespielt!

In der elften Spielminute kam dann Jena zur ersten Chance, indem sich Kaptänin Ivonne Hartmann links durchsetzen konnte, dann von Sabine Latten abgefangen wurde, Nachschuss Arnold, doch die reaktionsstarke Jügesheimer Torhüterin Verena Volz klärte zur Ecke. Weiter ging es auf der anderen Seite: Ries flankte von rechts, der Ball kam hoch herein und wäre ins Tor gegangen, doch Burmeister bekam eine Faust dazwischen und wehrte auf Kosten eines Eckballs ab. Diesen bekam Jügesheims Kapitänin Bianca Feuerbach auf den Schlappen, doch ihr Schuss wurde noch abgeblockt.

In der 17. Minute jedoch kam die kleine Pia Zapf an eine steile und hohe Hereingabe in den Strafraum mit dem Kopf heran und hob den Ball über die herauslaufende Burmeister zum völlig verdienten 1:0 in die Maschen. Ein Tor von Anna Jung nur drei Minuten später wurde wegen Abseits nicht anerkannt.

Eine Chance für die steil angespielte Sabrina Schmutzler vereitelte die rechtzeitig herausgelaufene Volz, Latten klärte souverän mit dem Kopf vor Hartmann, dann mußte wieder Burmeister einen Schuss von Jung nach einem Freistoß kurz vor dem Strafraumeck abwehren, der Nachschuss von Gründgens aus gut 25 Metern ging dann aber über das Tor. So ging es dann mit dem 1:0 in die Halbzeit. Jügesheim hatte sich diese Führung redlich verdient, bei Jena haperte es vor allem daran, dass die Spitzen Hartmann und Schmutzler aus dem Mittelfeld fast gar nicht bedient wurden, so dass vor allem


Hartmann vorne quasi verhungerte, während Schmutzler zurück mußte, um sich die Bälle zu holen, was den Jenaer Sturm auch nicht gerade gefährlicher machte.

Wer nun nach dem Seitenwechsel ein Aufbäumen des Favoriten aus Jena erwartet hatte, mußte sich in Geduld üben. Erst mal mußten die Spielerinnen aus Jena den zweiten Gegentreffer verkraften, den erneut Zapf - umringt von drei Abwehrspielerinnen - mit einem wunderbaren Heber über Burmeister erzielte.



Doch nach etwa 50 Minuten und zwei weiteren Jügesheimer Chancen drehte Jena dann, jetzt mit drei Spitzen spielend, zunehmend auf. So kam es dann zu einem Freistoß ziemlich weit seitlich vor dem Jügesheimer Tor, etwa 5 Meter von der Torauslinie entfernt. Volz stellte eine Mauer aus drei Spielerinnen, und urplötzlich war die Kugel im Netz (Torschützin Tina Kopplin). Es gab weitere Chancen für Jena, 63. Minute, Volz verpasst hohen Ball gegen Stephanie Milde, muss Nachfassen, aber der Ball kullert schließlich neben das Tor. In der 74. Minute dann der Ausgleich, wieder nach einem Freistoß, den Hartmann brasilianisch mit der Hacke aus kurzer Entfernung ins Tor bugsieren konnte.



Aber auch Jügesheim hatte noch dicke Chancen, so durch einen Kopfball von Gründgens, der aus kurzer Entfernung über die Latte ging. Es ging jetzt hin und her, Latten klärte in höchster Not vor Milde zur Ecke, wenig später schießt Milde nach Zuspiel von Hartmann aus kurzer Distanz, doch Volz wehrt im Stile eines Handballtorwarts mit einem Superreflex ab. In der 86. Minute jedoch wurde Latten, die zu Beginn der zweiten Halbzeit für ein Foul bereits Gelb gesehen hatte, nach einem Allerweltsfoul (siehe Bilder) vom Platz gestellt. Jetzt wurde es eng für Jügesheim, und Volz mußte ihr ganzes Können aufbieten, um einen gefährlichen Flatterball, der als Freistoß von Hartmann direkt aufs Tor getreten auf sie zukam, zu entschärfen.

Der Rest ist schnell erzählt. Es gab Verlängerung, Freitstoß Hartmann


aus der Sonne (Bild unten), 2:3, Jena wird immer stärker, Jügesheim macht auf, erspielt sich Chancen, riskiert aber Konter. So ist dann Schmutzler alleine durch, läuft verfolgt von Reismann aufs Tor, wird an der Strafraumgrenze eingeholt, Volz ist raus, Ball drüber, Entscheidung vertagt. Doch kurz vor Ende der ersten Hälfte der Verlängerung ist es dann soweit. Milde erzielt aus abseitsverdächtiger Position - ich konnte es von meinem Blickwinkel aus unmöglich entscheiden - den 2:4 Siegtreffer für Jena. In der letzten Viertelstunde gab es dann noch einen Pfostentreffer von Schmutzler und eine Riesenchance für Jügesheims Feuerbach, die jedoch im Fünfmeterraum stehend den Ball nicht richtig traf.

Schmutzler holte sich dann auch noch eine Gelbe Karte wegen Meckerns, als die Schiedsrichterin mal wieder - wie einige Male in diesem Spiel - ordentlich daneben lag, diesmal zu Lasten Jenas. Insgesamt ist das Weiterkommen für Jena aber völlig verdient und nicht an den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns festzumachen. Am Ende war Jena einfach stärker, und Jügesheim kann stolz darauf sein, dass von einem Klassenunterschied selbst gegen den Tabellenführer der höheren Klasse keine Rede sein konnte. Jenas Trainerin Heidi Vater erklärte hinterher, dass man Jügesheim keinesfalls unterschätzt, sondern so stark erwartet hatte, trotzdem aber in der ersten Hälfte durch eigenes schlechtes Spiel große Mühe hatte. Dann aber habe man sich herangekämpft und dann auch guten Fußball zeigen können. Jügesheims Trainer Oliver Erber: "Wir hatten Spaß, haben den Tabellenführer der zweiten Liga eine Halbzeit lang klar dominiert, jetzt geht es in der Oberliga alles zu geben, um diesmal den Aufstieg in die zweite Liga klar zu machen. Wir haben gesehen, dass wir in dieser Liga bestehen können!"

TGM SV Jügesheim:

Volz - Latten, Gründges, Reismann, Wurmbach, Spee, Feuerbach, Jung (71. Günther), Borse, Ries (80. Gado), Zapf (95. Glomb)

FF USV Jena

Burmeister - Wiesmann (52. Schlarp), Pompl, Groll, Milde, Krämer, Höfer (70. Corinna Wenzel), Kopplin (70. Herold), Arnold, Hartmann, Schmutzler

Tore:
1:0 Zapf (17.)
2:0 Zapf (48.)
2:1 Kopplin (55.)
2:2 Hartmann (74.)
2:3 Hartmann (94.)
2:4 Milde (105.)

Gelbe Karten: Groll, Schmutzler Gelb-Rot: Latten Zuschauer: ca. 250


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