U19-EM-2011 Finale, Norwegen - Deutschland
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Bericht und Fotos
14. Juni 2011Deutschlands U 19-Juniorinnen sind nach 2002, 2006 und 2007 zum vierten Male Europameister. Zählt man die Turniersiege der damaligen „U 18“ in den Jahren 2001 und 2002 hinzu, bringt es der unangefochtene Rekordeuropameister insgesamt nunmehr gar auf sagenhafte sechs Titelgewinne!
Das beim diesjährigen Endrundenturnier von Maren Meinert und in der Vorbereitung bzw. Qualifikationsphase von Bettina Wiegmann betreute Team fegte in einem einseitigen Finale die chancenlosen Norwegerinnen mit sage und schreibe 8:1 Toren vom Platz und beendete damit in eindrucksvoller Manier die seit 2008 anhaltende Durststrecke ohne Titelgewinn.
Während Norwegens Coach Jarl Torske seiner erfolgreichen Anfangsformation aus dem Halbfinalduell mit Italien vertraute, stellte Bundestrainerin Maren Meinert ihre Startelf auf einer Position um – für Kristin Demann rückte Potsdams Jennifer Cramer in die Viererabwehrkette.
Deutschland dominierte vor knappen 1000 Zuschauern im Stadio Romeo Galli zu Imola von Beginn an und besaß durch Lena Lotzen’s herrlichen Seitfallzieher (15.) eine erste gute Torchance, doch dieser strich knapp über das Tor. Nach einer knappen halben Stunde tauchte die herrlich freigespielte Eunice Beckmann völlig alleine vor Ane Fimreite auf, doch die norwegische Schlussfrau konnte per Reflex diese hundertprozentige Torchance zur deutschen Führung vereiteln. Nach der anschließenden Ecke von Ramona Petzelberger war diese dann allerdings machtlos, als die mit aufgerückte Luise Wensing den Ball aus sieben Metern per Kopf zur überfälligen Führung über die Linie wuchtete. Norwegen fiel in der ersten Halbzeit nur durch einen 20m-Schuß von Maria Thorisdottir auf, welchen aber die ansonsten beschäftigungslose Lisa Schmitz sicher parieren konnte.
(Bild links: Eine von den Spielereltern und Fans angestimmte "HUMBA" nach dem Abpfiff musste schon sein...)
Die zweite Halbzeit begann dann gleich mit einem Paukenschlag, als Isabella Schmid die Kugel aus 22 Metern unter die Latte hämmerte. Norwegens relativ klein gewachsene Torfrau sah dabei allerdings nicht allzu glücklich aus. Was dann folgte, wird wohl in die Geschichte der UEFA eingehen, denn gemäß dem Motto „jeder Schuss ein Treffer“ zogen die deutschen Mädels innerhalb von nur 15 Minuten auf sage und schreibe 6:0 davon. Dem dritten Treffer durch Lotzen, nach herrlichem Zuspiel von Beckmann, ließ Petzelberger mit einem 15m-Schuß in den Winkel das 4:0 folgen. Wiederum Lotzen per Drehschuss sowie eine Co-Produktion der erst kurz zuvor eingewechselten Ivana Rudelic nach Flanke von Anja Hegenauer ließen für die Norwegerinnen bereits Böses erahnen. Daran konnte auch der Ehrentreffer durch Melissa Bjanesoy nichts ändern, die nach Eckball der zur Pause eingewechselten Caroline Hansen per Kopf ihren siebten Turniertreffer erzielen konnte, was am Ende zumindest für den Titel der Torschützenkönigin reichen sollte.
(Bild rechts: Anerkennender Applaus der Norwegerinnen bei der Siegerehrung, tolle Geste!)
Allerdings ein schwacher Trost, denn der Torhunger der deutschen Himmelsstürmerinnen war noch nicht ganz gestillt. Einen Distanzschuss der ebenfalls ins Spiel gekommenen Marie Pyko fälschte Schmid mit ihrem zweiten Treffer unhaltbar zum 7:1 ab und letztendlich war es der Kapitänin Ramona Petzelberger vorbehalten, mit einem Linkshammer aus 22 Metern für den Schlusspunkt zu sorgen. Ein Treffer, der im Übrigen dem 2:0 doch stark ähnelte, denn wiederum versuchte die norwegische Schlussfrau vergeblich, an den über ihr einschlagenden Ball heranzukommen.
Noch nicht ganz realisieren konnte, Deutschlands Kapitänin und beste Vorlagengeberin der EM, Ramona Petzelberger diesen historischen Triumph auf der anschließenden Pressekonferenz. Bundestrainerin Maren Meinert reichte unterdessen die Komplimente und Glückwünsche in gewohnt bescheidener Manier an deren Assistentin Bettina Wiegmann weiterreichte, welche während der Babypause Meinerts über die gesamte Vorbereitungs- und Qualifikationsphase für das Team verantwortlich gewesen war und dieses Team „alleine aufgebaut und geformt habe“. Norwegens sichtlich beeindrucktem Coach Jarl Torske blieben dann auch fast die Worte weg und gratulierte der „mit Abstand besten und konstantesten Mannschaft des Turniers“ zum hochverdienten ersten deutschen Titelgewinn seit 2007.
(Bild links: Kapitänin Ramona Petzelberger konnte auch lange nach dem Spiel diesen historischen Sieg nicht realisieren.)
Spielstatistik:
Norwegen:
Fimreite – Skaug, Knudsen, Sondena, Sonstevold (74. Aardalen) – Thorisdottir, Dekkerhus (70. Reiten), Andrine Hegerberg – Ada Hegerberg (46. Hansen), Hegland, Bjanesoy
Deutschland:
Schmitz – Maier, Simon (58. Pyko), Elsig, Wensing – Schmid, Hendrich (64. Hegenauer), Cramer – Petzelberger, Lotzen, Beckmann (63. Rudelic)
Tore:
0:1 Wensing (29.)
0:2 Schmid (50.)
0:3 Lotsen (55.)
0:4 Petzelberger (58.)
0:5 Lotzen (60.)
0:6 Rudelic (70.)
1:6 Bjanesoy (72.)
1:7 Schmid (79.)
1:8 Rudelic (88.)
Gelbe Karten: keine
Schiedsrichterin:: Sandra Braz Bastos (Portugal) mit Sian Massey (England) und Angela Kyriakou (Griechenland)
Zuschauer: ca. 1000
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