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U19-EM-Finale Frankreich – England

· Archivbestand · 733 Wörter


U 19-Europameisterschaft 2010 – Finale

Titelverteidiger entthront

Frankreich – England 2:1 (1:1)

06.06.2010   Der neue U 19-Europameister heisst - für so manchen sicherlich etwas überraschend - Frankreich! Durch einen hart erkämpften, am Ende jedoch völlig verdienten 2:1-Erfolg über England sicherte sich die „Equipe Tricolore” nach 2003 bereits zum zweiten Male den Titel und stieß dadurch den Titelverteidiger mal eben so vom Thron.

Dabei sah es zunächst so aus, als ob das Team von Mo Marley seiner Titelfavoritenrolle gerecht werden könnte, denn von Beginn an übernahmen die Insulanerinnen das Kommando und setzten „Les Bleues” mit frühem Forechecking und schnörkellosem One-Touch-Fußball mächtig unter Druck. So setzte Jordan Nobbs die Kugel in der 7. Spielminute nach Vorarbeit von Toni Duggan aus 20 Metern knapp über das Tor und nur eine Minute später war es dann Duggan selbst, welche mit einem Solo sowohl Kelly Gadea als auch Ines Jaurena wie Statisten stehen ließ, Torfrau Laetitia Philippe jedoch deren Schuss aus 8 Metern halblinke Position gerade noch so mit dem Arm wegfausten konnte.

Von den Französinnen war hingegen in dieser Anfangsphase zunächst herzlich wenig bis gar nichts zu sehen. Eine Ausnahme bildete da die 16. Minute, als Pauline Crammer nach schönem Solo von Solene Barbance auf der Außenbahn bedient wurde, doch deren Schuss aus relativ spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbeistrich.

Nachdem Gemma Bonner mit einem Kopfballaufsetzer (20.) nach Eckball von Jessica Holbrook dem Ziel schon sehr nahe gekommen war, war es dann kurze Zeit später soweit - besagte Holbrook setzte sich nahe der Strafraumgrenze auf engstem Raum gleich gegen drei Französinnen durch und erzielte mit einem trockenen Drehschuss ins linke untere Eck (25.) die verdiente Führung für die „Three Lions”.

Doch „wie gewonnen so zeronnen” dachte sich nur vier Minuten später die rechte Außenvertedigerin Lucia Bronze, welche mit einem kapitalen Ballverlust den zu diesem Zeitpunkt etwas überraschenden Ausgleich durch Rose Lavaud einleitete, indem diese mitten in der eigenen Hälfte leichtsinnig den Ball vertendelte und die allein auf Torfrau Rebecca Spencer zulaufende Französin keine Mühe mehr hatte, den Ball aus 15 Metern ins rechte untere Eck zu schieben.

Doch dies sollte vor den knapp 800 Zuschauern im Nationalstadion zu


Skopje nicht der letzte „Bock” der englischen Hintermannschaft gewesen sein, „bediente” doch Torfrau Spencer nach 55 Minuten mit einem katastrophalen Querpass die darauf lauernde Cramer, welche locker zum 2:1-Führungstreffer einschieben durfte.

Kurz darauf verpasste Marina Markanza die Vorentscheidung, als diese nach schöner Kombination über die beiden Torschützinnen Lavaud und Cramer alleine auf das englische Gehäuse zulief und im allerletzten Moment von der in dieser Szene kompromisslos zu Werke gehenden englischen Kapitänin Gilly Flaherty gestoppt werden konnte. Markanza verletzte sich bei diesem harten, aber fairen Einsteigen so sehr, dass diese nicht mehr weiterspielen konnte und durch Anaig Butel ersetzt werden musste.

Eine weitere „Hundertprozentige” vergab die 1 gegen 1 auf das englische Tor zulaufende Lavaud nach 71 Minuten, als diese an der diesmal mit hervorragendem Reflex aufwartenden Spencer scheiterte.

Eine direkte Ecke der eingewechselten Lea Le Garrec, welche Spencer nur mit Mühe über die Latte lenken konnte (77.), sollte die letzte ernsthafte Torgelegenheit dieses durchaus auf gutem Niveau stehenden Finales darstellen, denn es sollte den Engländerinnen im Anschluss daran nicht mehr gelingen, die kompakt stehende Viererabwehrkette um Kapitänin Kelly Gadea ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Die sichere Torfrau Philippe musste lediglich noch bei einem Schuss von Duggan (87.) sowie einem harmlosen Roller der ebenfalls in die Partie


gekommenen Drew Spence (90.) eingreifen, bis sodann mit Frankreich nach insgesamt 93 Minuten der verdiente Europameister feststand.

Auch wenn UEFA-Präsident Michel Platini bei der anschliessenden Siegerehrung durch Abwesenheit glänzte und dadurch den ersten Live-Titelgewinn seiner „Grande Nation” seit langer langer Zeit verpasste, tat dies den grenzenlosen Jubelstürmen der Equipe Tricolore keinen Abbruch mehr und so konnte man es auf französischer Seite letztendlich sogar verschmerzen, dass bei den Feierlichkeiten ein Teil der Siegertrophäe buchstäblich zu Bruch ging. Aber Scherben bringen eben manchmal nicht nur Glück, sondern auch Glückseligkeit mit sich...

Frankreich:
Philippe - La Villa, Gadea, Rousseau, Jaurena – Makanza (59. Butel), Barbetta, Rubio, Barbance (59. Le Garrec), Crammer (80. Catala)

England:
Spencer – Flaherty (62. Jane), Bonner, Bronze, Cunningham – Christiansen (77. Bruton), Nobbs, Prosser, Stokes – Holbrook, Duggan

Tore:
0:1 Holbrook (25.)
1:1 Lavaud (29.)
2:1 Crammer (55.)

Gelbe Karten: keine

Schiedsrichterin: Schiedsrichterin: Karolina Radzik-Johan (Polen)
Assistentinnen: Petruta Claudia Iugulescu (RUM) sowie Monica Lokkeberg (NOR)

Zuschauer: ca. 800 (in Skopje)


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