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1. Bundesliga
Das Jahr eins nach Krust
Saisonvorbericht FCR Duisburg
12.8.2005 In Duisburg herrscht seit der Saisonvorbereitung ein neuer Wind. Dietmar Herhaus hat das Ruder übernommen. Der sympathische Coach hat dem TuS Köln rrh noch den Zweitligaaufstieg in die Geschenkbox gepackt, ehe es zur Niederrhein Metropole nach Duisburg-Hüttenheim ging. Doch auch hier will der neue Coach Erfolg haben. In der Meisterschaft das Möglichste und am Besten das DFB Pokalendspiel erreichen. Zwei Ziele, die sich Trainer Herhaus mit dem dynamischen Team gesetzt hat. Ob und wie der neue Mann diese Ziele erreichen wird, zeigt uns dann ab 14. August die Bundesligasaison 2005/2006.
Rückblick Saison 2004/2005
Es war ein geiles Jahr für den FCR 2001 Duisburg. Von der Vizemeisterschaft hätte vor der Saison in Rumeln niemand zu Träumen gewagt. Der FCR kam sehr gut aus den Startlöchern und es sah kurz vor dem Saisonende so aus, als ob der FCR am Ende den dritten Tabellenplatz erreichen würde. Doch dann konnte das junge Team eine Schwächeperiode von Turbine Potsdam ausnutzen. Man zog an dem damals amtierenden Meister vorbei und sicherte sich den 2. Tabellenplatz. Für Annike Krahn, Katrin Längert, Elena Hauer, Patricia Hanebeck und Anne van Bonn gab es Ende 2004 noch ein besonderes Bonbon zu feiern. So wurden die Spielerinnen in Thailand auch U 19 Weltmeister. Der FCR ist für den DFB also gerade im Nachwuchsbereich eine wichtige Stütze.
Neuzugang Iris Flacke, von Heike Rheine gekommen, wird in der kommenden Saison Mannschaftskaptitänin Es gab eigentlich kaum Schwachpunkte in der letzten Spielzeit. Einzig das frühe Ausscheiden aus dem DFB-Pokal schmälert die Saison ein wenig. Hatte man den Zweitligisten Brauweiler doch sehr unterschätzt. Dafür musste dann so manch anderer Gegner viele Federn lassen. Der SC Bad Neuenahr bekam gleich zweimal eine Abfuhr. Heike Rheine wurde mit 8:0 auf den Heimweg geschickt, beim FSV Frankfurt siegte man 7:0. Potsdam konnte beim FCR nach einem 2:3 die Meisterschaftsträume endgültig zu Grabe tragen. Nur der FFC Frankfurt schaffte es als einziges Team, einen Dreier aus dem PCC Stadion mitzunehmen. Hier liegt auch mein einziger Kritikpunkt. Sicherlich hat jede Vereinsführung das Recht, einen Trainer zu entlassen oder wie zu diesem Zeitpunkt einen Trainervertrag nicht zu verlängern. Doch vor dem Spiel des FCR gegen den FFC Frankfurt so ein Thema im Vorfeld an die große Glocke zu hängen wäre nicht notwendig gewesen. Man merkte dem Team in diesem Spiel die Verunsicherung an. Immerhin hätte man bei einem Sieg über Frankfurt selbst noch alle Möglichkeiten zum Meisterschafts- gewinn in den eigenen Händen bzw. an den Füßen gehabt. Nach der 1:3 Niederlage war dieser Zug aber abgefahren.
Doch wer danach dachte, der FCR würde auseinanderbrechen, der irrte sich. Duisburg gewann Spiel um Spiel und schaffte sogar, am Brentanobad dem FFC mit 2:1 die blütenreine Weste zu rauben.
Bemerkenswert: Shelley Thompson wurde mit 30 Treffern Torschützenkönigin. Der sympathische Wirbelwind war kaum zu bremsen. Auch die Spielweise von Shelley ist enorm. Wirkt die U21 Nationalspielerin oft wie ein Schluck Wasser in der Kurve kommt dann im nächsten Moment eine Leistungsexplosion. Shelley ist kaum auszurechnen und man darf ihr nie viel Spielraum geben. Diesen Spielraum hatte sie aber sehr oft bekommen.
Die Spielerin des Jahres ist aber Inka Grings. Ihr Comeback war eine feine Sache. 25 Treffer schaffte Inka bis zum Saisonende. Bei der Europameisterschaft gewann sie den Titel, wurde Stammspielerin in der Nationalmannschaft und holte die EM-Torjägerkrone. Warum allerdings Inka Grings nicht Spielerin des Jahres geworden ist, bleibt ein Geheimnis. Grings spielte auf jeden Fall eine bessere Saison als Birgit Prinz. Hier kommt für mich der Verdacht auf, dass nur der Namen und nicht die Saisonleistung zählt.
Der FCR 2001 Duisburg wurde verdient Vizemeister. Das Team brach trotz ihrer jungen Spielerinnen, die sehr viele Länderspielabstellungen und Lehrgänge hatten, nie auseinander. Jürgen Krust hatte ein sehr gutes Händchen der Truppe immer den gewissen „Kick“ einzugeben.
Der Kader des FCR Duisburg für die Saison 2005/2006
Silke Rottenberg (1972)
Kathrin Längert (1987)
Nicole Südholt (1979)
Abwehr:
Elena Hauer (1986)
Petra Hauser (1971)
Corinna Schröder (1986)
Anne van Bonn (1985)
Madleen Wilder (1980)
Annike Krahn (1985)
Stephanie Mpalaskas (1986)
Julia Kuhlendahl (1988)
Mittelfeld:
Simone Laudehr (1986)
Fatmire Bajramaj (1988)
Patricia Hanebeck (1986)
Jennifer Oster (1986)
Verena Hagedorn (1982)
Iris Flacke (1977)
Mandy Islacker (1988)
Francesca Weber (1989)
Andrea Lenart (1988)
Sturm:
Marlene Kowallik (1984)
Inka Grings (1978)
Teresa Trojok (1987)
Shelley Thompson (1984)
Trainer:
Dietmar Herhaus
Co Trainer:
Thomas Obliers
Neuzugang Verena Hagedorn, vom SC 07 Bad Neuenahr nach Duisburg gewechselt, kann trotz Kreuzbandriss schon wieder lachen Vorschau Saison 2005/2006
Der FCR hat mit Silke Rottenberg weiterhin Deutschlands Nummer Eins im Tor. Silke verlängerte wie üblich weiter um ein Jahr. Die Abgänge sind soweit zu verschmerzen bis auf Linda Bresonik. Hier hofft der Verein, Linda bald wieder im PCC Stadion spielen zu sehen. Es wäre wirklich schade so ein tolles Talent im Frauenfußball zu verlieren. Virpi John hört auf und Christa Schäpertöns verlässt das Team Richtung Ratingen. Schäpertöns konnte nicht an alle Trainingseinheiten teilnehmen. Gerade beim FCR wird aber darauf geachtet.
Bei den Neuzugängen sollte Verena Hagedorn die Position von Linda Bresonik einnehmen. Allerdings erlitt Hagedorn einen Kreuzbandriss. Sie wird erst wieder in der Rückrunde spielen können. Iris Flacke, gerade zur Mannschaftskapitänin benannt, und Stephanie Mpalaskas verstärken den Kader, dazu kommt eventuell noch eine Spielerin aus dem Ausland. Es bleibt abzuwarten was beim FCR passiert. Doch man hat schon in der Vorbereitung gesehen, was der FCR im Stande ist zu leisten. So musste der Trainer teilweise mit Jugend- spielerinnen zu den Testspielen reisen. Alle Nationalspielerinnen waren unterwegs (EM, U19 EM und Nordic Cup). Man gewann trotzdem den Dragons Cup, man schlug Wattenscheid mit 4:1. Gerade im Jugendbereich wachsen einige Spielerinnen heran. Über kurz oder lang werden diese Spielerinnen (z.B. Fransesca Weber) in der Bundesliga landen. In den letzten zwei Wochen vor dem Saisonstart kehrten dann auch die „Natios“ wieder ins Team zurück. Einzig Elena Hauer’s Verletzung ist eine bittere Pille für Trainer Herhaus und die sympathische U19 Weltmeisterin selbst.
Spielerin mit Zukunft: Francesca Weber
Der FCR hat sicherlich Möglichkeiten, wieder eine tolle Saison hinzulegen. Man wird sehen wie der Bresonik Abgang kompensiert wird und dazu wie der neue Trainer seine Löwinnen auf die Beine bekommt. Ist die Akzeptanz untereinander gegeben und stimmt die Chemie, dann ist alles drin. Frankfurt und Potsdam starten im UEFA Cup und werden müde Beine bekommen. Da könnte der FCR 2001 Duisburg den Hebel ansetzten. Allerdings darf es dann in den Auswärtspartien keine Geschenke mehr geben. Persönlich gehe ich davon aus, dass der nächste Deutsche Meister aus dem Ruhrgebiet kommt und dann FCR 2001 Duisburg heißen wird.
Kurz nachgefragt bei Elena Hauer:
U 19 Weltmeisterin Elena Hauer Hallo Elena. Du kannst momentan leider nicht trainieren bzw. spielen, was ist passiert?
EH : Wir hatten einen viertägigen Lehrgang. Am 19.6 ist es dann passiert. Beim Länderspiel habe ich einen ganz normalen Sprint gemacht, es machte Peng und ich konnte nicht mehr weiterlaufen und hatte einen Muskelfaserriss. Nächste Woche kann ich wieder mit einem lockeren Lauftraining beginnen. Dreimal habe ich es schon versucht und immer einen Schmerz verspürt. Wann ich wieder spielen kann steht noch in den Sternen.
Wer wird denn Deiner Meinung nach nächstes Jahr deutscher Meister?
EH: Ich denke Potsdam wird nächstes Jahr Deutscher Meister. Wir haben ein Wörtchen mitzureden. Doch weil wir eine junge Mannschaft haben ist es schwierig, konstant zu spielen. Doch ich denke wir werden ein Wörtchen da oben mitreden.
Wer wird dann wohl absteigen?
EH : Brauweiler wird sich eventuell festsetzen können. Schönebeck und Sindelfingen. Der FSV Frankfurt wird, wenn sie nur unerfahrene Spielerinnen geholt haben sollten, auch um den Klassenerhalt spielen.
Was traust Du Deiner Mannschaft dieser Saison zu?
EH : Unserer Mannschaft traue ich viel zu. Man muss sehen, wie sich alles einspielt. Nach dem Trainerumbruch, wie der so alles handhabt. Wir müssen konstant spielen, dann haben wir ein Wörtchen mitzureden. Dazu wollen wir im DFB Pokal sehr weit kommen, wenn’s geht bis zum Endspiel und dort ( in Berlin) darf es dann auch ein bisschen mehr sein.
Welche Erfahrungen hast Du für Dich selbst aus der letzten Spielzeit mitgenommen?
EH: Dass man mit Teamgeist und einer guten Mannschaftsleistung wenn man sich wirklich am Riemen reißt die „Großen“ schlagen kann. Gegen Potsdam und in Frankfurt haben wir das zweimal gezeigt, das war wirklich eine tolle Erfahrung. Ich freue mich auch wieder auf diese Spiele- das sind für mich die „schönsten Spiele“.
Welche Ziele hast Du Dir selber für die Saison gesetzt?
Erst einmal wieder langsam einsteigen und mich in der Mannschaft festsetzen und im Kader wieder reinzukommen in den nächsten Spielen. Dann auch wieder Stammspielerin werden. Das muss ich mir aber wieder nach meiner Verletzung neu erarbeiten. Ich möchte wieder eine feste Größe in der Mannschaft werden.