1.FC Lok Leipzig - 1.FFC Frankfurt
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28.08.2011
Das schönste Tor des Tages erzielte Melanie Behringer zum 4:0 nach Vorlage von Ana-Maria Crnogorcevic
Das erste Heimspiel des 1. FC Lok Leipzig in der ersten Bundesliga gegen den Vize-Meister aus Frankfurt beeindruckte vor allem durch die tolle Kulisse mit 1697 Zuschauern im Bruno-Plache Stadion. Nahezu über die gesamten 90 Minuten unterstützten die Fans beider Mannschaften ihr Team lautstark und sorgten so für eine tolle Atmosphäre. Die Leipzigerinnen gingen, wie schon am ersten Spieltag beim FCR 2001 Duisburg, als krasser Außenseiter in die Partie gegen das mit zahlreichen Nationalspielerinnen bestückte Team vom Main.Doch mit Beginn der Partie merkte man den Gastgeberinnen kaum, die im Vorfeld erwartete, Nervosität an. Im Gegenteil gelang es dem Liga-Neuling von der ersten Minute an konzentriert in der Defensive zu stehen und dem Favoriten das Leben schwer zu machen. Die Mannschaft von Trainerin Claudia von Lanken verstand es, taktisch klug und vor allem mannschaftlich geschlossen, den Frankfurterinnen kaum die Möglichkeit zu geben die Angriffe konsequent bis zum Tor zu vollenden. Zu eng waren die Räume und so konnten sich die Hessinnen im ersten Durchgang, trotz Überlegenheit, lange nicht entscheidend durchsetzen. Erst eine diskussionswürdige Freistoßentscheidung von Schiedsrichterin Angelika Söder in der 38. Spielminute am rechten Strafraumeck führte den FFC zum Erfolg. Melanie Behringer platzierte den Freistoß lang und fand den Kopf von Jessica Landström deren Versuch noch abgewehrt wurde, doch Saskia Bartusiak behielt aus sieben Metern die Übersicht und schoss per Direktabnahme zur 0:1-Führung ins Netz. Aus dem Spiel heraus fanden die Frankfurterinnen jedoch im ersten Durchgang kein Mittel, um den Defensivverbund der Leipzigerinnen zu knacken, zu behäbig der Spielaufbau und auch in den Laufwegen stimmte die Abstimmungen noch nicht immer. Lok hingegen versuchte sich zwar hin und wieder auch in der Offensive, hatte jedoch nicht den Mut die wenigen Angriffe als Mannschaft nach vorn zu treiben, so dass Kathrin Patzke und Lyn Meyer keine Gefahr für die gegnerische Abwehrreihe darstellten.
Nach der Pause wechselte FFC-Trainer Sven Kahlert für die wirkungslos gebliebene Landström Ana-Maria Crnogorcevic ein und die hatte dann bereits kurz nach Wiederanpfiff, allein vor Torfrau Carolin-Sophie Härling, eine riesen Chance zur schnellen 0:2-Führung. Doch schien die Schweizer Nationalspielerin überrascht und schloss zu schwach und genau auf die Torfrau ab. So blieb es zunächst beim Bild der ersten Halbzeit, in dem es Frankfurt an der Kreativität fehlte, den gelb-blauen Block zu überwinden, die Gastgeberinnen jetzt jedoch langsam mutiger wirkten, ohne dass jedoch eine zählbare Chance heraus sprang. Nach etwa einer gespielten Stunde dann der doppelte Rückschlag für die Lok-Damen. Zunächst landete eine flache Hereingabe von Ali Krieger von der rechten Seite fast ungestört im kurzen Eck, nachdem Lysann Schneider den Ball noch leicht, aber unglücklich abfälschte (57.). Kurz darauf unterband Leipzigs Spielführerin Anne van Bonn, in einer ansonsten fair geführten Partie, einen aussichtsreichen Frankfurter Angriff mit einem taktischen Foul an Fatmire Bajramaj und kassierte dafür zu Recht die gelbe Karte. Der folgende Freistoß brachte nichts ein, doch Bajramaj schien die Situation nicht abhaken zu können und revanchierte sich kurz darauf bei van Bonn mit einem unnötigen und unfairen Foul im Mittelfeld. Die Lok-Kapitänin musste neben dem Feld behandelt werden und schleppte sich anschließend sichtlich mit Schmerzen am Sprunggelenk über den Platz, bis sich Erika Szuh für ihre Einwechslung kurz darauf fertig gemacht hatte. Genau in dieser Zeit fiel dann die endgültige Entscheidung, als in der 60. Spielminute erneut Bartusiak, die dieses Mal im Anschluss an eine Bajramaj-Ecke per Kopf, an den Ball kam und so ihr bereits zweites Tor zum 3:0 beisteuern konnte. Leipzig gab sich den Rest der Spielzeit jedoch keines Falls auf und hielt weiter gut dagegen. Auch wenn die Kräfte nach ließen und mit van Bonn sicher eine der wichtigen Säulen den Platz verlassen musste, schien es so, als konnten sie nun den Druck ein wenig beiseite schieben und zeigten sich noch einmal bemüht auch selbst noch zum Torerfolg zu kommen. Doch die im Ansatz guten Angriffe konnte die Abwehrreihe der Frankfurterinnen alle unterbinden, so dass Nadine Angerer nicht geprüft wurde. Auf der anderen Seite ergaben sich dadurch natürlich mehr Räume, den in der 77. Spielminute Crnogorcevic und Behringer im Zusammenspiel nutzten und die deutsche Nationalspielerin stark mit einem Schuss ins kurze Eck zum 0:4-Endstand verwertete. So blieb es bis zum Abpfiff beim am Ende verdienten und eindeutigen Sieg des Favoriten gegen eine Leipziger Mannschaft, die sich trotz der vielen Neuzugänge erstaunlich schnell gefunden hat und alle Chancen auf den Klassenerhalt hat, sofern sie von weiteren Verletzungen verschont bleibt. Zu dem fallen zurzeit auch mit Safi Nyembo, Jobina Lahr und Gabriella Toth verletzungsbedingt drei Stammspielerinnen aus und können mit ihrer Rückkehr für einen weiteren Qualitätsschub sorgen. Bleibt zu hoffen, dass sich Anne van Bonn nicht ernsthaft verletzt hat. Trainerin von Lanken zeigte sich nach der Partie zufrieden mit ihrer Mannschaft: „Es war ein temporeiches Spiel, wir haben das gespielt was wir konnten. Wir haben 60 Minuten sehr gut gestanden, die Räume eng gemacht und bekommen dann ein wirklich sehr doofes 2:0, dass zusammen mit dem Ausscheiden von Anne van Bonn den Bruch in unserem Spiel herbei führte. Das alles gibt uns aber Mut für die nächste Woche wenn der HSV kommt, dann sind wir hoffentlich bereit die ersten Punkte einzufahren.“.Kahlert begann seine Einschätzung während der Pressekonferenz mit einem Lob an den großen Zuschauerzuspruch: „Hier haben wir eine schöne Kulisse vorgefunden, die sehr angenehm und emotional hinter der Mannschaft stand. Mit der Leistung meiner Mannschaft kann ich nur in sofern zufrieden sein, dass wir 4:0 gewonnen haben. Erst zum Ende des Spiels, als es der Gastgeber zuließ, haben wir Fußball gespielt, was vor allem in der ersten Halbzeit ganz wenig der Fall war. Man sieht, dass bei uns noch nicht alles rund läuft und vieles noch Stückwerk ist. Zudem ist Dzsenifer Marozsan kurzfristig verletzungsbedingt ausgefallen. Trotz der Ausfälle erwarte ich von meiner Mannschaft mehr und wir müssen sehen, dass wir in den nächsten Wochen in den Rhythmus kommen um die Aufgaben in der Bundesliga und der Champions League erfolgreich gestalten zu können.“.
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1.FC Lok Leipzig:
Härling - Krengel, Lübcke, Schneider, Ludwig - Schinkel (86. Wagner), van Bonn (62. Szuh), Heller, Herrmann - Patzke, L. Meyer (73. Ebermann)
1.FFC Frankfurt:
Angerer – Krieger (79. Herbert), Bartusiak, Weber, Thunebro (62. Percival) - Huth, Behringer, Smisek, Garefrekes - Landström (46. Crnogorcevic), Bajramaj
Tore:
0:1 Bartusiak (38.)
0:2 Krieger (57.)
0:3 Bartusiak (60.)
0:4 Behringer (77.)
Gelbe Karten:van Bonn / Bajramaj
SchiedsrichterinAngelika Söder (Schwarzenbruck)
Zuschauer: 1697
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