Dem Sechstplazierten der vergangenen Regionalliga-Saison West, der VfL Kommern,ist die Luft ausgegangen. Mit einer gestern veröffentlichen Pressekonferenz gab der Verein bekannt, sein Regionalliga-Team mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb abzumelden. Damit steht das Team als erster Absteiger in die Verbandsliga-Mittelrhein fest.
In einer recht offenen Pressemitteilung macht der Vereinsvorstand seinem Unmut Luft und spart dabei auch nicht mit Schuldzuweisungen Richtung Spielerinnen.
Der VfL Kommern hat nach Beschluss des Vorstandes vom 5. September die Frauen – Regionalligamannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb abgemeldet.
Bis zu Letzt hat der Vorstand gehofft, diesen Schritt abwenden zu können. Da dem Verein nach dem letzten Spieltag der Saison 2011 / 2012 nur 3 Kündigungen vorlagen, ging der Vorstand davon aus genügend Spielerinnen für die neue Saison zur Verfügung zu haben.
Nach den beiden Trainingseinheiten am 19. und 26. Juni kristallisierte sich in den anschließenden Mannschaftssitzungen heraus, dass die verbleibenden Spielerrinnen der Ansicht waren nicht genügend regionalligataugliche Spielerinnen zur Verfügung zu haben. Dem Vorstand wurde vorgeworfen, frühzeitig informiert worden zu sein, dass neue Spielerinnen von ‚Nöten‘ wären.
Die genannten Zahlen waren: 16 Spielerinnen, davon 4 im Schichtdienst und 2 Torhüterinnen. Diese internen Zahlen wurden in einem Gespräch 2 Tage später dem 2. Vorsitzenden Dr. Garrelfs von der Presse so wiedergegeben. Ende Juni erreichten dem Vorstand dann noch, wie die Spielerrinnen sagten, 10 prophylaktische Abmeldungen. Prophylaktische hieß nach Aussage der Spielerinnen, dass sie bei einer genügend großen Anzahl regionalligatauglicher Spielerinnen ihre Kündigungen zurückziehen würden.
Seitens des Vorstandes wurden unzählige Gespräche mit den Spielerinnen geführt, ein neuer Trainer vorgestellt und Trainingsangebote gemacht, jedoch meldete sich bis Ende August keine dieser Spielerinnen wieder an. So war die Situation , dass sich von den abgemeldeten Spielerrinnen 7 Spielerinnen nicht in einem anderen Verein angemeldet hatten, sodass theoretisch 13 – 15 ‚alte‘ Spielerrinnen plus 3 ‚Neuzugänge‘ für die Mannschaft verfügbar gewesen wären, der Gesamtstamm der 1. und 2. Damen somit einen Personalbestand von über 40 Damen verfügbar gewesen wäre.
Vor dem ersten Spieltag kam dann jedoch die Ernüchterung; alle ehemaligen Spielerrinnen der 1. Damenmannschaft weigerten sich für den VFL Kommern zu spielen. Trotzdem wurde eine Mannschaft zum ersten Spiel nach Ibbenbüren gesendet, welche sich hervorragend verkauft hat,. Um diese ‚willigen‘ Spielerinnen nicht sofort in dieser Klasse zu verheizen, hat sich der Vorstand zu der obigen Maßnahme entschlossen.
Für den Vorstand:
Dr. H-W Garrelfs
Besonder traurig ist dabei die Tatsache, dass bereits Ende der letzten Saison die Querelen im Verein so groß waren, dass eine Abmeldung kurz bevor stand, der Vorstand aber zu diesem Zeitpunkt nichts davon wissen wollte. Selbst auf Nachfrage am letzten Spieltag von Frauenfußball Köln, reagierte der 1. Vorstandsvorsitzende Frank Hübner mit Unverständnis. ”Diese Aussagen sind für mich unverständlich.”, so Hübner. “Zur Trainersuche werde ich jetzt noch keine weiteren Angaben machen. Zum heutigen Zeitpunkt planen wir aber auch in der kommenden Saison mit zwei Frauenfußballmannschaften. Ein Rückzug des Regionalliga-Teams ist nicht vorgesehen.” … und jetzt doch! Größter Verlierer in dem ganzen Szenario ist dabei die zweite Mannschaft der 1. FC Köln, die in der letzten Saison absteigen musste, was nun mit dem Rückzug von Kommern gar nicht erst hätte passieren müssen…