Von Katja Öhlschläger (Text) und Tom Schlimme (Fotos) 17.5.2005
Am vorletzten Spieltag der 2. Bundesliga Süd standen sich im Frankfurter „Stadion am Brentanobad“ zwei Teams gegenüber, die ihr Saisonziel bereits zuvor erreicht (Frankfurt) bzw. verfehlt (Leipzig) hatten. Der FFC Frankfurt II hat den Klassenerhalt bereits seit dem vergangenen Wochenende in trockenen Tüchern, während für die Frauen aus der Pleiße-Stadt – ebenfalls seit dem vergangenen Wochenende – am Gang in die Drittklassigkeit kein Weg mehr vorbei führt.
Dass die „Lokomotiven“ in ihren letzten beiden Rundenspielen Abschied nehmen müssen und Erinnerungen konservieren wollen, zeigte sich denn auch schon vor Anpfiff der Partie, als sich die Spielerinnen samt Betreuerstab und mitgereisten Fans vor einem Tor zum Gruppenfoto versammelten.
Natürlich wollten sie noch mal Zählbares erspielen, doch die Gastgeberinnen, die nach verpatzter Hinrunde und seit der Ablösung von Trainer Björn Kliehm durch die bis Saisonende als Interimstrainerin fungierende Vereinsvorsitzende Monika Staab eine vielversprechende Rückrunde spielen, hatten nichts zu verschenken.

Kapitänin und Torschützin Eyleen Aschenbach
Gleich von Beginn an schnürten die Kickerinnen der einen Messestadt – Frankfurt – die der anderen – Leipzig – in der eigenen Hälfte ein. Bereits in der dritten Spielminute bereitete die sehr agile Safi Nyembo auf der linken Seite eine gute Chance vor: Sie passte direkt vors Tor, Stefanie Weichelt verpasste den Ball um Zentimer, Stefanie Wagner kam an den Ball, doch Lok-Torfrau Madeleine Hübner hatte die kurze Ecke „dichtgemacht“. Drei Minuten später flankte Wagner auf Nyembo, aber ihr Schuss ging links am Tor vorbei. Kurz darauf konterte Leipzig über Andrea Stolle, die frei aufs Tor zulief, jedoch hatte die Frankfurter Torfrau Nicole Janischewski mitgedacht, lief aus dem Tor und konnte die Chance vereiteln.
Nach 13 Minuten dann passte Lisa Kreusel maßgenau auf Marie-Joelle Sadien, die sich auf der linken Seite immer wieder gut durchzusetzen vermochte, doch ihr Torschuss verfehlte das Gehäuse knapp rechts. Wenige Augenblicke danach eine fast identische Szene, wieder Kreusel auf Sadien, ihr Kopfball erreichte allerdings nur den rechten Torpfosten und der Nachschuss von Sabine Latten ging über das Tor.

Marie-Joelle Sadien sorgte für viel Bewegung im Spiel
Kurz darauf, in der 15. Spielminute, zappelte der Ball dann zum ersten Mal im Tor. Stefanie Weichelt, die mit viel Einsatzfreude und Engagement zu begeistern wusste, nahm einen langen Pass von Spielführerin Eyleen Aschenbach auf uns setzte den Ball platziert ins linke untere Eck. In der Folge ergaben sich weitere Chancen durch Nyembo und Sadien, die allesamt mustergültig über die Außenpositionen, auf denen rechts Stefanie Wagner und Stefanie Weichelt sowie links Marie-Joelle Sadien für viel Wirbel sorgten, herausgespielt wurden. So war das 2:0 in der 21. Minute, erneut durch die überragende Weichelt, die logische und verdiente Folge. Nach einem Freistoß von Wagner, schaltete „Knirpsi“ im Getümmel am schnellsten und markierte ihren zweiten Treffer.
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Abschied von der 2. Liga: Gruppenfoto der Leipziger vor dem Spiel
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Die Leipzigerinnen kamen kaum aus der eigenen Spielhälfte, sehr früh schlichen sich Fehlpässe ein, konnten sie sich – auch aufgrund technischer Schwächen, insbesondere im Kopfballspiel – kaum befreien und hatten ihre liebe Mühe, die Minute für Minute anrollenden Frankfurter Angriffe abzuwehren. In der 25. Minute gelang dies zum wiederholten Male nicht, als Wagner flankt, die Leipziger Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone bugsieren kann, Lisa Kreusel an den Ball kommt und zum 3:0 einschießt.
Der Stadionsprecher hatte den Treffer noch kaum verkündet, fand ein weiter Pass direkt nach Wiederanpfiff abermals Weichelt und schon stand es 4:0.
Lok-Trainer Frank Tresp reagierte nun, doch er verstärkte nicht etwa seine Abwehr, sondern brachte mit Jana Böhme für Andrea Stolle eine neue Offensivspielerin. Diese war kaum eine Minute im Spiel, als sie einen gelungenen Pass von Nadine Börner aufnahm, eine Frankfurter Abwehrspielerin umspielte und den Ball über Janischewski hinweg ins Tor lupfte. Der Leipziger Anhang skandierte spontan „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, doch mehr als Galgenhumor dürfte das nicht gewesen sein. Kurz darauf hatte Leipzig gleich die nächste seiner wenigen Torchancen, doch der aus halblinker Position von Karoline Aulrich getretene Freistoß ging übers Tor.

Julia Manger, das erste Mal im Team, freute sich über ihr Tor
Das war es dann aber schon mit den Leipziger Angriffsbemühungen und danach spielte wieder nur der Club aus der Mainmetropole. Spielführerin Eyleen Aschenbach erzielte nach einer Hereingabe von Wagner von der Strafraumgrenze aus das schönste Tor des Tages. Gekonnt nahm sie den Ball an, legte sich die Kugel kurz vor und ließ einen satten Schuss ins rechte untere Eck folgen.
Nachdem Sadien zuvor als Vorlagengeberin geglänzt hatte, war dann in der 40. Minute die dreifache Torschützin Weichelt die Passgeberin und Sadien ließ sich nicht zweimal bitten, sondern schob ins rechte Eck ein und markierte so den hochverdienten 6:1-Pausenstand.
Die zweite Halbzeit ist relativ schnell erzählt, da die Frankfurterinnen ob ihrer Dominanz einige Gänge zurückschalteten und den Leipzigerinnen neben den technischen Schwächen zunehmend auch die Kraft fehlte um dagegenzuhalten.

Stefanie Weichelt war die überragende Spielerin auf dem Platz
Die erste Frankfurter Chance hatte Nyembo aus spitzem Winkel von links, doch der Winkel war zu spitz, sodass der Ball am Tor vorbeiging. In der 49. Minute brillierte dann erneut Weichelt, die sich im Strafraum mit einem Hackentrick den Ball selbst vorlegte, schnell abzog, jedoch an der trotz hoher
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Niederlage gut aufgelegten Madeleine Hübner im Leipziger Tor scheiterte.

Jana Böhme schoss das einzige Tor für Leipzig
Danach passierte lange Zeit nichts. Für Weichelt kam nach 64 Minuten Julia Manger ins Spiel und markierte denn auch in der 76. Minute nach einem tollen Alleingang mit einem satten Schuss den 7:1-Endstand. Für sie war es der erste Bundesligatreffer. Zwei Leipziger Chancen durch die beste Leipzigerin, Jana Böhme, und Babette Peter sowie ein gelungener Freistoß durch Stefanie Wagner auf Frankfurter Seite waren die letzten Aktionen eines einseitigen Spiels, das die zweite Garde des FFC Frankfurt auch in dieser Höhe verdient gewann.
So sorgten sie für eine gelungene Einstimmung auf die darauffolgende Partie der ersten Mannschaft und die anschließende Meisterfeier. Auch viele Spielerinnen der ersten Frankfurter Auswahl, die schon frühzeitig am Brentanobad aufgekreuzt waren, wurden Zeuge dieses lebhaften Spiels, das Appetit auf den Höhepunkt des gestrigen Tages machte.

Fiona Röhrig (hinten) gegen Nadine Börner
Statistik
1.FFC Frankfurt II
Janischewski, Jannermann, Röhrig, Latten, Kreusel, Aschenbach, S. Wagner, Schneider, Sadien, Nyembo, Weichelt (63. Manger)
Lokomotive Leipzig
Hübner, Ambrosius, Rademacher, Dettmer, Peter, Aulrich, Börner, Pioch (81. Scheil), Gallitschke, Stolle (29. Böhme), Streubel (48. D. Richter)
Tore
1:0 Weichelt (15.)
2:0 Weichelt (21.)
3:0 Kneusel (26.)
4:0 Weichelt (27.)
4:1 Böhme (30.)
5:1 Aschenbach (35.)
6:1 Sadien (39.)
7:1 Manger (75.)
Schiedsrichterin: Wozniak (Herne)
Gelbe Karte: Pioch
Zuschauer: 190
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