2. Bundesliga Süd 12.Spieltag

Erneute Heimpleite für den FFC

1.FFC Frankfurt – FFC Wacker München 1:3 (0:2)

Text und Fotos von Tom Schlimme

Nach dem 0:4 gegen Sindelfingen und dem 0:1 gegen Jena in den letzten beiden Heimspielen musste das Team der zweiten Mannschaft des 1.FFC Frankfurt gegen den FFC Wacker München erneut alle Punkte abgeben . Die Mannschaft befindet sich in einer tiefen Krise, und das Verhältnis zu Trainer Björn Kliem gilt als gestört. Dabei war auch etwas Pech dabei, dass es gegen Wacker München nichts wurde mit einem versöhnlichen Jahresabschluss.


Es brannte öfter im Strafraum des FFC Frankfurt


Das Spiel ging ausgeglichen ohne große Torchancen bis zur 10.Minute, als die Münchnerin Helene Brevart aus gut 20 Metern einen Heber über die zu weit vor dem Tor stehende Nicole Janischewski versenkte. Ein „Sonntagsschuss“, doch dieser Treffer verunsicherte die seit Wochen ohne Selbstvertrauen agierenden Frankfurterinnen zusätzlich. Statt das durchaus vorhandene Engagement nun zu erhöhen, wirkten viele Aktionen verkrampft und planlos. Die reifere Spielanlage hatten die Münch- nerinnen, die sich nach der Führung keineswegs versteckten, sondern weiter kräftig dagegenhielten und die Spielanteile mindestens ausgeglichen ge- stalteten. In der 22. Minute gelang Helene Brevart dann sogar ihr zweites Tor in diesem Spiel. Wieder konnte sie sich gut durchsetzen und aus mehr als 20 Metern genau in den rechten oberen Winkel schießen.

Lieferten sich harte Zeikämpfe: Frankfurts Lisa Kreusel und Münchens Anna-Maria Thoma. Im Hintergrund Eyleen Aschenbach (links) und Arlind Mauer

Ein Tor, bei dem Nicole Janischewski zwar auch nicht gut aussah, weil sie wie angewurzelt stehen blieb, das sie aber auch sonst wohl kaum hätte verhindern können, zu hart und genau flog der Ball in den Winkel.

Die beste FFC Chance vor der Pause verpasste Fiona Röhrig nach Flanke der guten Christine Wagner eine Minute vor dem Halbzeitpfiff. 101 Zuschauer, so viele hatten die Verantwortlichen jedenfalls ge- zählt, rätselten in der Pause, welche Ansprache Trainer Kliem wohl seinem Team halten würde.

Draußen war nichts zu hören, und nach dem Wiederanpfiff hatte sich auch am Spiel nichts geändert. Eine Großchance für den FFC gleich nach dem Pausentee wurde von Stephanie Weichelt eher kläglich vergeben. Alleine an der Straf- raumgrenze vor der heraus- laufenden Münchner Torhüterin brachte sie den Ball nicht an der Keeperin vorbei, die ihn mit den Beinen wegschlagen konnte. Allerdings war dies auch eine Glanzleistung der sehr guten Kathrin Lehmann im Tor des FFC Wacker München. Diese Szene war typisch für den FFC Frankfurt II, wie auch eine folgende, bei der sich die zur zweiten Halbzeit eingewechselte Deniz Oezer nah am eigenen Strafraum durch eine Gegenspielerin tunneln ließ und dann statt nachzusetzen resigniert stehen blieb.

Sehr gute Leistung: Kathrin Lehmann vom FFC Wacker München


Die Frankfurterinnen gaben nie ganz auf, ließen aber den letzten Biss vermissen. Die Münchnerinnen wirkten in vielen Szenen körperlich überlegen und klarer in ihren Aktionen, ohne sich dabei voll zu verausgaben.

So spielte sich die Partie großteils im Mittelfeld ab, und es brauchte eine Standardsituation, um den Frankfurter Anschlusstreffer zu ermöglichen. Nach einer Ecke war es Sabine Latten, die mit einem lehrbuchmäßig ausgeführten wuchtigen Kopfball flach ins lange Eck die Torfrau überwand. Das Spiel hätte jetzt noch einmal kippen können, und es gab eine Schlüsselminute, in der letztlich die Entscheidung fiel.

In der 71.Spielminute war es soweit: im Herauslaufen konnte die Münchner Torfrau Kathrin Lehmann weit vor ihrem Strafraum nur ganz knapp klären, und im direkten Gegenzug konnte die Frankfurter Torfhüterin einen Weitschuss nicht richtig entschärfen. Der Abpraller landete vor den Füßen von Ines Rechl, die zum 1:3 für Wacker München einschoss.


Konnte die Niederlage nicht verhindern: Jasmin Jannermann aus der ersten Mannschaft des FFC Frankfurt

Damit war die Partie entschieden, von einem Aufbäumen der Frankfurterinnen war nichts zu sehen, Wacker München schaukelte den wichtigen Aus- wärtssieg locker nach Hause. Ein Kuriosum am Rande: Der Stadion- sprecher verlas eine Erklärung von Trainer Björn Kliem, in der sich dieser im Namen der Mannschaft für die Unterstützung durch Zuschauer und Verein bedankte, um sich dann noch besonders beim Vorstand dafür zu bedanken, dass dieser auch angesichts der schwierigen Situation weiter zu ihm halte. Angesichts der erneuten Niederlage kann man sich schon fragen, ob Kliem damit den Vorstand unter Druck setzen wollte, ihn bloß nicht zu entlassen, und ob der Vorstand auf diese Art von öffentlicher Umarmung nicht vielleicht doch anders reagieren wird, als Kliem dies geplant hatte.




1. FFC Frankfurt:

Janischewski
Milbredt, Schneider, Jannermann Latten, Aschenbach, Roehrig (46. Oezer), Kreusel, St. Wagner Weichelt, C. Wagner (71. Sadien)


FFC Wacker München:

Lehmann
Mauer (88. Preiss), Grossmann, Maier (78. Lebert), Fröhlich Ortner-Bach, Größmann, Thoma, Rechl Brevart, Breitenberger.


Schiedsrichterin:Scheller (Hohlstedt)

Tore:
0:1 Brevart (10.)
0:2 Brevart (22.)
1:2 Latten (65.)
1:3 Rechl (71.)

Gelb: -

Zuschauer:101

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